Lukas Franke und die Frauen

"You Are Wanted" gilt als bislang erfolgreichste deutsche Produktion eines Streaming-Anbieters. Kann die zweite Staffel mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle das Niveau der ersten halten?

Chemnitz.

"In den USA gibt es inzwischen ein Genre, das heißt 'DDR Noir' und 'You Are Wanted' ist genau das! Viele Amerikaner lieben alles, was mit Berlin und dem Agenten-Dasein zu tun hat", sagt Jessica Schwarz. "Und was wirklich toll an dieser Staffel ist: Es gibt einfach so viele fantastische, coole Frauen." Da muss man der populären Schauspielerin unbedingt zustimmen. Es sind die Frauen, denen man bis auf eine Ausnahme in der zweiten Staffel des Actionreißers um den Hotelmanager Lukas Franke (Matthias Schweighöfer) besonders gerne zuschaut.

Jessica Schwarz spielt eine undurchsichtige Journalistin, die großes Interesse an dem auf der Flucht befindlichen Lukas Franke zu haben scheint und sich an dessen Bruder ranschmeißt. So böse hat Schwarz noch nie gespielt. Das gilt ebenso für Minh-Khai Phan-Thi. Die Schauspielerin gibt mit Verve eine knallharte Berliner Geschäftsfrau und Chefin des organisierten vietnamesischen Verbrechens. Weiblicher Neuzugang Nummer Drei ist die hierzulande noch unbekannte Hannah Hoekstra aus Holland, die als Hackerin Angel Lukas Franke so manches Mal den Allerwertesten rettet. Nichtsdestotrotz fragt er Angel dann doch recht misstrauisch "Wer bist Du"? Aus der ersten Staffel hat es die herbe Kommissarin Sandra Jansen (Catrin Striebeck) ebenso wie die verängstigte Julia Gracht (Katrin Bauerfeind) auch in Staffel 2 geschafft. Beide Schauspielerinnen überzeugen komplett. Nur die Rolle von Franke-Ehefrau Hanna fällt ein bisschen ab. Alexandra Maria Lara muss jede Folge besorgt und leidend in die Kamera schauen, was irgendwann nervt.

Es sind zweifelsohne die Darstellerinnen, die der Serie, die Schweighöfer mitproduziert hat und in der er auch Regie führt, das gewisse Etwas geben. "Er hat eine ganz besondere Sensibilität, mit den Figuren in den einzelnen Szenen umzugehen. Er kann uns Schauspielern sehr gut vermitteln, wo die Reise hingehen und wie die Figuren funktionieren sollen, gerade auch, weil er selbst Schauspieler ist. Er weiß sehr schnell, was er braucht und was er möchte", verrät Schwarz.

In der zweiten Staffel beginnt für Franke erneut ein Albtraum. Das von ihm versteckte Notebook mit Zugang zum Daten sammelnden Monsterprogramm "Burning Man" ist verschwunden. Und so wird der Berliner erneut zur Zielscheibe von skrupellosen Geheimdiensten, Kriminellen und Aktivisten. Die Kapuze tief im Gesicht, zieht er los. Durch die Nacht. Durch ein düster und recht deprimierend gezeichnetes Berlin, eben "DDR Noire". Dabei entwickelt er sich vom Gejagten zum Jäger.

Man braucht als Zuschauer einige Geduld - reichlich verworren und undurchsichtig stellt sich zunächst der Plot dar. Doch wer dran bleibt, erlebt überraschende Auflösungen. Das tröstet dann über manch dramaturgische und logische Schwächen hinweg. Zumal auch diese Staffel durchgehend mit großer Spannung aufwarten kann. Staffel 3 kann kommen ...

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