Der Gold-Mann

Wenn es um Edelmetalle geht, macht Herbert Bennewitz aus Oederan so schnell keiner was vor. Schon seit 55 Jahren ist er selbstständiger Goldschmiedemeister.

Oederan.

Mit Gold und Silber kennt sich Herbert Bennewitz bestens aus. Wenn es um die Wertigkeit von Schmuckstücken, um die Einstufung von Edelsteinen oder um Feinunzen geht, macht dem 79-jährigen Oederaner niemand so schnell etwas vor.

In dieser Woche feierte Bennewitz den 55. Jahrestag als selbstständiger Goldschmiedemeister. "Meine Eltern und Großeltern waren in der Gastronomie tätig. Eigentlich sollte ich Koch werden", sagt Bennewitz, der auch heute noch gern kocht. Seine Eltern führten erst den Waldpark in Hohenfichte, bevor sie in Oederan den Ratskeller übernahmen. Der damalige Oederaner Goldschmied Hans Hartmann kam gelegentlich zum Essen. "Da kam eins zum anderen und ich habe ein halbes Jahr bei ihm gearbeitet", erinnert sich Bennewitz.

Danach ging es im Alter von 15Jahren in die Lehre bei der Goldschmiede Hartthaler in Chemnitz. Nach weiteren Stationen machte sich der Goldschmiedemeister 1962 selbstständig. Erst auf der Poststraße in Oederan und später ab 1972 in der Kleinen Kirchgasse, wo sich auch heute noch die Werkstatt und das Geschäft befinden. Weil es aber nun in straffen Schritten auf den 80. Geburtstag zugeht, übergab er sein Geschäft am Dienstag an seine Tochter Angela Klopp, die beim Vater in die Lehre ging und vor fast 40 Jahren Goldschmiedin lernte. "Der zweite Lehrling, den ich hatte, war dann mein Enkel", sagt Bennewitz. Und seine Tochter fügt schmunzelnd hinzu: "Wenn ich in der Lehre mal eine Einfassung nicht richtig sauber gearbeitet habe, hat mein Vati mit dem Hammer auf die Einfassung geschlagen und ich konnte noch mal von vorne anfangen."

Weil Angela Klopp heute hauptberuflich als Kosmetikerin arbeitet, öffnet sie die Goldschmiede nur noch Mittwoch nachmittags und Freitag vormittags. "Wir nehmen Reparaturen an und fertigen nach wie vor Schmuckstücke nach den Wünschen der Kunden", sagt die jetzige Ladeninhaberin.

Richtig urig sieht es in der Goldschmiedewerkstatt aus. Neben einem Schmelztiegel, einem Polier- und Kratzmotor, einer Ringerweiterungs- und Verengungsmaschine sowie einer Rentelmaschine, in der Trauringe gewalzt werden, steht ein Werktisch mit zig Utensilien für einen Goldschmied. "Vom Gießen über das Walzen bis hin zum Verarbeiten der Edelmetalle ist bei uns alles reine Handarbeit. Wir ziehen auch den Draht selber und legieren das Gold", sagt Herbert Bennewitz.

Im Laufe der vielen Jahre entstanden durch seine Hände viele Schmuckstücke. Die Ringe am Finger seiner Frau Elvira, mit der er seit 43 Jahren verheiratet ist, zeugen von seinem handwerklichen Talent. Aber auch großer Schmuck entstand in seiner Werkstatt. So hat er beispielsweise zusammen mit seiner Tochter Angela Klopp Ende der 1980er-Jahre die Amtskette der Stadt Oederan aus Gold und Silber gefertigt, die auch heute noch genutzt wird.

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