Wie viel DDR steckt noch in den Köpfen?

Wutbürger in Dresden rufen, sie seien das Volk. SED-Opfer treffen sich in Bautzen. Ostdeutsche Rassisten machen Jagd auf Fremde. Und der "brave kleine Mann" sehnt sich nach einer Autorität, die ihm Ruhe und Ordnung verspricht. Da kommt eine Frage immer wieder hoch.

Chemnitz.

In der Schule haben wir gelernt, dass wir die Sieger der Geschichte sind. Die Menschheit schreitet eine sanft geneigte Straße empor, und wenn sie einer aufhält, bricht die Revolution aus und stellt den gesetzmäßigen Ablauf wieder her. So sicher wie das Amen in der Kirche. Wissenschaftlich bewiesen und deshalb wahr.

Das Entwicklungsgesetz der Gesellschaft wurde natürlich von Karl Marx entdeckt. Ein gelöstes Welträtsel wie der Urknall und die biologische Evolution. Der Kern des Marxismus lautet: "It's the economy, stupid!" ("Es ist die Wirtschaft, Dummkopf!"). Für seine Brauchbarkeit spricht unter anderem, dass genau mit diesem Spruch 1992 die US-Präsidentschaftswahl gewonnen wurde, übrigens vom Ehemann der heutigen Kandidatin. Wir DDR-Kinder haben den "historischen Materialismus" im Klassenzimmer inhaliert.

Das erste Buch über Marx, das, wie man damals sagte, die künftigen "allseitig gebildeten sozialistischen Persönlichkeiten" zu Gesicht bekamen, hieß "Mohr und die Raben von London". Geschrieben von Vilmos und Ilse Korn, die in der Nazizeit im Untergrund gegen Hitler gekämpft hatten und dafür sogar im Gefängnis saßen. Ihr Buch war Schullektüre. Marx, genannt Mohr, der Kinderfreund, Jenny, die geliebte Ehefrau, Lenchen Demuth, die opferbereite Haushälterin. Was in dieser Heiligengeschichte fehlte, war zum Beispiel, dass der wirkliche Marx die Jenny mit dem Lenchen betrog. Nach der Wende gab es dann viel zu enthüllen, Ernstes wie Triviales. So manche "allseitig gebildete Persönlichkeit" hat sich von diesem Schlag bis heute nicht erholt und vertraut keiner Geschichte mehr.

Wir hatten noch mehr Helden: Thälmann, den sie "Teddy" nannten, und Rosa Luxemburg, die im Lied besungen wurde. "Dem Karl Liebknecht, dem haben wir's geschworen, der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand!" Thälmann war ein Gefolgsmann Stalins, den Stalin womöglich vor dem Tod in Buchenwald, den wir so oft beweinten, hätte retten können. Rosa Luxemburg kritisierte Lenin und die Bolschewiki. Falls unser Lehrer es wusste, so sagte er das nicht. Selbst das Kampflied war kein Original. Der Urgroßvater sang es auf den Kaiser.

Wer nach Fakten suchte, stocherte im Nebel. "Meyers Lexikon von A-Z" brachte über Stalin weniger als über Teddy, obwohl der zweite an den Fäden des ersten hing. Es gab Filme, Lieder, Künstler in der DDR, die unsere Eltern noch kannten. Später waren sie verboten, nicht mehr als ein Gerücht. Stefan Heym, Eva-Maria Hagen, der Film "Sonnensucher" von Konrad Wolf. Dafür bekamen wir in den 1980er-Jahren verstoßene Altvordere zurück: Martin Luther und Karl May, und die Zeit von Sachsens Glanz und Preußens Gloria galt plötzlich als heroische Epoche. Die Weisheit des Zentralkomitees, das exkommunizierte und rehabilitierte, war unergründlich.

Tabuzonen gab es nicht nur im Reich der Gedanken. Auf der Landkarte machte sich der anrüchige Teil der Welt, der staatsfernen DDR-Bürgern verschlossen blieb, zunehmend breit. Die kapitalistischen Länder gehörten dazu, aber auch Problembezirke in der sozialistischen Welt. Der DDR-Bürger in den Siebzigern wusste genau, dass etwas nicht stimmte mit Ländern wie Albanien (selbstisoliert), Jugoslawien (titoistisch) oder China (maoistisch). In der Kreisbibliothek stand ein einziges Buch über Mao Tse-tung, obwohl doch die Chinesen, das größte Volk der Erde, kommunistisch waren. Diese Ächtung griff um sich, bis irgendwann der gesamte Planet faktisch zur Sperrzone erklärt worden war - einschließlich Polens, Ungarns, ja sogar des Mutterschiffes, der Sowjetunion unter Gorbatschow. Jetzt blieben sich die DDR-Bürger endgültig selbst die einzige Gesellschaft.

