"Gelacht wird an den gleichen Stellen"

Emmanuel Robert-Espalieu über sein Stück "Das letzte Mal" in Augustusburg und französisch-deutschen Humor

Augustusburg.

Zur deutschen Erstaufführung seiner Komödie "Das letzte Mal" am Freitagabend im Schlosstheater Augustusburg war der Autor persönlich aus Paris angereist. Mit dem Franzosen Emmanuel Robert-Espalieu sprach Andrea Pötzscher nach der Aufführung.

Freie Presse: Wie hat Ihnen die heutige Aufführung im Schlosstheater Augustusburg gefallen?

Emmanuel Robert-Espalieu: Es war eine großartige Vorstellung. Ich habe das Stück erst vor drei Wochen in Prag gesehen. Das Theater dort war größer, aber die deutsche Aufführung hat mir wirklich besser gefallen. Und das sage ich nicht, weil ich gerade hier sitze. Ich fühle mich der Augustusburger Inszenierung einfach näher verbunden.

Wie finden Sie die Atmosphäre des Schlosstheaters?

Ich finde die intime und direkte Verbindung zwischen Schauspieler und Zuschauern beeindruckend. Es gibt praktisch keine Distanz zwischen ihnen. Das kenne ich von anderen Theatern nicht.

Was sagen Sie zur Reaktion des Publikums? Gibt es Unterschiede zwischen dem französischen und dem deutschen Humor?

Nein, das kann ich nicht sagen. Es gibt ja bestimmte Schlüsselmomente im Stück, und gelacht wurde an den gleichen Stellen. Die deutschen Zuschauer haben keine Angst vor der Absurdität des Stückes. Das macht mich glücklich.

In welchen Ländern wurde Ihr Stück bisher aufgeführt?

Mit der deutschen Erstaufführung sind es sechs Länder. Gespielt wurde es bisher schon in Ungarn, Tschechien, Belgien, Italien und Frankreich. Trotz der bestehenden interkulturellen Unterschiede bleibt die Aussage des Stücks erhalten.

Andreas Unglaub hat nach eigener Aussage noch nie so viel gelacht wie bei den Proben zu Ihrem Stück. Woher nehmen Sie die Ideen - aus Ihrem Umfeld?

Es gibt immer bestimmte Charaktere und kleine Momente, die man aufnimmt. Und auch ich habe schon das Gefühl erlebt, jemanden - natürlich nur in Gedanken - zu töten (lacht). In der heutigen Gesellschaft gibt es viele zwischenmenschliche Probleme. Wichtig ist, wie man als Paar damit umgeht. Selbst wenn das Stück lustig ist, stecken ein tiefer Sinn und auch gewisse Dramatik dahinter.

Sie sind Autor und Regisseur - was liegt Ihnen mehr, und wo haben Sie schon Regie geführt?

Ich habe bisher mehr geschrieben, aber auch schon in der Türkei und Australien Regie geführt. Im Juli werde ich zum ersten Mal in Frankreich eine Regie übernehmen.

Macht es einen Unterschied für Sie, ob Ihre Stücke an kleinen Sprechtheatern, wie hier in Augustusburg, oder an großen Bühnen aufgeführt werden?

Ich habe zwar das große Glück, an größeren Theatern gespielt zu werden. Aber darauf kommt es nicht an. Wichtig ist mir, dass ich gespielt werde und dass das Theaterstück lebt.

Können Sie sich nach der heutigen, so erfolgreichen Premiere eine weitere Zusammenarbeit mit dem Schlosstheater vorstellen?

Es ist eine große Ehre für mich, dass mein Stück hier in Augustusburg gespielt wird. Ich danke auch dem Publikum, dass es zwei Stunden lang zugehört und gelacht hat. Ich bin sehr zufrieden mit der Interpretation und hätte nichts dagegen, weiterhin mit den beiden Schauspielen zusammenzuarbeiten.

Alle Vorstellungen von "Das letzte Mal" sind ausverkauft. Für einen Zusatztermin am 5. Mai, 19 Uhr, ist eine Reservierung möglich: Telefon 037291 69254 oder per E-Mail: info@schlosstheater-augustusburg.de

Eine Rezension der Aufführung lesen Sie auf der Kulturseite .


Zur Person

Emmanuel Robert-Espalieu ist Autor und Regisseur. Seine zahlreichen Stücke - von der absurden Komödie bis zum Historiendrama - werden seit 2006 regelmäßig in Paris, auf Festivals wie in Avignon sowie im Ausland aufgeführt. Robert-Espalieu liebt es, in seinen Stücken von den Gefühlen zu erzählen, die uns Menschen verbinden. Sein besonderes Augenmerk wirft er dabei auf die kleinen menschlichen Schwachstellen und alltäglich gelebte Paradoxien. (Quelle: Verlag)

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