Musik wird für Gaststätten teurer

Die Gema erhöht zum Jahresbeginn Tarife für Hintergrundbeschallung

München.

Wird in Geschäften oder Gaststätten Hintergrundmusik abgespielt, bekommen deren Urheber seit 1. Januar mehr Geld: Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema), die in Deutschland die Urheberrechte Musikschaffender vertritt, hat sich bereits Ende Dezember mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter auf eine Erhöhung der entsprechenden Tantiemen geeinigt. Für Gastronomen erhöht sich die Abgabe auf einer Fläche von bis zu 100 Quadratmetern schrittweise - von derzeit 185,80 Euro auf 194,90 jährlich im Jahr 2019. Bei einer Fläche von bis zu 500 Quadratmetern steigt die Gebühr von 541,30 auf 682,15 Euro im Jahr, so die Gema in einer Pressemitteilung. Im Handel steigt die Grundvergütung für das Abspielen von Tonträgern auf einer Fläche von bis zu 100 Quadratmetern von derzeit 76,60 Euro jährlich schrittweise bis 2019 auf 87,70 Euro. Wie die pauschal eingesammelten Gebühren dann zu den Rechteinhabern der tatsächlich abgespielten Werke verteilt werden, teilte die Gema nicht mit: Der Verteilschlüssel ist seit Jahren ebenso umstritten wie undurchsichtig. Die neuen Vergütungssätze werden seit dem 1. Januar 2016 schrittweise bis zum Jahr 2019 eingeführt.

Mit der Erhöhung beendet die Gema eine gewisse Ruhephase nach der Einführung des neuen Tarifsystems Anfang 2012: Damals war die Gebührenerhebung in der Gastronomie von der Besucher- auf die Quadratmeter-Basis umgestellt worden - mit der Begründung, die vielfältigen und unübersichtlichen Tarife zu vereinfachen. Klub- und Diskothekenbetreiber kritisierten damals vor allem das steigende Risiko, da die Gebühr auf diese Weise unabhängig von den Einnahmen wurde.

Mit den neuen Vergütungssätzen für die Wiedergabe von Hintergrundmusik soll deren Struktur laut Gema nun weniger degressiv werden. Musikwiedergaben auf Großflächen seien im Verhältnis zu Kleinflächen bisher deutlich günstiger gewesen. Die Gema vertritt in Deutschland die Urheberrechte von rund 70.000 Komponisten, Textautoren und Musikverlegern sowie von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt.

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