Zwei oder drei Generationen, die unter solchen Bedingungen erzogen wurden, die beruflich und gesellschaftlich sich einzurichten hatten, blieben sie von alldem unberührt? Keinesfalls, glaubt der Hallenser Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz, der 1990 in seinem Buch "Der Gefühlsstau" den DDR-Bürgern eine knochenharte Diagnose stellte. Die "Wende" interpretierte er - damals schon - als oberflächliches Manöver, eine bloße Umdrehung, nach der es psychologisch in der alten Richtung weitergeht. Im Vorwort zur Neuauflage seines Buches schreibt er: "Nach zwanzig Jahren ähneln die Krisensymptome des ,real existierenden Kapitalismus' denen des ,real existierenden Sozialismus' auf erschreckende Weise. Es ist vor allem die Unfähigkeit, Ursachen einer krisenhaften Fehlentwicklung zu erkennen und dementsprechend umzusteuern. Der Sozialismus ist gescheitert, weil die Menschen mehr haben wollten, als zur Verfügung stand. Der Kapitalismus scheitert, weil die Menschen mehr konsumieren und in Anspruch nehmen, als sie verdient haben." Im Osten seien "im Taumel von Befreiung und Genugtuung" die "Verantwortung und die Verpflichtung zum Aufbau eines selbstbestimmten Lebens vergessen" worden. Was fehlt, sei ein "demokratischer Reifeschritt".

Der Begriff "Stalinismus" wurde nach der Wende zur Reinwaschung benutzt. Die Menschen erklärten und spalteten etwas von sich ab, von dem sie selbst nicht mehr betroffen sein wollten. Das Problem waren die anderen, die Angehörigen der Funktionselite. Mit Nazis und Kriegsverbrechern wurde 1945 genauso verfahren, schreibt Maaz. Es sei ein Teil der Wahrheit, wenn heute behauptet wird, "wir seien nur von einem Unrechtssystem unterdrückt, verbogen und geschunden worden". Aber genauso war dieser Staat "ein Abbild unserer psychischen Strukturen und setzte etwas äußerlich ins Bild, was wir in unserem Inneren nicht sehen und wahrhaben wollten".

Die Grundproblematik der Deutschen, so Maaz, sei Narzissmus, bis heute: "Wer nicht viel ist, muss viel haben, wer der Liebe und Bestätigung bedürftig geblieben ist, der muss viel in Äußerlichkeiten investieren. Äußeres Wachstum ist deshalb ein Symptom einer kollektiven Suchterkrankung."

Die Friedrich-Ebert-Stiftung stellte in diesem Jahr bei ihrem jährlichen Bautzen-Forum die Frage, wie viel DDR noch in den Köpfen steckt. Dort sagte Roland Jahn, DDR-Dissident und Chef der Stasi-Unterlagenbehörde: "Die Freiheit kann man nur begreifen, wenn man die Diktatur erkannt hat." Zentral ist die vom SED-Chef Ulbricht überlieferte Formel: "Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben."

Die DDR war repressiv. Die Menschen spielten aber auch Theater, um vor dem Staat ihre Ruhe zu haben. "Gezwungen wurde niemand, in die SED oder zur Stasi zu gehen, da gab es keine Druckwerbung", stellte Stefan Wolle klar, Historiker und wissenschaftlicher Berater des Berliner DDR-Museums. "Viele machten mit nach dem Motto: Ich wusste, dass sie wussten, dass ich log." Dafür sei überall der pädagogische Anspruch des Regimes spürbar gewesen: "Fortlaufend wurde man erzogen. Es galt, schwarze Schafe immer wieder zurück zur Herde zu führen, um sie am Busen der Arbeiterklasse aufzupäppeln."

