Klassische Moderne für städtische Grafik-Sammlung in Dresden

Dresden (dpa/sn) - Ein umfangreiches Konvolut an Papier-Kunstwerken der Klassischen Moderne aus den 1910er und 1920er Jahren gehört nun der Stadt Dresden. Möglich war der Ankauf aus einer prominenten Privatsammlung durch die Unterstützung öffentlicher und privater Stiftungen. Zwei Mappen, 15 Zeichnungen sowie je ein Holzschnitt und Aquarell wurden angekauft, 13 weitere Zeichnungen und druckgrafische Blätter kamen als Schenkung dazu, wie die Städtische Galerie am Donnerstag mitteilte. Einige der Neuzugänge, die nun einen zentralen Bestand zur Klassischen Moderne innerhalb der grafischen Sammlung bildeten, würden als «Meilensteine» der lokalen Kunstgeschichte gelten.

Die Werke stammen aus der Kunstsammlung des Sohnes der bekannten Dresdner Mäzenin Ida Bienert (1870-1965). Die Sammlung blieb zurück, als der Chef der Bienert-Mühle 1952 in den Westen ging. Seine Erben hatten mit dem Rückgabeantrag 2004 Erfolg. «Wir haben sofort verhandelt», erinnerte sich Galeriedirektor Gisbert Porstmann. Dank finanzieller Hilfe der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und des Freistaates könnten diese hochkarätigen Arbeiten an der Elbe bleiben.

Dazu gehören eine der wenigen noch vollständigen Mappen «Dresdner Sezession 1919» von Otto Dix, Blätter seiner Mappe «Zirkus», frühe Buntstiftzeichnungen und ein Holzschnitt von Felixmüller sowie ein Aquarell von Emil Nolde. Durch die Nazi-Aktion «Entartete Kunst» und Kriegsverluste verloren die Städtischen Sammlungen fast ihren ganzen Bestand an progressiver, expressionistischer Kunst Anfang des 20. Jahrhunderts, darunter Hauptwerke der «Brücke»-Künstler.

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