Das große Aufräumen im Gahlenzer Dorfmuseum

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Zwar können derzeit keine Besucher kommen. Doch ruhig ist es in der Kultureinrichtung nicht. Vielmehr werden jetzt große Vorhaben umgesetzt.

Gahlenz.

Coronabedingt bleiben Kultureinrichtungen allerorten derzeit verwaist. Ungeachtet der Schließzeit herrscht aber im Dorfmuseum Gahlenz hinter verschlossenen Türen Geschäftigkeit. "Wir haben alle Hände voll zu tun", sagt Leiterin Beate Mühl. "Klar würden wir gern Gäste in unserer Schau begrüßen und vermissen die Einnahmen. Andererseits gibt uns die verordnete Besucherruhe nun die Gelegenheit, ein seit geraumer Zeit geplantes Umbau- und Modernisierungsprojekt weiter voranzubringen."

Erstmals nach vielen Jahren wird das gesamte Gebäude-Ensemble samt seines Ausstellungsmaterials und im Depot verwahrter Objekte auf den Prüfstand gestellt. "Wir wollen Sachgebiete wie Getreide, Milch, Säen, Ernten, Landwirtschaftsgeräte und andere einem thematischen Check unterziehen. Alle Exponate werden gesichtet, bewertet und gegebenenfalls neu angeordnet", erklärt Mühl. Oft seien Sammelstücke wie Landtechnik oder bäuerliche Ausrüstungsteile an verschiedenen Standorten im Gebäudekomplex zu sehen, diese wolle man zusammen präsentieren. Zudem würden manche Sammelstücke doppelt gezeigt. Diese sowie kaputte Teile seien auszusortieren, andere zu reparieren. "Es sind auch Sammelbereiche unvollständig geblieben. So wollen wir beispielsweise die unterschiedlichen Wagen der Bauern an einer Stelle zusammenbringen und dort jeweils die verschiedenen Einsatzgebiete vorstellen", so Mühl. Zu oft sind die eingegangenen Dinge erst einmal nur abgestellt worden, erklärt die Museumsleiterin.

Ziel ist es auch, den einstigen Kuhstall, heute als kleines Café genutzt, touristisch zum Servicepunkt auszubauen. Ein Tresen mit einem Leitsystem für den Museumskomplex soll entstehen. Zu den Vorhaben gehöre auch, bessere Zugangsmöglichkeiten für Archivmaterial zu schaffen und dieses sorgfältiger zu pflegen. "Insgesamt werden die Umgestaltungsarbeiten auch unter dem Aspekt des barrierefreien Zuganges geschehen", erklärt Beate Mühl.

In insgesamt vier Etappen wollen die Gastgeber vom Gahlenzer Heimatverein das Vorhaben voranbringen, unterstützt von der Stadt Oederan. Ob Tenne, Pferdestall, Backhaus, Keller und Garagen - alle Bereiche werden ausgelüftet und umgestaltet. "Die fachliche und finanzielle Beratung kommt vom Sächsischen Landesamt für Museumswesen, welches unsere eingereichten Planungen bestätigt hat. Eine 80-prozentige Förderung wird in Aussicht gestellt", erklärt Beate Mühl. Mit dem Niederwiesaer Planungsbüro Helmstedt, Kluge & Rom habe man versierte Ausstellungsexperten an der Seite, die das aufgefrischte Museumskonzept erarbeitet haben. "Mit dem überarbeiteten Dachbodenbereich und der neu errichteten Remise sind bereits wichtige Vorhaben abgeschlossen worden. Aktuell haben wir mit dem Ausräumen der Scheune begonnen", sagt die Gahlenzerin.

Diese schweißtreibende Arbeit verrichtet Beate Mühl gemeinsam mit Heino Jäckel, dem vorerst einzigen coronakonform zugelassenem Mitstreiter. "Dabei haben wir bislang Exponate zu Tage gefördert, die nicht einmal wir kennen. Insofern hoffen wir auch auf die Hinweise und Tipps der Besucher", sagt die Gastgeberin.

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