Es gab einen hausgemachten Nährboden für diese Verhältnisse, sagte Rainer Eckert, der ehemalige Chef des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig: "Ulbricht brauchte keinen Stalin, um zu sein, wer er war." Die kommunistischen Führer waren "Leute aus gleichem Holz". Und es bestand eine Bereitschaft, sich verführen zu lassen. Der Bürgerrechtler Wolfgang Templin: "Ich trat mit 21 in die SED ein, in der es Opportunisten, Karrieristen, Zyniker und Überzeugte gab. Ich war jung, vernagelt, idealistisch, hoffnungstrunken. Es kostete mich vier Jahre bis zur gründlichen Desillusionierung." Templin gehörte Anfang der 1980er-Jahre zu den Gründern der oppositionellen Initiative Frieden und Menschenrechte.

Wie viel DDR steckt noch in den Köpfen? Haben die Erfolge von Pegida in Dresden und Leipzig und die rassistischen Aktionen in den neuen Bundesländern gar nichts mit der DDR-Vergangenheit zu tun? Der frühere Ortsbürgermeister Markus Nierth, der sich in seinem Dorf Tröglitz fremdenfeindlichen Protesten entgegenstellte, glaubt das nicht. Nierth war mit 17 aus der DDR in den Westen übergesiedelt und nach der Wende zurückgekehrt. In seinem neuen Buch "Brandgefährlich" schreibt er über die DDR: "Wer sich ... von der mitlaufenden Menge abgrenzte, wer ausscherte, war schnell sozial geächtet und musste mit Benachteiligung rechnen. Denn es fand sich fast immer jemand, der sich zur Exekutive des gemeinsamen Willens berufen fühlte und auf dem Geächteten herumtrampelte, der sich nach oben dienen oder seinen Lebensfrust am Schwächeren abstreifen wollte. Diese wohlbewährte Tradition aus alten und großdeutschen Zeiten wurde in der DDR teils schon im Kindergarten eingeübt." Über zwei Generationen haben die Menschen gelernt: "Politisch aktiv zu werden, laut zu reden, ja allein schon zu denken, kann erschreckend viel kosten - bis hin zum eigenen Leben."

Über den Vollzug der Wende schreibt Nierth, man habe dem "kranken ostdeutschen Bruder" materiellen Wohlstand zur äußeren Anwendung verschrieben. "Um die inneren Schmerzen kümmerte sich niemand, sie sollten verdrängt werden, weil es keine Zeit zur Neuorientierung, Austrauern des Schmerzes und Heilung der Wunden gab."

Nun kehren die ungelösten Konflikte als Aggressionen zurück. Und weder unser Schulmarx noch die alten Sündenböcke nehmen uns die Last, damit klarzukommen.

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36Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    Interessierte
    30.03.2017

    Über diesen Satz mache ich mir seit der Erscheinung Gedanken :
    ^In der Schule haben wir gelernt, dass wir die Sieger der Geschichte sind^

    ( ich hatte an sich gehört , dass wir die Verlierer waren und Reparationsleistungen zahlen mußten ...

    ( das Foto wäre bestimmt auch ohne diese Kleber schön geworden ;-)

  • 3
    2
    Schinderhannes
    11.10.2016

    Lieber Wolle, lass den "aussaugerges". Dieser lebt im Wald im Vogtland in seiner eigenen Welt und hört nur Sputnik Rossija Sewodnja

  • 0
    3
    aussaugerges
    11.10.2016

    Was heißt hier höhere Genossen.
    Da gab es keine Unterschiede.

  • 3
    1
    WolfgangPetry
    11.10.2016

    Erzählt mir doch bitte noch was sich "der Osten für viel Geld aufgebaut" hatte was dann in Millionenhöhe an "ostdeutschem Volkseigentum gestohlen" werden konnte. Der Silbersee der Filmfabrik Wolfen? Den Kernkraftwerksrohbau irgendwo bei Magdeburg? Die hochmodernen Chemieanlagen bei Buna und Leuna? Oder die Intershops, die nach der Wende auf einmal weg waren?

  • 4
    4
    WolfgangPetry
    10.10.2016

    Eigenheim Bau in der DDR? Es gab also doch Baustoffe in Hülle und Fülle? Warum dann die große Wohnungsnot? Da haben Sie sicher lauter Arbeiter und Bauern und junge Familien als Kunden gehabt :D Es werden keine höheren Genossen mit höherem Einkommen und höherer Seilschaft dabei gewesen sein :D Klar, wenn die Partei anruft kommt das Gerüst, und zwar ganz plötzlich. Ein anderer Bauherr hatte in diesem Fall leider das Nachsehen.

