Freiberger Senior wegen Missbrauchs angeklagt

Landgericht durchleuchtet Familienverhältnisse des Angeklagten

Chemnitz/Freiberg.

Seit nunmehr vier Monaten muss sich ein 69-jähriger Freiberger vor dem Landgericht Chemnitz wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner im Jahr 2007 geborenen Enkelin verantworten. Den Tatvorwürfen der Staatsanwaltschaft zufolge, vertreten durch Staatsanwältin Marita Recken, soll er das Mädchen in der Zeit von Oktober 2014 bis Februar 2017 insgesamt elfmal zu sexuellen Handlungen benutzt oder veranlasst haben. Darunter seien auch besonders verwerfliche Fälle wie das Eindringen in den Körper des kleinen Kindes gewesen, heißt es in der Anklageschrift.

Am bereits zehnten Verhandlungstag hörte das Gericht eine Halbschwester des Opfers. Sie berichtete, dass das Verhältnis innerhalb der Familie stets sehr angespannt gewesen sei, speziell zwischen ihrer Mutter und der Frau des Angeklagten. Es habe des Öfteren Streit gegeben, meist aufgrund der Kinder. Das Verhältnis zum Opa sei hingegen immer gut gewesen. Sie habe nie das Gefühl gehabt, dass da etwas nicht richtig laufe.

Außer ihrer Mutter habe niemand jemals über mutmaßliche Verfehlungen und Besonderheiten ihres Opas gesprochen. Ihre angeblich von ihm missbrauchte Schwester sei immer gern bei ihm gewesen. Sie habe nie beobachtet, dass er sich um deren Nähe bemühte, sondern ihre kleine Schwester habe sich um ihn bemüht.

Das Verfahren soll am 28. Februar und am 15. März mit der Anhörung weiterer Zeugen fortgeführt werden.

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