Fünf Tage Einweihungsparty mit Gästen aus neun Ländern

Die Kunst des Puppenspiels hat zahllose Facetten. Einige internationale Beispiele dafür sind im Oktober bei einem Festival in Zwickau zu erleben.

Zwickau.

Puppenspiel ist alles andere als Kinderkram. Den Beweis tritt seit Jahren das Puppentheater Zwickau an, indem es hochkarätige Inszenierungen für Zuschauer jeden Alters anbietet. Bis 2016 Teil des Theaters Plauen-Zwickau, hat es sich seit Übernahme durch die städtische Zwickauer Kultur- und Messegesellschaft Kultour Z. als überregional bekannte und renommierte Institution von hohem kreativen Potenzial etabliert. Und als eine, die weiterhin auf Dauer angelegt ist: In einigen Wochen soll die umfassende Sanierung der 1987 eröffneten Puppenbühne in der Zwickauer Innenstadt abgeschlossen sein. Dann beginnt der Rückzug des Ensembles aus seinem derzeitigen Interimssitz ind runderneuerte Domizil. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs wiederum leitet ab 10.Oktober ein fünftägiges Internationales Puppentheaterfestival ein - das erste seiner Art in der Schumannstadt.

Monika Gerboc, seit knapp drei Jahren Chefin des Hauses, war nach eigenem Bekunden bereits bei ihrem Bewerbungsgespräch gefragt worden, ob sie sich vorstellen könnte, derlei in Zwickau auszurichten. Daran dürfte kein Zweifel mehr bestehen. Die gebürtige Slowakin, die neben ihrer Muttersprache und Deutsch noch Englisch, Tschechisch und Polnisch spricht, ist als studierte Schauspiel- und Puppentheaterregisseurin und Puppenspielerin in der internationalen Szene gut vernetzt und eine fleißige Besucherin von Festivals. Sie weiß aus eigener Anschauung und dank Austausch mit Kollegen entsprechend gut, was an qualitativen aktuellen Inszenierungen auf dem Markt ist - und was davon auf den in Zwickau zur Verfügung stehenden Bühnen praktisch umsetzbar ist: "Es sind alles Produktionen, hinter denen ich stehen kann", resümiert die 39-Jährige die in den vergangenen Monaten getroffene Programmauswahl.

Inklusive aktuellen Inszenierungen aus dem eigenen Haus sind bis zum 14. Oktober im Puppentheater sowie vier weiteren zentralen Spielstätten 17 Vorstellungen von 14 Ensembles zu erleben. Neben Deutschland - bis auf Dresden sind alle sächsischen Puppentheater zu Gast - sind Inszenierungen aus Frankreich, Israel, Großbritannien und Tschechien zu erleben sowie eine spanisch-argentinische und eine italienisch-slowakische Koproduktion. Dabei reicht das Spektrum vom Märchen in Form von "Hänsel und Gretel" aus dem eigenen Haus bis zu klassischer Moderne in Gestalt von Friedrich Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" aus dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Zu einer Dramatisierung von Franz Kafkas "Prozess" mit menschengeführten Puppen der Sächsischen Landesbühnen Radebeul gesellt sich eine Abfolge von Kurz-Liebesdramen, die die oberfränkische Künstlerin Anne Klinge auf die Bühne bringt - mit ihren nackten Füßen, die durch applizierte Nasen sowie Haarteile, Mützen und Kleidung zum Gesicht werden, das wiederum mit ihren Händen interagiert. Objekttheater mit Papier bietet die israelische Solistin Yael Rasooly, schräges Clownstheater mit sehr britischem Humor die Truppe Pickled Image aus dem südenglischen Bristol. Monika Gerboc zufolge bietet das Genre solch eine Vielfalt von Ausdrucksformen, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, sie alle zu erleben. Aber anfangen kann man ja trotzdem mal.

Das Festival findet vom 10. bis 14. Oktober in Zwickau statt. Der Vorverkauf hat begonnen.

puppentheater-zwickau.de

 

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