  • 1
    5
    aussaugerges
    10.10.2016

    Vor allem die Qualität und Gediegenheit ist bis heute nicht erreicht.
    (Zu der damaligen Zeit.)
    Heute sind die Rückzahlungstermine so schnell wie möglich zu erreichen.
    Wegen den Stunderlohn für die Vorstände 250 Euro.

  • 2
    5
    aussaugerges
    09.10.2016

    Petry,so viel Unsinn hat noch keiner von sich gegen.
    Ich habe viele Eigenheime gebaut,da brauchten wir keine Anwälte und Arschitekten.
    Die Qualität ist bis heute unerreicht.

    Und mit 1% Zinsen da gab es keinen Frust oder Zwangsvllstreckung,
    Für sie unvorstellbar.

    Ich habe jetzt für ein Steuerberater gearbeitet,keine Mängel aber seit einem halben Jahr nur tricksen.

    In der DDR undenkbar.

  • 3
    2
    WolfgangPetry
    08.10.2016

    Alle sehr sozial erzogen? Wenn überhaupt dann erzogen zu Hamsterkäufen, zum tricksen und mit allen Mitteln der Schnellste zu sein um an Ware unter dem Ladentisch ranzukommen, dass "Beziehungen" Gold wert sind und den mehrfachen offiziellen Preis eines neuen Trabant für ein schrottreifes Exemplar zahlen zu müssen. Und wer bei der Baustoffversorgung ein Gerüst leihen wollte um seine Dachrinne zu wechseln musste aufpassen, nicht gleich in die Klapsmühle eingewiesen zu werden.

  • 2
    4
    Interessierte
    07.10.2016

    In unseren Köpfen steckt noch viel aus der deutschen demokratischen Republik , denn jeder , der nach 1945 und bis 1985 geboren wurden , ist in dem sozialen Sozialismus groß geworden und somit sind wir alle sehr sozial erzogen geworden und hatten zwar von dem kapitalistischen Ausbeutungssystem gehört , konnten es uns aber kaum vorstellen und dachten , uns wird etwas böses eingeredet - und nun sind wir mittendrin in diesem bösen ausbeutenden Kapitalismus ...

    Nur in dem Land DDR ist nicht mehr viel DDR , alles , was der Osten für viel Geld aufgebaut hatte , das hat der Westen skrupellos wieder abgebaut oder eingezogen oder Millionen gestohlen und damit den Ostdeutschen ihr Volkseigentum geklaut ....

    Dazu kam aber gestern gerade eine neue Version zum Strauß und dem Mlld.Deal und in den letzten 5 min kommt eine sehr interessante Aussage ....
    Damit hat uns der Westen , also die Politiker und Medien , seit der Wende immer wieder ´neu`belogen ....

    ( komme heute um 15.15 oder morgen 12.15 nochmals

  • 2
    5
    aussaugerges
    07.10.2016

    Die Flüchtlinge aus den 5 zerbomten Ländern werden es uns noch zeigen wo es lang geht.
    Den Ländern ging es allen sehr gut,aber die Gier und die Intressen haben das Elend gebracht.
    Danke USA.

  • 2
    8
    Schinderhannes
    06.10.2016

    @ WolfgangPetry:

    Besser konnte man es nicht ausdrücken... Daumen von mir hoch.

  • 7
    2
    Freigeist14
    06.10.2016

    WollePetry,na sieh mal einer an,wie im Westen angekommene den Chemnitzern (ich nicht) die Welt erklären.Sie tun mir leid,ehrlich.

  • 3
    10
    WolfgangPetry
    05.10.2016

    Falsch. Kann doch jeder hierbleiben wenn er will. Manche jüngere Sachsen können auch gut sprechen. Die Damen mit Abitur vor allem, und sie gehen am schnellsten an einen besseren Ort. Jedesmal wenn ich irgendwo in Bayern, im Ruhrgebiet oder Hamburg bin frage ich mich, wie kannst du das nur aushalten. Weiter in Chemnitz zu bleiben. Diese deprimierende Beschränktheit. Dieses trotzige Hässlichsein. Dieses verschenkte Leben. Ihr tut mir alle leid, ehrlich.

