Die alte Mühle in Flöha verfällt weiter

Seit Jahren steht das Gebäude an der B 180 leer - der Zustand wird immer schlechter. Eine Sanierung steht aber nicht ins Haus.

Flöha.

Direkt am Ortseingang Flöha sticht das verfallene Gebäude ins Auge. Mauern, die direkt von der Straße aus zu sehen wären, fehlen teils - dafür bekommen Insassen vorbeirollender Autos einen Blick in das Innere des Gebäudes. Nun steht die alte Mühle online zum Verkauf. Der Preis liegt bei 79.000 Euro. Auch Vorschläge zur Verwendung werden in der Anzeige gemacht. So könnten die gut 1500 Quadratmeter Wohnfläche zu einer Seniorenunterkunft umgebaut werden. Doch für einen zeitnahen Umbau spricht derzeit nichts.

Die alte Mühle war einst ein prestigeträchtiges Gebäude; nun steht sie seit Jahren leer, wird nicht mehr genutzt, ist sich selbst überlassen. Das sieht man, obwohl es unter Kulturdenkmalschutz steht.


Bereits 2014 ordnete die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Auflagen an, um das Objekt zu sichern und mögliche Gefahren, auch für den angrenzenden Straßenverkehr, zu verhindern. Dafür mussten Teile des maroden Daches abgerissen werden und das Objekt vollständig umzäunt werden, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte. Der Eigentümer sei diesen Auflagen nachgekommen, hieß es. Aber das ist mittlerweile fünf Jahre her. Seither kontrolliert die Behörde den Zustand alle halbe Jahre.

Auch Flöhas Oberbürgermeister Volker Holuscha (Die Linke) sorgt sich um den Zustand. "Wir haben dem Eigentümer angeboten, ihn bei der Sanierung und Umgestaltung zu unterstützen und ihm bei der Fördermittelbeschaffung zu helfen. Das wurde allerdings abgelehnt", sagt er. Das Objekt zu kaufen, sei für die Stadt allerdings nicht die erste Option. Man habe in den vergangenen Jahren in andere Objekte und deren Sanierung investiert, beispielsweise in die ehemalige Buntpapierfabrik, wie Holuscha weiter sagt. Sollte es aber vom Eigentümer ein angemessenes Angebot für die alte Mühle geben, würde der Oberbürgermeister über den Kauf nachdenken. Der Versuch der "Freien Presse", Kontakt mit dem Eigentümer aufzunehmen, scheiterte. Mit Verweis auf den Datenschutz nannten die Behörden dessen Namen nicht. Die alte Mühle ist eng mit der Stadtgeschichte verwoben. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie bereits 1376. Zeitweise war sie Arbeitsstätte für 18 Müller; 1879 wurde die Mühle stillgelegt und Unterkunft für Arbeiter der nahegelegenen Baumwollspinnerei. Als Wohnhaus fungierte das Gehöft auch zu DDR-Zeiten und nach der Wiedervereinigung. Doch nun steht das Objekt seit mehreren Jahren leer.

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