Aus Sommermusik wird Musiksommer

Im vorigen Jahr hat Pascal Kaufmann eine junge Konzertreihe initiiert. Das Experiment glückte, und die Neuauflage ist viel mehr als eine Fortsetzung.

Augustusburg.

Mit dem ersten Augustusburger Musiksommer beginnt ab Ende Mai eine Konzertreihe, deren musikalische Qualität, Dichte und Vielfalt in der Region ihresgleichen sucht. Pascal Kaufmann (26), der seit gut einem Jahr Kirchenmusiker in Augustusburg ist, hat die Konzertreihe maßgeblich organisiert. Es ist mehr als die Fortsetzung seiner im Vorjahr initiierten Sommermusik, die an neun Samstagen im Juni und Juli jeweils zwei kurze 30-Minuten-Konzerte junger Musiker in der Stadtkirche bot, am Ende insgesamt knapp 2000 Besucher zählte und für viel Aufmerksamkeit über die Stadtgrenzen hinaus sorgte.

Der erste Augustusburger Musiksommer bietet wiederum zwei aufeinanderfolgende, 30-minütige Konzerte. Diesmal aber an zwölf Samstagen mit einer größeren Genrevielfalt, bekannten Namen und an wechselnden Veranstaltungsorten. So wird es am 1. Juni den Karneval der Tiere als Kinderveranstaltung geben, bei der Michael Trischan ("In aller Freundschaft") die Texte von Anna Elisabeth Doll zur vierhändigen Klaviermusik von Pascal und Markus Kaufmann rezitiert. Die Klavierkonzerte von Johann Sebastian Bach ziehen sich als roter Faden durch die Reihe. Diese Klavierkonzerte sind immer hörenswert, sagt Kaufmann, und zudem liege ihm diese Musik sehr nahe am Herzen. Die Sommergala des Lionsclubs auf der Waldbühne ist Bestandteil der Konzertreihe, im Musikkabinett von Jörg Einert sind am 6. Juli längst verblichene Komponisten live zu erleben, am 26. Juni gibt es Balladen unter Sternen im Park vor der Stadtkirche, verbunden mit einer Kunstausstellung im Lotterhof. Zum Abschluss des Musiksommers ist am 3.August eine Konzertnacht mit Singer- und Songwritermusik als Openair auf dem Markt geplant.

Der Augustusburger Musiksommer vereint die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde als Veranstalter mit der Stadt Augustusburg und dem Schloss als Unterstützer. Drei Konzerte finden in der Schlosskirche statt. Die Stadt fördert die Konzertreihe auch finanziell maßgeblich. Das Gesamtbudget ist weitaus höher als das der Sommermusik im vergangenen Jahr. "Wenn es gelingt, insgesamt etwa 3000 Besucher anzulocken, wäre ich sehr zufrieden, und der finanzielle Aufwand wäre damit wohl eingespielt."

In seinem ersten Jahr als Kirchenmusiker hat Pascal Kaufmann in Augustusburg mit seinen Ideen, seinen Kontakten zu Musikern und seinem beharrlichen Engagement für viel Begeisterung gesorgt. Mit seiner Verlobten ist er inzwischen von Dresden nach Lichtenau gezogen. Die viertel Stelle an der Dresdner Frauenkirche behält er jedoch vorerst. Den Augustusburger Musiksommer organisiert er neben seiner Halbtagsstelle als Kirchenmusiker - sozusagen ehrenamtlich. Er weiß, dass das keine Dauerlösung sein kann. "Aber es macht mir jetzt großen Spaß. Ich bekomme viel Unterstützung, und ich hänge mit dem Herzen an Augustusburg und an den Menschen hier", sagt Pascal Kaufmann.

Augustusburger Musiksommer vom 25. Mai bis zum 3. August, 14 Konzerte unterschiedlicher Genres (fast) immer samstags 15 und 17 Uhr. Das Gesamtticket für 30 Euro gibt es ab April in der Tourist-Info im Stadthaus Augustusburg, Telefon 037291 39550. Es gilt für alle Konzerte mit Ausnahme der Sommergala am 6. Juli auf der Waldbühne. Einzeltickets für 5 Euro/ermäßigt 3 Euro gibt es jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn an der Veranstaltungskasse. » www.augustusburger-musiksommer.de


Aller guten Dinge sind drei: Weitere Veranstaltungshöhepunkte in Augustusburg

Einweihung Anna-Garten: Gefeiert wird der neue Kräutergarten am Fuße der Schlossmauer am 4. und 5. Mai mit einem Naturmarkt an beiden Tagen in der Altstadt, dem Maibaumsetzen und einem Bürgerfrühstück - eine zweitägige Gartenparty als Stadtfest, sozusagen. Die offizielle Einweihung des Gartens ist für Samstag ab 15 Uhr geplant. Das Blechbläserquintett C-Brass aus Chemnitz musiziert. Danach beginnen Kräuterführungen. Am Sonntagvormittag finden am Stadthaus das Bürgerfrühstück und auf dem Markt das Maibaumsetzen statt.

Eierrollen auf dem Markt: Zum fünften Mal soll die einst als spontane Idee im Kulturförderverein entstandene Veranstaltung am Ostersonntag stattfinden. Mehrere hundert Besucher verfolgten in der Vergangenheit das Spektakel, bei dem 2018 insgesamt 200 Holz-Eier den Markt hinunter hoppelten. Es geht in mehreren Wertungsläufen darum, welches Ei es am weitesten bergab schafft. Dazu gibt es Essen und Trinken. Im Vorjahr wurde bei eisiger Kälte übrigens mehr Glühwein ausgeschenkt als zum Männelmarkt am dritten Advent.

Altstadt-Kunstfest: Die nun schon traditionelle Veranstaltung soll erneut am Pfingstsonntag stattfinden. Die Altstadt wird an diesem Tag zur großen Galerie. In Häusern und Hinterhöfen gilt es Kunst zu finden, davor gibt es Live-Musik. 17 Künstler und Kunsthandwerker beteiligten sich im Vorjahr, an dem seit 2011 vom Kulturförderverein gemeinsam mit anderen Vereinen der Stadt veranstalteten Fest. Ein Risikofaktor bleibt stets das Wetter, aber die Veranstalter hoffen nach dem Super-Sommer 2018 auf eine Schön-Wetter-Serie. (mbe)

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