  • 5
    2
    Freigeist14
    05.10.2016

    WollePetry,das ist kompletter Unsinn und ein völliges Ausblenden der ökonomischen Realitäten.Nur wenige Sachsen verließen freiwillig die Heimat,wenn er sich mit seiner umgangssprachlichen Färbung im gelobten Land(West) seltsam vorkommen muß.
    Schinderhannes@selbstverständlich finde ich ich die Einheit auch richtig.Nur leider fanden die beide Teilstaaten nicht zueinander nach Artikel §146 ,sondern der Eine trat dem Anderen nach Artikel §23 des GG bei.Deshalb das Tempo.Gorbatschow wurde erst 1992 von Jelzin kaltgestellt,nachdem die RFSR die Union verließ.

  • 4
    6
    Schinderhannes
    05.10.2016

    @ "Freigeist14":

    Mir ging die Einheit auch zu schnell, auch wenn ich sie herbeigesehnt hatte und ich sie heute noch auf alle Fälle für richtig finde. Aber nach Gorbatschow hätte es diese nicht mehr gegeben. Deshalb das Tempo.

  • 4
    7
    WolfgangPetry
    04.10.2016

    WEGEN EUCH

  • 5
    5
    Freigeist14
    04.10.2016

    Wolle Petry,wenn es denn eh´keinen gejuckt hatte,warum musste es auf Biegen und Brechen mit Hast der Beitritt vollzogen werden am 3.Oktober 1990?
    Bei der heutigen Gesetzverabschiedung kann man ein geplantes Gesetz noch lange in den Ausschüssen schmoren lassen.
    Vielleicht geben Sie ja noch eine treffende Erklärung,warum seit 1991 die Jugend abwandert wo doch die Freiheit und Demokratie
    nun vor Ort ist??

  • 7
    4
    DerKuckuck
    04.10.2016

    Man muss auch malndazusagen, dass alle unter 30 jährigen Ostdeutschen keine wirkliche DDR-prägung mehr haben. Also ziehen alle Erläuterungen zu der DDR-Bildung und deren Folgen bei diesen Leuten nicht mehr.
    Umd die jungen Leute wandern haufenweise wegen des besch.... Lohnniveaus ab. Da ändert auch ein Mindestlohn nix.
    Und wann der tatsächliche Einheitstag ist, ist doch sowas von piepegal.

  • 6
    4
    WolfgangPetry
    04.10.2016

    Keinen 41. Jahrestag der DDR "durfte" es geben? Wen hat denn der 40. Jahrestag noch interessiert, damals, außer euch 105%ige? Die Honecker Porträts hingen doch schon schief und bald darauf war zum Glück Ende. Heute haben wir zwar eine andere Diktatur der Rentner, doch deren Macht endet zum Glück an der Grenze der Stadt Chemnitz und sie hat keine Mauer mehr: fragt ihr euch wer euch mal pflegen will wenn die jungen Leute in Scharen abwandern?

  • 3
    6
    aussaugerges
    03.10.2016

    Hannes;

    Es wurde heute im nt,v berichtet das die Straftaten viel härter bestraft werden müssen. (Ein Richter aus Bernau.)

    Die einzige wahre Dokumentation ist mit Datum und Toten:

    www.Angriffe auf die DDR.de

  • 6
    10
    Freigeist14
    03.10.2016

    A809626,das Datum war willkürlich,weil es das letzte Wochenende vor dem 7.Oktober war.Es durfte unter keinen Umständen einen 41.Jahrestag der DDR geben.Deshalb der mit heißer Nadel von Schäuble und Erfüllungsgehilfen Günther Krause gestrickte Einheitsvertrag.

  • 6
    6
    gelöschter Nutzer
    03.10.2016

    Auf meine roten Daumen bin ich direkt stolz, kann ich mir doch vorstellen, von wem sie kommen.

