Ein Vierteljahrhundert Meister seines Fachs

18 Gas- und Wasserinstallateure sind mit dem Silbernen Meisterbrief geehrt worden - auch Lutz Müller aus Niederwiesa, dessen Branche vor Herausforderungen steht.

Niederwiesa.

Vor einem Vierteljahrhundert hat Lutz Müller aus Niederwiesa als Gas- und Wasserinstallateur seinen Meister gemacht. Gemeinsam mit 121 anderen Handwerkern, die ebenfalls vor 25 Jahren den Meisterbrief erhielten, wurde er dafür jüngst von der Handwerkskammer Chemnitz mit dem Silbernen Meisterbrief geehrt. Im Sommer vor 25 Jahren hat Lutz Müller den Meister als Gas- und Wasserinstallateur absolviert und sich einige Wochen später mit einer eigenen Firma im Ort selbstständig gemacht. Ein Jahr später hielt er schon den zweiten Meisterbrief: als Zentralheizungs- und Lüftungsbauer. "Diesen Meister habe ich über die Abendschule absolviert", so der Niederwiesaer.

"Der Anfangsboom in der Branche hielt sich bis etwa ins Jahr 2000. Ich hatte damals sieben Angestellte", sagt Müller. Dann ging es aber bergab mit den Aufträgen. "Die Leute hatten seit der Wende viel neu- oder umgebaut. Es war quasi erst einmal alles neueingerichtet; deshalb gingen die Aufträge zurück. Leider musste ich in dieser Zeit dann Mitarbeiter entlassen", sagt der 56-Jährige. Seit etwa vier Jahren geht es für ihn und auch Berufskollegen wieder bergauf. "Die Auftragsbücher sind voll. Das Problem ist nur, dass wir zwar jetzt sehr viele Aufträge annehmen könnten, uns aber schlicht die Fachkräfte fehlen", sagt der Handwerkermeister. "Ich habe jetzt in den Büchern einen Vorlauf von einem Vierteljahr".

Hauptsächlich arbeiten er und seine zwei Mitarbeiter auf Baustellen in Chemnitz. "Etwa 20 Prozent der Arbeiten fallen hier in der näheren Umgebung an, 80 Prozent in Chemnitz", sagt Müller. Sein Hauptgeschäft liegt im Bäderumbau. "Wir bieten auch viel Komplettumbau für Bäder an." Mit einem lockeren Verbund von Trockenbauern, Fliesenlegern, Malern und Elektrikern, mit denen er sich zusammentat, schuf er sich hier ein festes Standbein. Auch das Thema "Wärmepumpen" wird immer mehr angefragt.

"Leider geht ein sehr guter Mitarbeiter nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit jetzt bald in Rente", sagt Müller. Händeringend suche er deshalb schon länger einen neuen Mitarbeiter und habe sich schon an verschiedene Stellen gewandt - bislang ohne Erfolg.

Seinen letzten Lehrling hat er vor 15 Jahren ausgebildet. Auch damit sehe es in der Branche lange schon schlecht aus. "Ich finde es gut, dass man die Meisterpflicht in einigen Handwerksberufen wieder einführen will. Nur so bekommt man auch wieder mehr fähige Lehrlinge, die das jeweilige Handwerk richtig ausüben können", sagt Müller. Er sei auch dafür, in noch mehr Handwerksberufen die Meisterpflicht (wieder-) einzuführen.


Schwankendes Interesse

Der Beruf, den Lutz Müller einst lernte, heißt heute Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Es ist laut Handwerkskammer Chemnitz beliebt und in den letzten Jahren in der Lehrstellenstatistik immer unter den TOP 5 gewesen.

Die Anzahl der Personen, die diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, schwankt: 2015: 79, 2016: 68: 2017: 78, 2018: 108.

Zu Meistern im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik wurden weiterqualifiziert im Kammerbezirk Chemnitz: 2014: 30, 2015: 1, 2016: 25, 2017: 10, 2018: 11. (cdo)

(Quelle: Handwerkskammer

Chemnitz)

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