Hühnerschreck im Anflug

Gut gelaunt knatterten gestern gegen 11.30 Uhr mehrere Herren reiferen Alters auf ihren Fahrrädern mit Hilfsmotor auf den Parkplatz des Klein-Erzgebirges.

Oederan.

"Wir gehören dem Old- timerclub Windischleuba an. Das liegt bei Altenburg. In Chemnitz haben wir uns getroffen und sind hierher nach Oederan gerollt", sagte Thomas Raithel. "Ich wohne in Chemnitz, wir haben aber auch ein Clubmitglied, das in Remse bei Glauchau zu Hause ist", sagte der MAW-Fan. Gestartet war die Truppe gegen 10 Uhr, zwischendurch legten sie eine Pause ein. Ob dabei Mensch oder Maschine dringender eine Auszeit benötigte, konnte nicht abschließend geklärt werden.

Anlass dafür war die 4. Auflage des MAW-Treffens, das vom Klein-Erzgebirge unter Federführung von Geschäftsführer Stephan Drichelt organisiert wurde. MAW steht für Messgeräte- und Armaturenwerk Magdeburg, in dem in den 1950er-Jahren die kleinen, reichlich 1,5 PS starken Einzylinder-Zweitaktmotoren mit 49,5 Kubikzentimetern Hubraum für den Anbau an Fahrräder hergestellt wurden. Nicht zuletzt durch ihr typisches Knattern werden die kleinen Kraftpakete auch Hühnerschreck genannt. "Ich bin von der einfachen, aber stets zuverlässigen Technik begeistert. Meinen Motor habe ich an ein Fahrrad der Marke Jupiter angeschraubt", sagte Roland Pommer vom Club aus Windischleuba, der zum dritten Mal in Oederan Benzin-Gespräche führte.

Dass Carola und Matthias Nacke aus Dresden am Wochenende viel von der Gegend kennenlernten, war Folge eines Versehens. "Im Internet stand die Information, dass das Treffen schon am Samstag beginnt. Deshalb reisten wir wie auch andere Teilnehmer praktisch 24 Stunden zu früh an", sagte die Dresdnerin. Aber Stephan Drichelt und seine Crew ließen sich etwas einfallen und halfen. "Wir bekamen kurzerhand eine Unterkunft vermittelt und ein paar Ausflugstipps. So kam es , dass wir erstmals die Augustusburg besuchten", sagte Matthias Nacke. Völlig gelassen nahm Eckehardt das kleine Malheur hin. Der Kuschel-Bär hatte im Transportkorb des motorisierten Lastenfahrrades Platz genommen, welches die Gäste aus der Landeshauptstadt nach Mittelsachsen mitgebracht hatten. "Das restaurierte Fahrrad wurde 1932 gebaut", sagte Carola Nacke. Beim Oederaner MAW-Treffen waren sie bisher noch nie dabei. "Wir fühlen uns hier sehr wohl und möchten uns bei den Gastgebern noch einmal herzlich für die unkomplizierte Hilfe bedanken", sagten die beiden Dresdner. Gestern Mittag wurden dann - so sie es in der Region noch gibt - sämtliche frei laufenden Hühner aufgeschreckt. Denn die tollkühnen Piloten mit ihren fast fliegenden Fahrrädern unternahmen gemeinsam eine Rundfahrt. Diese führte durch Görbersdorf und Gahlenz zurück zum Klein-Erzgebirge.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...