Für Radler: Nadelöhr-Ampel bekommt längere Grünphasen

Bislang dürfen Radfahrer die einspurige Engstelle auf der B 180 zwischen Erdmannsdorf und Kunnersdorf nicht passieren. Nicht nur das soll sich in Kürze ändern.

Kunnersdorf.

Es gibt gleich zwei gute Nachrichten für Radfahrer: Das Durchfahrtsverbot an der Engstellenampel der B 180 zwischen Erdmannsdorf und Kunnersdorf wird demnächst aufgehoben. Zuerst aber muss die Grünphase der Ampel verlängert werden, sodass Radfahrer ohne Sprinteinlage die Distanz bewältigen können. Die Entscheidung, das Durchfahrtsverbot für Radfahrer aufzuheben, ist Resultat einer Verkehrsschau mit Vertretern des Landesamts für Straßenbau und Verkehr, des Landratsamts, der Polizei sowie der Stadtverwaltung von Augustusburg.

Anlass für die Verkehrsschau war eine Unterschriftensammlung, mit der Kunnersdorfer die teils gefährlichen Situationen für Radfahrer und Fußgänger beklagt hatten. Horst Neumann, einer der Initiatoren, spricht von mehr als 200 Unterzeichnern. Ein Schwerpunkt der Beschwerde war neben der Situation an der Engstellenampel auch die Bushaltestelle "Gasthof Zschopautal" in Kunnersdorf. Vor allem in Fahrtrichtung Erdmannsdorf ist an der Haltestelle so wenig Platz, dass Wartende Neumann zufolge mitunter auf der Fahrbahn der B 180 stehen. Die Haltestelle soll verlegt werden, sagt die Sprecherin des Landesamts für Straßenbau und Verkehr, Isabel Pfeiffer.


Die Behördensprecherin sagt auch, dass die Situation an der Engstellenampel zwischen Kunnersdorf und Hennersdorf erst bei der Verkehrsschau zum Thema wurde. Seit Anfang des Jahres ist der bis dahin geduldete Gehweg auf dem Streifen zwischen den Schutzplanken gesperrt, nachdem Risse im Asphalt und im Hang festgestellt wurden und Messungen ergeben haben, dass ein Abbrechen der Uferböschung zur Zschopau hin nicht ausgeschlossen werden kann. Die Sperrung des Randstreifens für Fußgänger bleibe bestehen, sagt Isabel Pfeiffer. Die Stadtverwaltung von Augustusburg soll jetzt aber zwei Alternativvarianten für eine fußläufige Verbindung prüfen. Zum einen geht es um den Wanderweg, der oberhalb der B 180 den Steilhang entlangführt, und zum anderen geht es um den Wanderweg, der von der ehemaligen Baumwollspinnerei in Erdmannsdorf durch den Wald und entlang der Bahnstrecke bis zum Kunnersdorfer Brückenweg führt. Der Augustusburger Bürgermeister Dirk Neubauer (SPD) bestätigt, dass die Verwaltung beide Varianten prüfen wird, wobei er darauf verweist, dass der Weg entlang des Steilhangs über Privatgrundstücke führt und nicht öffentlich gewidmet sei.

Ein Ende der Engstelle, wo seit nunmehr fast 13 Jahren der Gegenverkehr per Ampel geregelt wird, ist nicht in Sicht. Zwar hat die Landesdirektion Sachsen kürzlich angekündigt, dass bis Jahresende ein Planfeststellungsbeschluss - Baurecht - zu erwarten sei. Aber das Landesamt für Straßenbau und Verkehr rechnet mit einer Klage gegen den Ausbau des rund 1,2 Kilometer langen Abschnitts zwischen der Chemnitzer Straße in Erdmannsdorf und dem Abzweig ins Sternmühlental. Sollte es dazu kommen, könnte zunächst mit dem innerörtlichen Abschnitt begonnen werden. Auf diese Variante drängt zumindest die Stadt Augustusburg, die ihren Eigenmittelanteil für Gehweg und Straßenbeleuchtung von Haushalt zu Haushalt mitschleppt.


Chronologie einer langen Ausbau-Planung

Nach dem Jahrhunderthochwasser im August 2002 wurden auf der B 180 zwischen Kunnersdorf und Erdmannsdorf Schäden festgestellt. Die Straße wurde deshalb kurzzeitig sogar gesperrt.

2004 waren die ersten Vorentwürfe für den Ausbau der Straße fertig. Es wurde zunächst ein Straßenausbau ohne Geh- und Radweg geplant. Daraufhin erhob die Stadt Augustusburg Einspruch und forderte einen Gehweg, um die fußläufige Verbindung zwischen Erdmannsdorf und Kunnersdorf zu sichern. Die Planungen wurden überarbeitet. Fortan war die Stadt Augustusburg mit im Boot, weil sie die Kosten für den Gehweg und die Straßenbeleuchtung übernehmen muss.

Mitte 2006 waren die Straßenschäden schließlich so gravierend, dass der Fahrzeugverkehr im Oktober 2006 auf nur eine Spur begrenzt und eine Ampel aufgestellt wurde. Mit dem einspurigen Verkehr wird die Gesamtlast auf den instabilen Hang verringert.

Für 2018 wurde schon einmal ein Baubeginn angekündigt. Daraus wurde nichts, da die Pläne nochmals geändert werden mussten. Hintergrund war die Straßenentwässerung. Die korrigierten Planungsunterlagen wurden erneut öffentlich ausgelegt, Einwände abgewogen. Das Verfahren steht nun vor dem Abschluss. Im letzten Quartal 2019 rechnet die Landesdirektion als Genehmigungsbehörde mit Baurecht. (mbe)

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