«Operation Nachtwache»: Rembrandt-Gemälde wird restauriert

Das berühmteste Gemälde des niederländischen Meisters ist 377 Jahre alt - Zeit für eine Generalüberholung. Das Amsterdamer Reichsmuseum startet ein Mega-Projekt vor den Augen der Welt.

Amsterdam (dpa) - 350 Jahre nach dem Tod des niederländischen Meisters Rembrandt wird sein berühmtestes Gemälde, «Die Nachtwache», gründlich untersucht und restauriert.

Das Amsterdamer Reichsmuseum startet am Montag die «Operation Nachtwache». Experten werden das Gemälde mit neuesten Techniken untersuchen, fotografieren und dann restaurieren - und das vor den Augen des Publikums. «Es ist das vielseitigste und umfassendste Untersuchungs- und Restaurierungsprojekt des Gemäldes», sagte Museumsdirektor Taco Dibbits.

Jährlich besuchen mehr als zwei Millionen Menschen das Reichsmuseum mit der weltweit größten Rembrandt-Sammlung. «Die Nachtwache» (1642) gilt als Spitzenwerk von Rembrandt van Rijn (1606-1669). Das Schützen-Gemälde zeigt die Amsterdamer Bürgerwehr. Deren Kapitän Frans Banning Cocq gibt seinem Leutnant den Befehl zum Abmarsch.

Die Arbeiten werden nicht im Labor stattfinden, sondern in der sogenannten Ehrengalerie, in der die Spitzenstücke des Museums hängen. Dafür wird das rund 17 Quadratmeter große Bild aus dem Rahmen genommen und auf eine spezial angefertigte Staffelei gestellt. Drumherum wurde ein gläserner Raum gebaut, in dem die Experten arbeiten werden.

Sie werden das Bild zunächst mit den neuesten Techniken, Scannern, Lasern und Mikroskopen untersuchen. So sollen tausende Fotos mit einer extrem hohen Auflösung gemacht werden. Am Ende dieser Phase wird nach Angaben des Museum die unvorstellbare Menge von «mehreren Terabytes» an Informationen zur Verfügung stehen. Auf der Grundlage der Analyse dieser Daten wird das Bild dann restauriert.

«Das Bild ist in einem stabilen Zustand», betonte Direktor Dibbits. Aber an einigen Stellen seien Farben verwischt, es gebe andere deutliche Spuren des Alters. So sei der kleine Hund am rechten unteren Bildrand von einer weißlichen Schicht bedeckt.

Die Arbeiten werden auch live im Internet zu verfolgen sein. Zuletzt war die «Nachtwache» 1976 restauriert worden, nachdem ein psychisch kranker Mann sie mit Messerstichen beschädigt hatte.

Wie lange die Aktion dauern wird, ist unklar. Die Kosten werden auf rund drei Millionen Euro veranschlagt. Das Reichsmuseum und Rembrandt-Forscher hoffen, dass «Operation Nachtwache» auch mehr Aufschluss bringt über die Entstehung des Gemäldes und über die Farbpigmente, die Rembrandt benutzt hatte.

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