Aufreger im Einsatz: Wenn Autos den Rettungsweg blockieren

Rückt die Feuerwehr aus, dann muss alles ganz schnell gehen. Doch oft sind die Zufahrten versperrt - das kostet Zeit. Das Ordnungsamt Niederwiesa will nun verstärkt kontrollieren.

Niederwiesa.

Als am Dienstagnachmittag vergangener Woche ein Schuppen und ein Bungalow am Jagdweg in Niederwiesa brannten, waren die freiwilligen Feuerwehren aus Niederwiesa und Lichtenwalde so schnell sie konnten zum Einsatzort geeilt.

Doch noch bevor die Einsatzkräfte am Ort des Geschehens waren, standen sie vor dem ersten Hindernis: Der Rettungsweg war von falsch geparkten Autos versperrt. Ein Aufreger für Einsatzleiter Matthias Emmerlich von der Niederwiesaer Wehr. Und kein Einzelfall, wie er betont. "An der Kleingartenanlage parken die Leute auch dort, wo es eigentlich nicht erlaubt ist. Bei den engen Straßen ist das ein Problem, wenn es schnell gehen muss", sagt er. "Manchmal habe ich das Gefühl, dass das vorausschauende Denken den Leuten abhanden gekommen ist. Es kann doch nicht sein, dass wir Kampagnen für die Rettungsgasse brauchen. Das lernt jeder in der Fahrschule", ärgert sich der Feuerwehrmann.


Auch andernorts kennen die Wehren die kritische Situation der versperrten Zufahrten. In Oederan zum Beispiel seien Einsätze im Plattenbaugebiet mitunter schwierig, wie Marco Schaffarschick, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Oederan sagt. "Das Gebiet ist schon eng, und für die Anwohner gibt es zu wenige Parkplätze. Da kann ich nachvollziehen, dass Autos auch mal falsch geparkt werden", sagt er.

Bisher seien die Feuerwehrmänner allerdings immer rechtzeitig zum Einsatzort gekommen. "Ich hoffe natürlich, dass ein Ernstfall im Einsatz nicht eintritt, denn dann haben wir ein Problem. Dann können wir nur versuchen, von der Gegenseite ranzufahren oder müssen notfalls alle Gerätschaften zu Fuß zum Brand bringen. Das kostet natürlich Zeit", erzählt er.

In der Altstadt von Augustusburg sind die Straßen ebenfalls eng. Parkende Autos behindern bei Einsätzen die großen Löschfahrzeuge. Stadtwehrleiter René Gläser ärgert sich über die versperrten Rettungswege. "Es kann schon heikel werden, wenn wir mit großen Löschfahrzeugen durch die engen Straßen müssen und Autos den Weg versperren. Dann verlieren wir Zeit und müssen besonders auf die Autos achten. Wir können ja nicht einfach durchfahren und die parkenden Fahrzeuge beschädigen", sagt er.

Doch oft sind der Wehr und der Stadt in solchen Fällen die Hände gebunden, wenn die Besitzer der Autos nicht reagieren. Das Ordnungsamt Niederwiesa könne nur regelmäßige Kontrollen durchführen und sei auf die Mithilfe der Anwohner angewiesen, wie Mitarbeiterin Heike Gerstmann erklärt. "Besonders am Jagdweg, wo die Straße eng und die Anzahl der Parkplätze begrenzt ist, werden wir noch verstärkter Kontrollen durchführen. Damit versuchen wir auch weiterhin, die Falschparker abzuschrecken", erklärt sie weiter.

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