Feuer fraß sich hoch bis zum Dach

Die Einsatzkräfte von sieben Wehren mussten beim Großbrand gestern koordiniert werden. Nichts Ungewöhnliches, trotzdem war's eine Premiere.

Augustusburg.

Ein Großbrand in Augustusburg hat gestern Nachmittag Feuerwehrleute bis an ihre Grenzen gefordert. 15.23 Uhr waren die Einsatzkräfte alarmiert worden: Im alten Rittergut, nahe des Sport- platzes, war in einem Gebäude ein Feuer ausgebrochen. Vermutlich brannte ein dort abgestellter Pkw wegen eines Defektes aus.

Eine schwierige Situation: "Das Feuer hatte sich bis hoch ins Dach durchgefressen. Es bestand Einsturzgefahr beim Geschossboden, der war durchgebrannt", sagte Michael Winkler. Der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Augustusburg leitete den Einsatz. Ein Löschangriff über das Gebäude war demzufolge ausgeschlossen, man musste übers Dach an den Brandherd.

Michael Winkler, der das Vorgehen von schätzungsweise 50 Einsatzkräften der Feuerwehren Augustusburg, Erdmannsdorf, Hennersdorf, Hohenfichte, Flöha, Schellenberg und Zschopau koordinierte, war zufrieden. Das Zusammenspiel habe sehr gut funktioniert. "Wir sind ja nicht das erste Mal zusammen im Einsatz gewesen. Aber eine Premiere gab es doch: Die Drehleiter der Zschopauer und deren Tanker waren bei uns zum ersten Mal mit dabei." Das werde zur Normalität, so der Augustusburger Wehrleiter. Die Koordinierung der Wehren erfolgt über die Leitstelle Chemnitz. Dort wird bei der Alarmierung entschieden, wer den kürzesten Weg zum Einsatzort hat. Kreisgrenzen sind sozusagen Vergangenheit.

Die Löschwasserzufuhr über die Hydranten sei durchgängig gesichert gewesen, sagte der Einsatzleiter. Und beim Zusammenstellen der Trupps achtet Michael Winkler akribisch darauf, dass sie immer aus einem erfahrenen und einem jungen, meist doch eher unerfahrenen Feuerwehrmann bestehen. Davon profitieren beide. Denn hier mussten Trupps unter schwerem Atemschutz löschen. Je nach Kondition reicht die Atemluft beim Löschangriff 20 bis 25 Minuten. Weil keine Bergearbeiten nötig waren, wurde es nicht ganz so schwer.

Nicht unerheblich sei jedoch die Gefahr eines Flashovers gewesen. Das heißt, es ist nicht auszuschließen, dass das Feuer durchzündet und schlagartig ein Vollbrand entsteht. Eine Situation, auf die die Feuerwehrleute vorbereitet sein müssen. Mit der Wärmebildkamera mussten weitere Glutnester aufwändig gesucht und gelöscht werden, was den Einsatz in die Länge zog. Doch nach gut anderthalb Stunden konnte der Augustusburger Entwarnung geben. Das Feuer war erfolgreich bekämpft und nur noch eine Nachkontrolle nötig.

Ersten Angaben zufolge wurde beim Großbrand niemand verletzt. Der Besitzer des Pkw konnte jedoch nur noch zur Kenntnis nehmen, dass sein Fahrzeug, auf das er keine Versicherung mehr hat, ausbrannte. Doch die Feuerwehrleute verhinderten, dass die Flammen auf weitere Teile des Hofes und dort abgestellte Fahrzeuge übergriffen. Nötig war nicht nur viel Löschwasser, sondern auf viel Trinkwasser für die Einsatzkräfte. Vor deren Agieren man bei den jetzigen Temperaturen nur den Hut ziehen kann. Damit sich die Retter aber, deren Kreislauf allein schon wegen der schweren Einsatzkleidung hohen Belastungen ausgesetzt ist, nicht noch selbst in Gefahr bringen, war in Augustusburg der Rettungsdienst mit mehreren Sanitätern zur Absicherung angefordert worden. Die Brandursache zu ermitteln ist nun die Aufgabe der Spezialisten der Polizei. (mit bemä)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...