Feuerteufel vom Fürstenwald durch Videofalle geschnappt?

Die Vorwürfe von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen den Verdächtigen sind in einem Fall erstaunlich detailliert

Freiberg.

Die Serie von Brandstiftungen scheint gestoppt: Seit der Verhaftung eines 71-Jährigen vor drei Wochen hat es in dem Waldstück im Norden Freibergs keinen Feuerwehreinsatz mehr gegeben. Steffen Jankowski fasst die bisherigen Erkenntnisse zusammen.

Die Polizei hat am 6. Juni 2019 einen 71-jährigen Mann verhaftet. Was wird ihm vorgeworfen?


Der Senior steht im dringenden Verdacht, mindestens dreimal im Fürstenwald nahe der B 101 gezündelt zu haben. Wie aus einer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft hervorgeht, soll er am 15. August 2018 in der Nähe eines Waldparkplatzes einen auf dem Boden liegenden Ast derart entzündet haben, "dass dieser und das umliegende Laub selbstständig weiterbrannten. Ähnliches wird ihm für Vorfälle vom 30. April und 4. Juni dieses Jahres vorgeworfen.

Wodurch ist der Mann in Verdacht geraten?

Laut Polizeidirektion Chemnitz geriet der Mann erstmals ins Visier der Ermittler, als er an Brandorten gesehen worden war. In akribischer Arbeit hätten Kriminalisten des Polizeireviers Freiberg dann unter anderem Brände auf Zusammenhänge geprüft, Vergleichsreihen geschaffen und Erkenntnisse gebündelt.

Ist der Mann auch von Überwachungskameras erfasst worden?

Diese Frage lässt Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart unbeantwortet. Auf Antrag der Chemnitzer Staatsanwaltschaft war ein richterlicher Beschluss ergangen, der der Polizei eine Videoüberwachung für einen örtlich und zeitlich eng begrenzten Bereich gestattet hatte.

Wo und wann waren die Kameras im Einsatz?

Die Überwachungstechnik war in grauen "Starenkästen" versteckt, die an Baumstämmen unweit des Parkplatzes an der B 101 gegenüber der Straße Am Forsthaus befestigt worden waren. Entlang des Weges war es wiederholt zu Feuerwehreinsätzen gekommen. Der Leiter des Polizeireviers Freiberg hatte bestätigt, dass die Ermittler das Videogebiet anhand der bisherigen Brandorte abgesteckt hätten. Dem Polizeioberrat zufolge waren die Kameras Ende September 2018 bereits wieder abgebaut. Vom zeitlichen Ablauf her könnten Bilder der Brandstiftung am 15. August 2018 zu diesem Material gehören. Dafür spricht die detaillierte Schilderung des Vorfalls.

Wie hoch ist der Schaden durch die Brandstiftungen und ist jetzt endlich Schluss damit?

Wie viele Einsätze die Freiberger Feuerwehr in den vergangenen fünf Jahren im Fürstenwald hatte, ließ die Stadtverwaltung bis gestern ebenso unbeantwortet wie die Frage nach der Höhe des Schadens. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten "einige zehntausend Euro" geschätzt. Laut Revierleiter Thomas Vogel hatte es allein 2017 in dem Waldstück zehnmal gebrannt. In den gut drei Wochen, die der Verdächtige bislang in Untersuchungshaft sitzt, ist kein weiterer Brand im Fürstenwald bekannt geworden. mit fhob/hh

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