Coronadaten für jede Gemeinde

Mit 242 Neuinfektionen hat der Landkreis am Freitag einen neuen Tageshöchstwert erreicht. 155 Betroffene werden derzeit in mittelsächsischen Kliniken stationär behandelt, 17 von ihnen beatmet. Die Krankenhäuser appellieren an die Menschen in der Region, ihre Arbeit zu unterstützen - durch das Reduzieren von Kontakten und das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregelungen.

Die Krankenhäuser in Freiberg und Mittweida haben ihre normale Krankenversorgung wegen der Coronapandemie deutlich eingeschränkt. "Seit dem vergangenen Wochenende hat sich in unserem Haus die Lage weiter zugespitzt. Wir versorgen aktuell täglich zwischen 35 und 40 positiv auf Covid-19 getestete Patienten stationär", teilt Florian Claus als Geschäftsführer der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH (LMK) mit. Immer mehr OPs würden verschoben, so der LMK-Chef weiter. "Aktuell wird nur noch einer von drei OP-Sälen für Notfall- und nicht aufschiebbare Tumoroperationen betrieben."

Ähnlich sieht es in der Kreisstadt aus. Aktuell würden im Kreiskrankenhaus Freiberg täglich zwischen 50 und 60 an Covid-19 erkrankte Patienten stationär behandelt, berichtet Dr. Ulrike Träger. Auf der Intensivstation würden zumeist sechs davon beatmet, so die Sprecherin weiter: "Tendenz weiterhin steigend." Von vier OP-Sälen würden nur noch zwei genutzt, und auch nur für Notfallpatienten und nicht verschiebbare Operationen wie etwa bei Tumorpatienten.

Dennoch sei die personelle Situation in beiden Häusern angespannt, heißt es unisono. Trotz zahlreicher Vorkehrungen sei sowohl ärztliches als auch Pflegepersonal erkrankungs- oder quarantänebedingt reduziert. Durch die zeitweise Abmeldung von der Notversorgung habe sich das Notfallprogramm in Freiberg um etwa fünf Prozent reduziert, so Dr. Andreas Fichtner, ärztlicher Leiter Notfall- und OP-Management. "Wir verlegen außerdem Patienten regional und über die sächsischen Landesgrenzen hinaus."

In Mittweida sei der Pandemiebereich auf 44 Betten erweitert worden, so Geschäftsführer Claus. Auf einer weiteren Station würden in zehn Betten die Verdachtsfälle stationär betreut. Von den acht Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit seien am Donnerstag vier mit Covid-19-Patienten belegt gewesen, davon wurden zwei invasiv beatmet. In der Tagesklinik könnten zwar noch vier Intensivbetten zugeschaltet werden, dies sei jedoch aus personeller Sicht derzeit kaum leistbar.

"Angesichts dieser Entwicklung ist es uns besonders wichtig, die Mitarbeiter zu schützen. Das gesamte Team leistet derzeit Außergewöhnliches", so Claus. "Dafür sind wir sehr dankbar." In Abhängigkeit von der Art des Kontaktes würden wöchentlich oder monatlich Testungen bei den Mitarbeitern - auch ohne Symptomatik - durchgeführt. (jan/jl)


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