    Hier gleich noch etwas:
    Zitat Torsten Hinz:
    ?Zudem ist in westdeutschen Ländern noch immer eine naive Staatsgläubigkeit verbreitet, die sich aus der Erinnerung an den funktionierenden Rechts- und Sozialstaat von früher speist (?) Der Umbau bewirkt hier (in der Ex-DDR) ein Schockerlebnis, das sich in spontanen Unmutsäußerungen entlädt. Die DDR-Erfahrung, daß ein Staat trotz schöner Worte alle rechtlichen Hüllen fallen läßt(!!) und die Handlungslogik einer Räuberbande realisiert, bewirkt eine Resistenz gegenüber volkspädagogischen Belehrungen, so daß der Selbsterhaltungstrieb sich gegen den nationalen Nihilismus der Politik behauptet. Hinzu kommt die Tradition antistaatlicher Aufmüpfigkeit, die im Juni 1953 erfolglos und im Herbst 1989 erfolgreich erprobt wurde. In dieser Beharrung liegen eine gewisse Chance für das vereinte Land und ein Risiko- und Störfaktor für das politische und mediale Establishment. Das ist deshalb bemüht, die Ex-DDR als ein gesellschaftspolitisches Rückstandsgebiet, als Reservat von Halbwilden, hinzustellen und den Bürgerprotest als den mentalen Restmüll einer Diktatur zu entsorgen (?) Gelingende Einheit kann deshalb nur heißen, gemeinsam die ideologischen Erblasten der DDR und die der alten Bundesrepublik zu überwinden.?
    Quelle Junge Freiheit,
    Der ganze Text >>> https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2016/das-beschaedigte-land/

  • 2
    9
    BlackSheep
    03.10.2016

    @Schinnderhannes, vergebene Mühe, da würde ich Ihnen grösteteils nicht mal wiedersprechen, nur ich hoffe wirklich das Sie an dem Beispiel Murat Kurnaz merken was ich meine.

  • 3
    9
    gelöschter Nutzer
    03.10.2016

    Wie mir dieser unten verlinkte Artikel aus dem Herzen spricht und zu meinem eigenen Blogbeitrag passt (siehe Kommentar vom 01.10 um 21:36 Uhr).

    Zitat Wolfgang Prabel: ?Heute feiern wir den Tag der deutschen Einheit. Tatsächlich aber müsste der 9. November, an dem Schabowski die Grenzöffnung verkündete, der Einheitstag sein (?) Der Zeitpunkt der Feier am 3. Oktober wirft Fragen auf. Eigentlich ist der Tag der deutschen Einheit der 9. November 1989. An diesem Tag wurde die Grenze geöffnet. Um 18:57 sagte Günter Schabowski:
    ?Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen [Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse] beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen der VPKÄ ? der Volkspolizeikreisämter ? in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen.?
    (?) Die damaligen Emotionen lassen sich mit denen am 3. Oktober 1990 nicht vergleichen, als die deutsche Fahne vor dem Reichstag hochgezogen wurde. Das war eben nur eine Zeremonie (?) Der dritte Oktober ist ein willkürlich festgelegtes Datum (?)?

    Quelle GEOLITICO, der ganze Text unter http://www.geolitico.de/2016/10/03/der-9-november-ist-unser-feiertag/

  • 9
    17
    Schinderhannes
    03.10.2016

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ministerium_f%C3%BCr_Staatssicherheit

    http://gedenkstaette-hoheneck.jimdo.com/

    http://www.psrb.de/militaer/

    http://www.jugendwerkhof-torgau.de/

    http://www.stiftung-hsh.de/

    http://www.zdf.de/zdfinfo/trauma-umerziehung-heimkinder-in-der-ddr-35164344.html

    https://www.stsg.de/cms/bautzen/startseite

    http://www.mdr.de/damals/archiv/todesstrafe100.html

    http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sport/doping_gefaehrliche_mittel/pwiedopinginderddr100.html

    https://www.welt.de/geschichte/article157749931/In-der-DDR-gab-es-Neonazis-Sie-lynchten-Gastarbeiter.html

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Front_(DDR)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mangelwirtschaft

    http://www.mdr.de/damals/archiv/umweltverschmutzung102.html

    https://www.planet-schule.de/wissenspool/alltag-in-der-ddr/inhalt/hintergrund/wohnen.html

  • 4
    5
    BlackSheep
    03.10.2016

    Die roten Daumen sind ja ok, aber eigentlich würde ich viel lieber darüber diskutieren wiso die richtig sein sollten.

  • 13
    7
    BlackSheep
    03.10.2016

    FP mal ne Frage, wieso macht ihr diesen der Osten ist am schlimmsten Quatsch mit? Schaut euch z.B.Tillich an, als ehemaliger Rat des Kreises Funktionär steckt noch extrem viel DDR in den Köpfen. Ich finde es ziemlich merkwürdig wenn ich als Zeitung im Osten die Menschen im Osten permanent als Rassisten hinstelle.

