Eigene musikalische Wege statt Schlagersternchen für Bohlen

Madeleine Oehme hat bei ihren Auftritten für das Sommertheater Falkenau das Publikum begeistert. Jetzt will sie ihren Traum, mit dem Gesang Geld zu verdienen, wahr machen. Dafür hat sie auch einem bekannten TV-Star einen Korb gegeben.

Falkenau.

Wenn Dieter Bohlen auf seinem Stuhl hinter dem Jury-Pult Haltung annimmt, weiß der geübte Zuschauer: Jetzt hat eine schöne Frau den Raum betreten. Bei einer Kandidatin der letzten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" hätte der ehemalige Pop-Sänger, der heute Chef diverser Jurys bei verschiedenen Castingshows ist, sicherlich Schnappatmung bekommen - vorausgesetzt, die junge Frau hätte das dargeboten, was man von ihr verlangt hatte.

Madeleine Oehme stand vor der Jury um Bohlen, sang dort aber das falsche Lied. Statt Schlager gab sie "Zu dir" von Sängerin Lea zum Besten. "Xavier Naidoo hat es gefallen, aber das hat niemanden interessiert. Ich sollte ein Schlagersternchen werden, weil ich aussehen würde wie Helene Fischer", sagt die 22-jährige Falkenauerin. Dass sie optisch zum Star taugt, ist unbestritten. Doch musikalisch wollte sie sich nicht verbiegen lassen. "Mein Auftritt ist nicht einmal im TV gezeigt worden", sagt Madeleine Oehme.

Das Erlebnis bei der TV-Sendung, dazu der stressige Arbeitsalltag als Kauffrau im Außendienst - mit der Karriere als Musikerin hatte die Falkenauerin im Sommer dieses Jahres wenig am Hut. Ihren Frust über die aus ihrer Sicht verlogene Welt der Castingshows schrieb sie im Theaterstück "Alles nur Show" nieder, das die Hobbytruppe des Falkenauer Sommertheaters im September aufführte. Madeleine Oehme schrieb das Drehbuch und führte Regie, womit sie in die Fußstapfen ihres Stiefvaters, Theatergründer Silvio Neumann, trat.

Die Aufführung wurde für das Sommertheater zum großen Erfolg und für die Hauptdarstellerin zum Wendepunkt in ihrem Leben. "Wie wir in der Truppe gemeinsam gearbeitet und gefeiert haben, hat mir meine Energie zurückgebracht", sagt Madeleine Oehme. "Ich habe nach der Aufführung beschlossen, dass ich das machen werde, was ich machen möchte: Auf der Bühne stehen und singen." Erste Lieder hat sie bereits geschrieben, auch einen Künstlernamen hat sie sich zugelegt. Als Chazarah Rubi betreibt sie im Internet Social-Media-Kanäle und veröffentlicht Videos, in denen sie bekannte Lieder covert oder eigene Stücke singt. "Die Tonqualität ist nicht die beste, aber das soll sich bald ändern. Ich werde in ein Tonstudio gehen und meine Lieder einsingen. Darauf freue ich mich schon sehr", sagt Madeleine Oehme.

Perspektivisch will die Falkenauerin versuchen, irgendwann von der Musik leben zu können. "Ich weiß, dass das sehr schwer ist, aber ich will es versuchen. Denn ich will nicht noch einmal merken, dass ich mit meinem Leben einfach nicht zufrieden bin", sagt sie. Vielmehr sieht sie sich mit eigenen Liedern auf kleineren Bühnen oder bei verschiedenen Anlässen. "Ich habe auch schon auf Hochzeiten oder bei Empfängen gesungen. Das kann gern mehr werden", sagt sie. Interessenten könnten sich einfach in den sozialen Netzwerken melden.

Am Sonntag wird Madeleine Oehme aber erst einmal wieder mit ihren Mitstreitern des Falkenauer Sommertheaters auf der Bühne stehen. "Weihnachten im Kanzleramt" heißt das diesjährige Weihnachtsstück, das die Schauspieltruppe in der Rochhausmühle Grünhainichen aufführen wird. "Ich hoffe, dass ich singen kann", sagt sie und lacht. "Ich war in den vergangenen Tagen krank und klinge gerade wie Bonnie Tyler."

 

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