Gastronom träumt von der "Amici"-Kette

Besar Iseni hat kürzlich das Restaurant "Amici" in Hohenstein-Ernstthal eröffnet. Nicht nur der Restaurant-Name ist in Oederan bekannt.

Hohenstein-Ernstthal/Oederan.

"Ich bin gleich soweit!" Wer sich länger mit Besar Iseni unterhalten möchte, muss den 31-jährigen Restaurant-Inhaber erst mal zu fassen bekommen. Geschäftig läuft er von der Küche zur Kasse, von Gästen zu Lieferanten. Für alle hat er freundliche Worte übrig, aber nicht zu viele - keine Zeit. Als er endlich an einem Tisch vor seinem Restaurant "Amici" in Hohenstein-Ernstthal sitzt, raucht er eine Marlboro und versucht, schnell alle Fragen zu beantworten.

Iseni hat im Mai das erste Haus am Platz in Hohenstein-Ernstthal übernommen: Das Restaurant im Hotel "Drei Schwanen". Er hat es "Amici" genannt und serviert italienische Küche. Der gelernte Kellner mit mazedonischen Wurzeln weiß, was den Leuten schmeckt. Seine Familie blickt auf eine Tradition in der Gastronomie zurück: Opa Medi arbeitete schon in Restaurants, als Mazedonien noch Teil Jugoslawiens war. Vater Muzafer führte zahlreiche Häuser, er war schon vor 40 Jahren in die DDR gekommen. Besar Iseni - selbst seit 1988 in Deutschland - hat mit dem "Amici" in Hohenstein-Ernstthal sein fünftes Restaurant eröffnet. Zwei davon hat er noch: Neben der im Mai eröffneten Pizzeria in Hohenstein-Ernstthal das gleichnamige Haus in Frankenberg. Seine Gaststätten in Oederan, Hartmannsdorf und Freiberg hat er abgegeben. "Ich hätte gerne alle weitergeführt", sagt er. "Doch dafür hatte ich nie ausreichend Personal." Aktuell beschäftigt er 17 Mitarbeiter, sechs davon in Hohenstein-Ernstthal, sagt Iseni, der mit seiner Familie in Freiberg lebt. Und er hat Pläne.


"Am liebsten würde ich eine "Amici"-Kette aufbauen", sagt Iseni und zieht an seiner Zigarette. Wenn das Personalproblem nicht wäre. Chancen auf Erfolg scheint er zu haben, das Essen kommt gut an bei den Gästen. Genüsslich verspeisen sie Pasta, Pizza und Salate. Auch ein weiterer Standort ist bereits geplant. Ein neues "Amici" soll bald bei Leipzig an einem See eröffnen. Doch auch in Hohenstein-Ernstthal hat er noch Einiges vor. Er führt das Restaurant unabhängig vom Übernachtungsbetrieb im Hotel "Drei Schwanen". Bislang habe er 30.000 bis 40.000 Euro investiert, für Möbel, Kühlschränke, die Kaffeemaschine und natürlich den Pizza-Steinofen. "Wenn es weiter so gut läuft, will ich hier noch mehr reinstecken", sagt er.

Neben Geld investiert Iseni vor allem Zeit in seine Projekte. 14 Stunden täglich - ein freier Tag ist selten. "Wenn ich mal frei habe, gehört die Zeit meiner Frau und den beiden Kindern", sagte er. Das war nicht immer so: Früher war er erfolgreich im Kickboxen. Sogar Deutscher Meister ist er geworden. 2006 oder 2008 war das, so genau weiß er es nicht mehr. Damals habe er in der Klasse bis 55 Kilo geboxt. Seit 10 Jahren ruht das Training, aber der Hunger aufs Gewinnen scheint geblieben zu sein. Statt auf den Gegner im Ring schaut Iseni mittlerweile lieber auf das große Ganze: plant, baut auf, bringt einzelne Betriebe zum Laufen. Bald vielleicht eine ganze "Amici"-Kette.

Das frühere "Amici" am Markt in Oederan steht indes leer. Der Nachfolger von Besar Iseni nannte das Restaurant "Roma". Im Juni 2018 eröffnete er, Ende März musste er die Schlüssel wieder an die Stadtverwaltung zurückgeben, weil er mit Mietzahlungen im Rückstand war.

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