Neues aus der Szene

In Chemnitz startet am Montag das Festival "Kammermachen" mit Musik, Theater, Film, Tanz und Klangkunst. Nur eines wird es nicht geben.

Chemnitz.

Kuratorin Heda Bayer und ihr Team mussten in diesem Jahr besonders flexibel sein, um das internationale Chemnitzer Szenefestival "Kammermachen" (5. bis 11. Oktober) auf die Beine zu stellen. Nicht alle vorgesehenen Künstler konnten wegen der Corona-Pandemie anreisen. Vom ursprünglichen, übergreifenden Thema "Tod, Abschied, Lebensfreude" hat man sich verabschiedet und stattdessen auf "Beziehungen" gesetzt. Und eines vermisst Bayer schon jetzt: "Es wird keine abendlichen Partys geben können." Auch der sonst so wichtige Austausch zwischen Künstlern und Publikum dürfte allenfalls nur in sehr reduziertem Maße stattfinden. Während in den letzten Jahren viele Künstler für länger als einen Tag beim Festival blieben, werden fast alle nun nach ihrem Auftritt schon wieder abreisen.

Dennoch wird den Chemnitzern und den Besuchern der Stadt trotz aller Widrigkeiten auch in der 14. Auflage wieder viel "Neues von Musik, Theater, Tanz und Klangkunst" geboten - im Kulturzentrum Weltecho, aber auch an anderen Spielstätten. "Wir werden den öffentlichen Raum in Chemnitz zur Spielstätte machen", kündigt Bayer an. Das Festival habe sich in den vergangenen Jahren als eine Plattform der Präsentation neuer Ideen aus den Bereichen Off-Theater, Performing-Arts, zeitgenössischer Musik sowie Tanzperformances, Klang- und Videokunst etabliert. Uraufführungen und Neuinterpretationen stehen auf dem Programm. Musikalische Ensemble-Auftritte mit Été Large and Lusie Volkmann "When The Birds Upraise Their Choir", Performances wie Via Negativa mit "Naked Life" aus Slowenien, die mit Grenzerfahrungen als immersives Format daherkommen oder auch die Gesangsimprovisation auf der Straße mit Ridina Ahmed zusammen mit Petr Tichý am Kontrabass sollen die Zuschauer mit der Welt verschmelzen lassen. Das Theater Feste aus Brünn widmet sich mit Vaclav Havel den politisch aufregenden Zeiten der 1970er-Jahre. Konzertante Lesungen mit Robert Stadlober und Klara Deutschmann mit Liedern im Sinne Stefan Heyms von Liebe und Tod, von den Vergessenen und den Verschwiegenen stehen ebenso auf dem Programm. Auch an die Jüngsten ist gedacht: Das Live-Hörspiel "Peterchens Mondfahrt" mit Stefan Kaminsky rundet das Festival ebenso ab wie die Klanginstallation "Das große Klappern" von Ulrike Mundt.

Das ganze Programm des Festivals Kammermachen finden Sie unter www.weltecho.eu

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