Erzgebirger rocken Riesa

Der Enduro-WM-Lauf war ganz nach dem Geschmack von Fahrern, Fans und Veranstaltern. Das machte bei einem Helfer aus Hennersdorf und einem ehemaligen Fahrer aus Eppendorf Appetit auf mehr.

Eppendorf/Hennersdorf.

Bananen-Ei war genau das Richtige nach dem Kraftakt und der Aufregung am Vorabend in Riesa. "Das ist eine Art Rührei mit Bananenstückchen", beschreibt Marcel Teucher aus Thermalbad Wiesenbad das fürs Erzgebirge untypische Frühstück. Zubereitet hat es Blake Gutzeit.

Der 24-Jährige ist Südafrikaner, Enduro-Profi und Wahlerzgebirger. Zwischen den Rennen bezieht der Weltenbummler Quartier bei seinem Kumpel und Teamgefährten. Am Wochenende waren beide in Riesa am Start - Gutzeit in der Super-Enduro-Weltmeisterschaft, Teucher mischte im Europa-Cup mit. "Blake ernährt sich sehr gesund, hat sich ganz auf den Sport ausgerichtet", berichtet sein 32-jähriger Gastgeber. Dass sich diese Lebensweise lohnt, hat der in Port Shepstone an der Südküste Südafrikas geborene, großgewachsene Blondschopf am Samstagabend gezeigt. Mit Rang 5 war der Juniorenweltmeister von 2017 nicht weit entfernt von Podestplätzen. Unterstützt wurde das Duo an der Elbe von einer Handvoll Helfer. Allen voran der aus Zschopau stammende Mechaniker Kevin Helbig. Zum Fanclub, der bereits am Nachmittag in der Halle für Stimmung sorgte, gehörte auch Gutzeits südafrikanische Freundin Kate Opperman. Gesponsert wird das Grenzgänger-Team von einem gleichnamigen Online-Shop, der Motorradbekleidung vertreibt. Als Gegenleistung sind die Geländefahrer mit ihren Maschinen auf Youtube, Facebook und anderen Social-Media-Kanälen unterwegs. Dieter Fröhner war wie Jens Horn ehrenamtlich vor Ort. Die Haudegen aus der Zschopauer Sturm-Truppe betreuten die Fahrer Florian Görner (Scharfenstein) und Louis Richter (Pockau). "Freitagabend haben wir die Box im Fahrerlager eingeräumt, dann ging's nach Hause und am Morgen wieder hin", berichtet Fröhner, der seit über 20 Jahren zum Team gehört und trotz gesundheitlicher Probleme zur Stange hält. Im Gegensatz zu Geländefahrten hatte der 65-Jährige in Riesa die Möglichkeit, das Geschehen auf der Strecke zu verfolgen. "Das war eine Augenweide, mit welcher Körper- und Motorradbeherrschung die Top-Fahrer die Hindernisse meistern", so der Hennersdorfer. Gestaunt habe er auch, als nach dem Training an den Motorrädern des KTM-Werksteams noch neue Reifen aufgezogen wurden. "Da habe ich vor Schreck gleich bei uns geschaut, ob die Reifen auch runter müssen. Aber da waren sogar noch Borsten dran", so Fröhner.

Privat, aber auch ein bisschen beruflich verfolgte Mirko Knorr das Treiben im Fahrerlager und auf dem Parcours. Schließlich wollte sich der 42-Jährige davon überzeugen, dass er das Fahrwerk von Louis Richters Motorrad richtig abgestimmt hat. Denn beim Super-Enduro spielen Einstellung und Abstimmung von Gabel und Dämpfer eine noch wichtigere Rolle. Der ehemalige Geländefahrer, der seine Laufbahn vor 15 Jahren beendet hat, fungiert, wie er schmunzelnd sagt, "als linke Hand" von Bert Meyer. Der Fahrwerksspezialist aus Schönbrunn, der auf Honorarbasis für den KTM-Ausrüster WP Performance Systems als Entwicklungsingenieur arbeitet, hat Verstärkung für seine Firma gesucht - und mit dem Eppendorfer den richtigen Fachmann gefunden.

Zur Siegerehrung im ausverkauften Hexenkesselstanden auch zwei Erzgebirger auf der Bühne: Veranstalter Daniel und Tobias Auerswald von der Eventmanufaktur Auerswald. "2021 rocken wir die Halle erneut", blickte Auerswald auf die Auflage am dann 9. Januar voraus.


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