Von Görlitz nach Syndey: Museum gibt NS-Raubkunst zurück

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Görlitz (dpa/sn) - Ein seit Jahrzehnten im Kulturhistorischen Museum Görlitz bewahrtes Biedermeier-Steinglas hat im Jüdischen Museum in Sydney ein neues Domizil. Das Lithyalinglas stammt aus der Kunstsammlung des Breslauer Kolonialwarenhändlers Wilhelm Perlhöfter, der 1939 aus Deutschland emigrieren musste, wie die Stadt Görlitz am Mittwoch mitteilte. Er war im Zuge der Pogromnacht verhaftet worden, nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager nach England geflohen und 1948 in London gestorben.

Das Görlitzer Museum hatte insgesamt vier Lithyalingläser aus Perlhöfters Kunstsammlung bei der Herkunftsrecherche aller 1933 und 1945 erworbenen Stücke 2016/2017 als NS-Raubgut identifiziert. Bei der Suche nach den rechtmäßigen Erben half nach Darstellung der Stadt der Zufall.

Eine in Südamerika lebende Enkelin des früheren Händlers wurde auf die Raubkunstausstellung 2018 in Görlitz und die Bemühungen des Museums aufmerksam. Das kaufte drei Gläser an und gab das vierte an den in Australien lebenden Sohn einer Perlhöfter-Tochter zurück. Der wiederum stiftete es dem Sydney Jewish Museum, wo es seit wenigen Tagen ausgestellt ist.

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