Hilfe für die Selbermacher

Ohne Ehrenamtliche hätte Falkenau keinen aufgehübschten Dorfplatz, Frankenberg keine Spielgeräte in der Kleingartenanlage und Oederan seinen Traum von der Pyramide auf dem Markt vielleicht aufgegeben. Jetzt können Engagierte wieder auf Unterstützung hoffen.

Oederan/Falkenau.

Ein zähes, zeitaufwendiges Geschäft, das sie dennoch nicht verzagen lässt: So beschreibt Erika Wünsch das Vorhaben, für Oederan eine neue Pyramide zu erschaffen. "Es kann doch nicht sein, dass wir im Erzgebirge der einzige Ort ohne Weihnachtspyramide sind", sagt die Vorsitzende des Kultur- und Kunstvereins. Deshalb habe der Verein sich im Vorjahr des Projektes angenommen. Daran gearbeitet wird auch an diesen so sommerlichen Tagen.

In der Volkskunstschule Oederan schnitzen drei Männer und zwei Frauen - Holzgestalter und Laien - an den Figuren, die Grafikerin Kathrin Reissmann entworfen hat. Später sollen die 25 bis 80 Zentimeter großen Figuren auf den drei Ebenen der Pyramide Szenen aus Besiedlung, Handwerk und Bergbau zeigen. Dazu müssen die Entwürfe vergrößert, auf geleimte Lindenholzblöcke aufgezeichnet, und erst mit groben, dann mit feineren Eisen herausgehauen werden, berichtet Designer Rolf Büttner. "Wer mitmachen will, sollte vor allem Ausdauer mitbringen", sagt er. Keiner von ihnen habe bislang eine Pyramide gebaut, aber in die Tradition des Schnitzens könnten sie auch Neulinge einarbeiten - und das kostenlos, da das Ergebnis allen zugute kommt. "Wir sorgen dafür, dass es auch für Laien ein Erfolg wird", sagt Büttner, der die Volkskunstschule leitet. Das Ergebnis soll einmal Generationen überdauern. "Es wäre schön, wenn es sich der ein oder andere Oederaner überlegt, mitzumachen", sagt Holzbildhauer Matthias Hillig.


Mit diesem Projekt gehörte der Kultur- und Kunstverein 2018 zu den Siegern des Wettbewerbs "Unser Verein für unseren Ort". 1000 Euro Preisgeld gab es dafür. Weitere 5500 Euro sind mittlerweile durch Fördermittel dazugekommen. Wie viel die Pyramide am Ende mit Gestell, Motor und Beleuchtung kosten wird, ist noch unklar. Die Initiatoren hoffen auf Sponsoren. Der Vereinswettbewerb sei eine gute Sache und unkomplizierter als die Beantragung von Fördergeld, so Wünsch.

Dieses Jahr hofft unter anderem der Heimatverein Falkenau auf Preisgeld: "Wir können Unterstützung gebrauchen", sagt Mitglied Karl-Heinz Hahn. Ideen für 2020 gäbe es schon.

Die Schnitzer treffen sich an der Volkskunstschule vor den Ferien am 13. und 27. Juni von 17.15 bis 19.30 Uhr sowie am 14., 21. und 28. Juni von 17 bis 19.15 Uhr.

Der Verein zur Entwicklung der Ergebirgsregion Flöha- und Zschopautal gibt Vereinen aus Mittelsachsen, die sich für die Umwelt engagieren, die Chance ihre Ideen mit bis zu 700 Euro belohnen zu lassen. Zum Artikel.


Sie haben 2018 gewonnen: Der Kleingartenverein Pappelallee in Frankenberg

Über einen Spielplatz können sich die Kinder der Kleingartensparte "Pappelallee" freuen. Am Sonntag wurde er eingeweiht. Der Frankenberger Verein hat ein leer stehendes Gartengrundstück umgestaltet, Spielgeräte gekauft und gebaut. "Wir haben viele Eltern mit Kindern im Verein, deshalb bin ich auf die Idee gekommen", so Sandy Schröber. 1000 Euro hat der Verein beim Wettbewerb gewonnen, nur 200 mehr der Spieltreff gekostet.


Sie treten 2019 an: Der Heimatverein Falkenau

Denkmäler und öffentliche Plätze verschönert haben Karl-Heinz Hahn und Bärbel Schröder vom Heimatverein Falkenau gemeinsam mit vielen Einwohnern im April. Unrat wurde weggeräumt, Pflanztöpfe wurden gestrichen und bepflanzt, Jugendliche haben Kriegsgräber gepflegt. Von den vielen neuen Blumen haben die Falkenauer noch heute etwas. Der Verein, dessen Bergbaulehrpfad 2018 ausgezeichnet wurde, erhofft sich 2019 wieder Chancen.

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