Borstendorfer haben viele Ideen fürs Bad

Gemeinsam etwas tun. Das ist das Motto des Fördervereins für das Borstendorfer Bad. Dem "russischen Abend" sollen weitere Veranstaltungen folgen. Dabei ist es egal, wie lang das Becken ist.

Borstendorf.

Auch wenn es noch lang hin ist bis zur Saisoneröffnung, sind Falk Weber und seine Mitstreiter mit ihren Gedanken oft im Freibad. Erstmals aufgetaucht sind sie am 11. Dezember, als im Borstendorfer Freibad das elfte Türchen des Lebendigen Adventskalenders der Gemeinde Grünhainichen geöffnet wurde. Fast 300 Besucher waren an einem Mittwochabend bei gerade mal null Grad Lufttemperatur und zwei Grad im Wasser in das Bad gekommen. Mehr als an so manchen Sommertagen.

"Die Veranstaltung ist überwältigend gut angekommen und hat gezeigt, was alles gehen kann, wenn man etwas auf die Beine stellt", sagt Falk Weber mit Blick auf den "russischen Abend" in der Freizeitoase in der Dorfmitte. Der 35-Jährige ist Vorsitzender des Fördervereins Freibad Borstendorf. Und die feucht-fröhliche Sause unter dem Motto "Eisbaden, Sauna & Wodka - Abbaden 2019" war die erste große Aktion der erst wenige Monate zuvor gegründeten Truppe.

Die Idee, etwas zu unternehmen, was ein Freibad über Wasser halten kann, sei in der Diskussion um die geplante Verkürzung des 50-Meter-Beckens entstanden, so Weber. Um eine finanziell aufwendige Sanierung zu umgehen, hatte die Gemeinde im Vorjahr angekündigt, den Bereich mit den größten bautechnischen Mängeln mit einer Mauer abtrennen und auffüllen zu wollen. Damit soll das 1928 eröffnete Bad attraktiver und vor allem wirtschaftlicher gemacht werden.

Als dann Gegner dieses Vorhabens 600 Unterschriften im Ort für den Erhalt des 50-Meter-Beckens sammelten, sich in einer daraufhin vom Bürgermeister initiierten Gesprächsrunde im Bad zu möglichen Alternativen jedoch bedeckt hielten, sei es "an der Zeit gewesen, etwas zu tun", sagt Weber. 14 Tage später saßen er und acht andere Borstendorfer im Gasthof und haben den Förderverein gegründet.

"Wir sehen uns nicht als Druckmittel der Bürger, der Gemeinde eine Entscheidung aufzuzwingen. Unser Anspruch ist auch nicht, das 50-Meter-Becken unbedingt zu erhalten, sondern das Borstendorfer Bad. Dafür werden wir uns einsetzen - unabhängig davon, wie groß das Becken ist", stellt der Vereinschef klar. Zusammen mit der Gemeinde soll ein Zukunftskonzept erstellt und umgesetzt werden.

Der "russische Abend" soll also keine Eintagsfliege bleiben. Und Ideen, das Borstendorfer Bad für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren aus allen Gemeindeteilen und der Umgebung attraktiver zu machen, haben die Vereinsmitglieder einige: Nacht- und Seniorenschwimmen, Schwimm-Ferienlager, Sportveranstaltungen (Beachvolleyball, Tauchen, Aqua-Fitness), Themenabende, Wanderkino. "Dazu soll es in der Saison mindestens einen Bad-Erlebnistag geben", sagt Steve Mühl. So werden Förderverein und Jugendclub am 11. Juli zum Familientag mit "schottischem Abend" ins Freibad einladen. Mühl: "Hand in Hand ist vieles möglich."

Der 45-Jährige ist, wie er sagt, Ur-Borstendorfer und als Kind Stammgast im Bad gewesen. "Vor mehr als 90 Jahren haben Einwohner und Vereine in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden das Bad erbaut", erzählt Mühl. Engagement sei auch heute wieder gefragt.

Das Freibad ist nicht nur Liegewiese und Becken, sagt Vereinschef Weber, der im Gegensatz zum Gros seiner Mitstreiter erst seit zwei Jahren im Dorf wohnt. "Es ist vieles möglich, um das Bad nicht nur zu einem Treffpunkt für Borstendorfer zu machen, sondern für alle Grünhainichener und auch für Besucher aus den Nachbargemeinden", sagt der aus Chemnitz zugezogene Familienvater. Sanitärbereich, Kiosk und Beachvolleyballplatz seien auf dem neusten Stand.

Zu den neun Gründungsmitgliedern sind inzwischen sieben weitere Personen dazu gekommen. "Wir sind sehr gut aufgestellt, suchen aber immer Leute, die Ideen haben und sich einbringen wollen. In einem Förderverein gibt es viele Aufgaben", sagt Mike Zickmantel. Den Bau eines Sprungbretts zum Beispiel.

Grünhainichens Gemeinderat beschäftigt sich am Donnerstag ebenfalls mit dem Borstendorfer Freibad. "Wir haben die Statik des Beckenbodens berechnen lassen, um zu prüfen, ob der Einbau einer Mauer möglich ist. Das Ergebnis steht zur Diskussion", sagt Bürgermeister Robert Arnold.

Öffentliche Sitzung des Gemeinderates Grünhainichen am Donnerstag, 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Grünhainichen.


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