Feuerwehr: Klein-Klein kann das Aus bedeuten

Mit der Idee, zwei von vier Ortsteilwehren aufzulösen, hat in der Gemeinde Leubsdorf eine Grundsatzdebatte begonnen. Dabei soll es nicht bleiben.

Leubsdorf.

Die Gemeindefeuerwehr Leubsdorf steht vor einer grundlegenden Umstrukturierung. Dass sie selbst einen Notfallplan benötigt, wird seit Sommer im Dorf heftig diskutiert: Man denke sogar darüber nach, zwei von vier Ortsteilwehren aufzulösen. Mit diesen Worten zur Gemeinderatssitzung hatte Gemeindewehrleiter Falk Berger im August wirkungsvoll Alarm geschlagen. Nun wird ein neuer Brandschutzbedarfsplan erarbeitet. Zur jüngsten Sitzung erteilte der Gemeinderat einem Unternehmen aus Wilsdruff dafür den Auftrag. Kosten: etwas mehr als 11.000 Euro.

Die Situation ist kompliziert: Wegen sinkender Mitgliederzahlen haben die Ortsfeuerwehren in Hohenfichte und Marbach beispielsweise werktags große Probleme, die Tageseinsatzbereitschaft zu gewährleisten. Heißt: Es sind nicht genügend Feuerwehrleute im Dorf, um ausrücken zu können. Getan werden muss aber unbedingt auch etwas für die Arbeitsbedingungen der freiwilligen Helfer. Das Marbacher Feuerwehrdepot entspricht mit den sanitären und sozialen Einrichtungen absolut nicht mehr den heutigen Ansprüchen.

Auch der Fuhrpark der Gemeindewehr hat seine besten Zeiten hinter sich. So steht in der Garage der Ortsfeuerwehr Hohenfichte ein Fahrzeug vom Typ Robur, das zu DDR-Zeiten gebaut wurde und nur noch mit einer Sondergenehmigung genutzt werden darf. Immerhin ist dafür jetzt ein neues Auto bestellt worden.

Die Wehrleitung ging deshalb in die Offensive. "Wir möchten keinesfalls etwas von oben diktieren, sondern wollen jedes Feuerwehrmitglied auf dem Weg mitnehmen und seine Meinung hören", sagt Gemeindewehrleiter Falk Berger. Erste Gedanken seien in den vier Ortswehren diskutiert worden.

Für den Auftrag, einen Brandschutzbedarfsplan zu erarbeiten, hatten vier Angebote vorgelegen, die sich zum Teil erheblich unterschieden. "Bei der Auswahl spielten nicht nur die finanziellen, sondern auch die fachlichen Aspekte eine Rolle", erklärte Leubsdorfs Bürgermeister Dirk Fröhlich (CDU) zur Sitzung am Dienstag. Man habe sich deshalb auch den Rat des Gemeindewehrleiters eingeholt.

Mit dem Bedarfsplan soll nun beispielsweise eine Bestandsaufnahme der Technik erfolgen. Erfasst wird beispielsweise auch, wo es in Leubsdorf und den Ortsteilen Löschwasserentnahmestellen gibt. "Der bestehende Plan stammt aus den 1990er-Jahren und wurde danach immer nur punktuell überarbeitet. Dass jetzt ein neues Papier aufgestellt wird, ist enorm wichtig. Schließlich sind die Anforderungen an uns auch deutlich gestiegen", sagte Gemeindewehrleiter Falk Berger.

Intensiviert werden soll die Kooperation der vier Ortswehren. Derzeit laufe eine Befragung der Kameraden, um einen einheitlichen Tag für eine gemeinschaftliche Ausbildung zu finden. Ziel sei es zunächst, die praktischen Dienste vor allem in den Sommermonaten gemeinsam durchzuführen.

Wie notwendig eine immer engere Zusammenarbeit zwischen den Ortswehren künftig ist, habe sich unter anderem beim jüngsten Brand gezeigt: Beim Großbrand in Hohenfichte - dem Mitte September auf einem abgeernteten Feld 1500 Strohballen zum Opfer fielen - koordinierte Falk Berger als Einsatzleiter das Vorgehen von 60 Einsatzkräften von elf freiwilligen Feuerwehren. (mit ka)

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