  • 7
    8
    kartracer
    03.10.2016

    Zum Kuckuck, so ist es, aber ob dem Hannes hier wohl
    der Angriffspunkt, oder das ECHTE Hintergrundwissen fehlt?!

  • 18
    2
    Hankman
    03.10.2016

    Ach Gott, wenn ich so manche Kommentare hier und auf Facebook lese ... Ich sehe den Text als Diskussionsbeitrag, mit einigen bewussten Zuspitzungen. Ich kann mich einigen Thesen des Autors und der von ihm zitierten Protagonisten anschließen, anderen überhaupt nicht. Aber ich erwarte auch nicht (mehr), dass mir irgendjemand eine fertige Wahrheit serviert und mir das Denken und Streiten abnimmt.

    Ein Grundproblem der Debatte ist doch, dass es "den Ostdeutschen" ebensowenig gibt wie "den Westdeutschen". Bei aller ideologischen Uniformierung in der DDR haben sich auch dort Individuen entwickelt. Auch viele offene, kluge, klar denkende Menschen. Manche von ihnen haben sich gerade dadurch entwickelt, dass sie sich an dem vormundschaftlichen, belehrenden Staat gerieben und abgearbeitet haben. Andere wiederum hatten schon damals nur Geld und Konsumwünsche im Kopf und haben es heute noch. Die Menschen sind halt verschieden. Und alle in einen Topf zu schmeißen, auf dem "Ex-DDR-Bürger" steht, halte ich für Schwachsinn.

    Die Wende ist jetzt 27 Jahre her, die deutsche Vereinigung 26 Jahre. Irgendwann sollten wir mal aufhören mit dieser Unterscheidung in Ost und West. Mit meinem Leben jedenfalls hat das nicht mehr viel zu tun.

  • 9
    9
    voigtsberger
    03.10.2016

    Freigeist, DerKuckuck, aussaugeres: Danke, dazu gibt es nichts hinzuzufügen, so ist es und wir müssen uns den "Schwachsinn" der Jubler und Heuchler auch nach 26 Jahren noch antun, die einst zitternd hinter dem Vorhang standen und sich jetzt feiern. Doch die Hoffnung stirb zuletzt!

  • 5
    6
    Pixelghost
    03.10.2016

    Also wer "kenne Zeit" hatte und die Rede des Bundestagspräsidenten Lammert zur Deutschen Einheit nicht live gehört hat, lege ich die Lektüre dieser schwer an's Herz.

  • 21
    5
    Freigeist14
    03.10.2016

    Dieser tendenziöse Artikel impliziert,als ob "DDR-Denken"etwas anrüchiges und selbstverständlich autoritätshöriges sein muß.Immerhin haben die Kinder in der Schule Marx kennengelernt.Da war es für Sechstklässler auf völlig unwichtig,frivole Geschichten aus Marx`Liebesleben zu erfahren.Solche Regenbogenstorys kann sich heute der freiheitsliebende und demokratiebewußte Bürger in der" Bunten"
    und der Springerpresse anlesen.Während in bundesdeutschen Schulen die Geschichte zwischen 1914-1945 mit einer konservativen Geschichtsanschauung gelehrt wurde,erfuhren wir schon damals von deutscher Schuld und Massenmord(Kinderschuhe aus Lublin,Professor Mamlock,Ete und Unku,Timur und sein Trupp,usw.)
    DDR-Erinnerungsbewußtsein mit Pegida und Ausländerhass in Verbindung zu bringen,ist ehrabschneidend und volksverhetzend.
    Das beweist nur,wie wenig man nach dem Anschluss am 03.Oktober 1990 bereit war,auf Erfahrungen der Menschen hier bauen und Biographien jenseits manchem nachgereichtem Opfermythos zu respektieren.Meine Generation der zur Wende erwachsen gewordenen ist stolz auf ihre Kindheit und Jugend und möchte diese Erfahrung im gemeinsamen Deutschland auf keinem Fall missen.

