Jens Harzer als Amphitryon im Thalia Theater

Jens Harzer ist der Publikumsliebling am Hamburger Thalia Theater. Am Samstag spielt der neue Iffland-Ringträger die Hauptrolle in Kleists Tragikomödie «Amphitryon». Es inszeniert Leander Haußmann.

Hamburg (dpa) – Seit zwei Monaten ist Jens Harzer der neue Träger des Iffland-Rings. Die auf Lebenszeit vergebene Auszeichnung erhält der «bedeutendste und würdigste Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters».

Der im Februar gestorbene Schweizer Schauspieler Bruno Ganz, der den Iffland-Ring rund 23 Jahre trug, hatte Harzer zu seinem Nachfolger bestimmt. An diesem Samstag (11. Mai) ist der Star des Hamburger Thalia-Theaters in der Rolle des Amphitryon in Heinrich von Kleists gleichnamiger Tragikomödie zu sehen. Das Verwirrspiel über Liebe und Identität inszeniert Regisseur Leander Haußmann.

Einem breiten Publikum ist Harzer spätestens seit seiner Rolle als Arzt in der TV-Serie «Babylon Berlin» bekannt. Seit 2009 ist der 47-Jährige Ensemblemitglied am Thalia Theater und stand in Österreich unter anderem bei den Salzburger Festspielen 2018 auf der Bühne. Die Kritiker würdigten seinen «eigentümlich traumverlorenen Blick», der an einen «romantischen Grübler» erinnere. Thalia-Intendant Joachim Lux sagte, Harzer stehe mit seiner Arbeit «für die autonome Welt der Kunst und die Kraft der Sprache» und verteidige sie gegen «die Zumutung unterkomplexer Weltsichten».

Die Doppelrolle des Amphitryon/Jupiter scheint wie gemacht für den sensiblen und leisen Darsteller. Schließlich wirft das Verwechslungsspiel aus der griechischen Mythologie die existenzielle Frage nach der Wahrhaftigkeit der Liebe auf. Denn Gott Jupiter verführt in der Gestalt des abwesenden Feldherrn Amphitryon dessen Gattin Alkmene. Auch als sie die Wahrheit erfährt, besteht sie darauf, sie hätte sich ihrem Mann hingegeben, denn nur ihn könne sie lieben. Die Rolle der Alkmene übernimmt die Schauspielerin Marina Galic - auch im wahren Leben Harzers Partnerin. Mit Leander Haußmann hat Harzer bereits bei «Cyrano von Bergerac» zusammengearbeitet.

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