Gewalttat: Bundesrichter sollen Urteil prüfen

Anwälte der zwei inhaftierten Frauen legen Revision ein

Chemnitz/Brand-Erbisdorf.

Zwei junge Frauen, die das Chemnitzer Landgericht am 14. Mai der gefährlichen Körperverletzung und weiterer Straftaten für schuldig gesprochen hatte, gehen gegen die Entscheidung vor. Die Strafkammer, unter Vorsitz von Richter Michael Mularczyk, hatte aufgrund einer Gewalttat in Brand-Erbisdorf vom 14.September vorigen Jahres Jugendfreiheitsstrafen von zwei Jahren und neun Monaten gegen eine 21-Jährige und von zwei Jahren und sechs Monaten gegen eine 18-Jährige ausgesprochen. Die Anwälte der beiden Frauen legten jetzt jedoch Revision ein.

Der Bundesgerichtshof muss nun unter anderem prüfen, ob bei der Verurteilung Rechtsfehler begangen oder Prozessvorschriften verletzt wurden. Im Erfolgsfall wird die höhere Instanz das Verfahren an das Landgericht in Chemnitz zurückverweisen, aber an eine andere Strafkammer. Die Urteile sind daher noch nicht rechtskräftig; die beiden jungen Frauen befinden sich aber weiter in Haft.


Neben den beiden Frauen mussten sich damals drei weitere Jugendliche wegen der Gewalttat vor Gericht verantworten. Eine 20 Jahre junge Frau, schuldig der gefährlichen Körperverletzung und des versuchten Betruges, wurde zu einem dreiwöchigen Jugenddauerarrest verurteilt. Absitzen musste sie diesen nicht, weil das im Rahmen einer anderweitigen Haft geschehen ist. Ein Jugendlicher muss einen sozialen Trainingskurs erfolgreich beenden. Das Verfahren gegen einen jungen Mann, dem ein Sachverständiger eine Intelligenzminderung attestierte, wurde abgetrennt und unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitergeführt.

Das Quintett hatte im September 2018 in einer Wohnung an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße in Brand-Erbisdorf eine Party gefeiert und einen 38-jährigen Mann in brutaler Art und Weise verprügelt. Den dadurch bewusstlos Gewordenen legten sie in der Kälte der Nacht auf einem Fußweg in Zentrumsnähe ab und übergossen ihn dort mit heißem Wasser. Nur durch eine zeitnahe Rettungsaktion konnte sein Leben gerettet werden. Diese Tat hatte weit über die Stadt hinaus für Betroffenheit und Aufsehen gesorgt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...