"Ich suche oft eher im Internet als in meiner Bibliothek"

Schreibtischgeschichte: Natürlich liegt bei Pfarrer Uwe Winkler in Augustusburg die Bibel griffbereit - Sie ist sein tägliches Arbeitsmittel

Augustusburg.

Der Schreibtisch ist ein Möbelstück für alle Lebenslagen. Die "Freie Presse" hat Menschen gefragt, welchen besonderen Bezug sie zu ihrem Schreibtisch haben und welcher Schreibtischtyp sie sind. Heute: Uwe Winkler, Pfarrer in Augustusburg.

Freie Presse: Am Schreibtisch oder auf der Kanzel, wo ist der Pfarrer der Kirchgemeinde Augustusburg am meisten?


Uwe Winkler: Den beruflichen Schwerpunkt bildet die Gemeindearbeit, ich bin bei den Menschen. Da besuche ich alle Generationen: Eltern und Familien, Senioren und Jugendliche. Ich bin in heiteren Momenten an ihrer Seite, überbringe Glückwünsche oder stehe ihnen bei in schweren Stunden, spende Trost.

... und am Schreibtisch - dort schreiben Sie Predigten?

Ja, und ich arbeite für die Gemeindebriefe zu. Ich treffe Unterrichts- vorbereitungen, formuliere Glückwünsche, verfasse Themen- und Tagespläne. Auch bürokratischer Schriftverkehr ist zu erledigen.

Ohne Computer und digital kann ein Pfarrer nicht mehr arbeiten? Befragen Sie auch in theologischen Sachverhalten das Internet?

Diese Technik ist unabdingbar, ein Smartphone und Tablet schätze ich. Sie sind wie ein zweites Gedächtnis. Und ehrlich: Ich suche oft eher im Internet als in meiner Bibliothek nach Informationen, bei Fachthemen nutze ich schon das Buch.

Sie begnügen sich mit einem relativ kleinen Schreibtisch?

Ja, er ist klein, aber das genügt mir. Wichtig ist, wie man die Tätigkeit organisiert. Alles liegt griffbereit. Ich versuche eine gewisse Grundordnung zu halten. Aber manchmal stapeln sich doch die Akten und Vorgänge auf der Arbeitsplatte. Spätestens dann wird wieder aufgeräumt und auch einmal sauber gemacht.

Pflegen Sie Eigenheiten?

Auch ich beschreibe Papier von beiden Seiten. Ich nutze Kulis, Farb- und Filzstifte, die in der Bauchschublade griffbereit liegen. Auf dem Schreibtisch haben diverse Leimsorten, Schere, TippEx Platz. Mit Füller schreibe ich Glückwünsche oder persönliche Schreiben. Fakt ist, die Arbeitsplatte darf nicht leer sein. Solche Kleinigkeiten machen das Eigene aus. Ich habe nur eine Grünpflanze in meinem Arbeitszimmer, ich bin nicht der Freund eines mit Blumen dekorierten Arbeitstisches. Diese Yucca-Palme pflege ich regelmäßig.

Allenfalls eine am Rand liegende Bibel verrät Ihren Beruf?

Natürlich liegt diese griffbereit, sie ist mein tägliches Arbeitsmittel.

Einige Teelichter sind zu sehen ...

Die Kerzen brenne ich an, um für eine gewisse Stimmung zu sorgen, wenn kreatives Arbeiten gefordert ist, das befördert die Atmosphäre. hy

SERIE Seit Dezember 2017 erzählt die "Freie Presse" in loser Folge Schreibtischgeschichten. Alle Beiträge finden Sie im Internet.

: www.freiepresse.de/schreibtisch

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