  • 21
    5
    DerKuckuck
    03.10.2016

    Sorry aber was ist das für ein nichtssagender Unfug? Die meisten, die in der DDR aufwuchsen sind Demokratischer als so mancher Wessi. Demokratische Unreife zu unterstellen, nur weil mans Maul nicht hält, das ist Totalitär. Mag man von Pegida halten was man will, aber das Demonstrieren ist eine demokratische Grundfreiheit, ob einem die Meinung derjenigen gefällt oder nicht. Und alle deswegen als Antidemokraten und Nazis zu brandmarken hat was vom sozialistischen Stempel des Konterrevolutionärs.
    Überlegen Sie mal wie groß der Drang nach Mitbestimmung war. Kann es vielleicht nicht sein, dass man sich von der Wende eine richtige Demokratie ohne korrupte Kader versprach? Was bekam man: Korrupte Kader, die das Kapital dem Volke überordnen und die Wahl nur eine Wahl zwischen den Korrupten Kadern darstellt.

  • 6
    18
    aussaugerges
    02.10.2016

    5 Jahre Beamter ist besser wie 45 Jahre für diesen Staat zu arbeiten.
    ,,Plus Pensionen"

  • 16
    6
    gelöschter Nutzer
    01.10.2016

    Am 07. Oktober 1989 hatte die DDR ihren 40. und damit letzten ihren Staatsfeiertag. Danach ging das System und das Land den Bach hinunter, eigentlich aber schon lange vorher (so wie heute auch wieder). Und leider ist es so, dass die Geschichte immer von den Siegern geschrieben wird.
    Wenn ich von der politischen Wende in der DDR ausgehe, die nach dem 40. Jahrestag ihrem Höhepunkt entgegen ging und diesen mit der Grenzöffnung Anfang November 1989 auch erreichte, so hat der 03. Oktober eigentlich keine Bedeutung. Aber egal, nehmen wir einmal den Oktober/November 1989 als den fiktiven Punkt der Deutschen Einheit. Und dieser, ohne jetzt auf dem 03. Oktober oder dem 09. November herumzureiten, jährt sich nun zum 27. Mal.
    Ja, ich liebe Deutschland, ich liebe meine Heimat. Und vor diesem Hintergrund ist es ein Glücksfall der Geschichte, dass diese Nation, dass dieses Volk, wieder ein einig Vaterland besitzt.
    Aber ich hadere zutiefst mit diesem System und dessen Auswüchsen. Wenn ich oben schreibe, dass die großen Probleme der Menschheit und die unseres Planeten auch von diesem Sytem nicht gelöst werden, dann muss ich sogar noch eins draufsetzen: Dieses System ist eher noch dazu geeignet, die großen Probleme der Menschheit und die unseres Planeten zu verstärken.

    Für mich steht als greifbare Tatsache fest, dass ich ab diesem Tag der Deutschen Einheit länger BRD-Bürger als DDR-Bürger sein werde. Das ist ein unumstößlicher Fakt.
    Ich bin fortan überwiegend BRD- als DDR-Bürger. Denn 27 Jahre DDR bleiben stehen, die 27 Jahre BRD werden mehr. In meinem Innersten und in meiner Überzeugung bleibe aber ich Ex-DDR-Bürger, Ossi, gelernter DDR-Bürger, Ostdeutscher!
    Ob es dabei für mich etwas zu feiern oder rückblickend wehmütig zu bedauern gibt, lasse ich dabei offen. Es ist ein freier Tag. Das zählt.
    Erinnerungen haben etwas Gutes: man behält immer das Schöne in Erinnerung, das Schlechte verblasst oder man vergisst es ganz.
    Und das ist gut so.
    Ohne (gute) Erinnerung gäbe es keine Identität.

    Mehr unter: http://www.alwins-blog.de/?p=18377

  • 10
    10
    argus
    01.10.2016

    Danke für diese Analyse. Leider gibt es bei den Menschen ? nicht nur im Osten Deutschlands - eine totalitäre Sehnsucht, eine autoritäre Erlösungssehnsucht, dass alle seine Probleme für ihn gelöst werden, eine bedrohlich gefährliche Situation.
    Aber nur die Demokratie ist als einzige politische Struktur imstande, sowohl dem Autoritarismus und Totalitarismus standhalten zu können.
    Doch in der Staatsform "Demokratie" findet sich nur zurecht, wer bereit ist zu lernen, die gewollte "Freiheit" mit zwangsläufig komplizierten Konstruktionen klug zu organisieren.
    Vereinfachende Gefühlsdemokraten mit ihren banalen Thesen von einer risikofreien Politik ohne Widersprüche, sind die Sterbehelfer der Demokratie.



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