Gemeinde lässt Schellenberger Kriegerdenkmal sanieren

Der Gedenkstein zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkriegs war 1928 eingeweiht worden. Ein Steinmetz ist nun mit seiner Erneuerung beauftragt.

Leubsdorf.

Dem Kriegerdenkmal im Leubsdorfer Ortsteil Schellenberg ist es anzusehen, dass es bereits seit 90 Jahren am Höllberg steht. Der Zahn der Zeit hat zwar an dem auf einem vier Quadratmeter großen Sockel aus Naturstein stehenden Ehrenmal genagt, doch der Aufwand für eine Sanierung halte sich im Rahmen.

Zur jüngsten Gemeinderatssitzung beschlossen die Mitglieder des Gremiums einstimmig, für diese Maßnahme einen Auftrag im Wert von etwas mehr als 2000 Euro zu vergeben. Dazu kommen noch die Kosten für ein Geländer in Höhe von rund 1500 Euro, das von der einheimischen Firma Porstmann geliefert wird.

"Das Denkmal befindet sich in einem steintechnisch guten Zustand und weist den üblichen Verschleiß auf", sagte Bürgermeister Dirk Fröhlich (CDU). "Wir wollen insbesondere die Oberflächen reinigen und die Buchstaben auf der Vorderseite nacharbeiten lassen." Den Zuschlag erhielt der Eppendorfer Steinmetzmeister Robin Weinhold. "Ich gehe davon aus, dass es bei der Sanierung keine Probleme geben dürfte", sagte der Fachmann. "Die Ausführung habe ich mir für den August vorgemerkt." Da das Ehrenmal unmittelbar an der Straße am Höllberg steht, die derzeit grundhaft ausgebaut wird, sind auch noch diverse Befestigungsarbeiten notwendig. Diese werden derzeit vom Unternehmen Swing und Cut aus Großrückerswalde ausgeführt.

Erste Überlegungen, im Ort ein Denkmal zu Ehren der im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 Gefallenen aus Schellenberg zu bauen, gab es bereits 1920. Der damalige Besitzer der Bauwollspinnerei Schellenberg Trübenbach spendete dafür 3000 Mark mit der Bitte, diesen Vorgang im Gemeinderat nicht öffentlich zu behandeln. Da Deutschland in der Folgezeit jedoch an einer Inflation litt, rückte das Vorhaben zunächst in den Hintergrund. Nach der Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage wurde das Vorhaben durch den örtlichen Militärverein wieder aufgegriffen. Nach mehreren Sitzungen fasste der Verein schließlich im Januar 1928 den bindenden Beschluss für den Baustart. Am 25. November 1928 wurde das Bauwerk schließlich eingeweiht.

"Die Weihe des Ehrenmals erfolgte an dem hierfür wohl passendsten Tage, am Totensonntag. Würdig und eindrucksvoll war der Verlauf der Feier", berichtete zum Beispiel das Augustusburger Wochenblatt in seiner Ausgabe vom 13. Dezember 1928. Den Architekten Max und Fritz Genge aus Flöha wurde die Bauleitung übertragen. Den Sockel errichtete Baumeister Eppendorfer, das Steinmetzgeschäft Lehnert & Sohn führte die Arbeiten am Ehrenmal aus. Die Finanzierung erfolgte vorwiegend durch Spendengelder.

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