Im Dauerlauf über Jakobsweg und Viadukt

Die "Freie Presse" hat Tipps der Sportler der Region zusammengetragen. Heute: Daniela und Jens Schau aus Falkenau lieben bei ihrem Lauftraining vor allem die Abwechslung - Teil 1

Falkenau/Hetzdorf.

Abschalten und den Kopf frei kriegen - dazu gehen Jens und Daniela Schau in den Wald. Mal morgens, wenn die Vögel zwitschern, mal abends nach der Arbeit ziehen die Falkenauer ihre Laufschuhe an und legen los. "Wir haben Spaß dran", sagt Jens, der vor zehn Jahren das Hobby Laufen für sich entdeckte. Daniela entschloss sich ein paar Jahre später mitzumachen. "Weil es gut tut", sagt sie. Inzwischen hat die 46-Jährige dreimal den Rennsteig-Marathon absolviert, Ehemann Jens (48) zählt mehr als dreißig der 42-Kilometer-Läufe und inzwischen sechs Supermarathons. Am häufigsten laufen sie aber quasi vor der Haustür.

Die Runde: Wer wie die Schaus am Falkenauer Friedhof startet, den erwartet zunächst ein Anstieg. Auf der Alten Oederaner Straße geht es durch Buchenwald leicht, dann stärker bergan. Nach rund 700 Metern gibt es dafür eine wohltuende Überraschung. Ein Pfad führt rechts zu zwei Bänken. Dort gibt ein alter Steinbruch den Blick frei zur Augustusburg.

Die Route folgt dem Jakobsweg weiter über die B173. Am Waldrand biegt sie links Richtung Breitenau ab, verlässt aber auf dem Eselsweg den Pilgerweg und führt hinab nach Hetzdorf. Nach einem kurzen Stück am Straßenrand geht es hinauf zum Hetzdorfer Viadukt und über die ehemalige Bahnbrücke. Über die alte Bahnstrecke geht es zurück nach Falkenau und durch die Bahnhofssiedlung hinab zur Flöha. Nach der Schulbrücke folgt die Route links der Ernst-Thälmann-Straße, quert die B 173 und biegt dann am Freibad rechts in den Wald. Am Drei-Börner-Grund quert sie den Schindelbach, rechterhand nach der Brücke geht es nun zurück zur Alten Oederaner Straße.

Die Vorteile: Mit flacheren Abschnitten, aber auch einigen An- und Abstiegen führt diese Route durch abwechslungsreiches Gelände. "Damit hat man automatisch ein Intervalltraining", erklärt Jens Schau. Er braucht etwa 50 bis 60 Minuten für seine Standardrunde, läuft sie zwei-, dreimal die Woche. "Im Winter machen wir hier Langlauf", berichtet Daniela Schau. Die Strecke sei für alle Jahreszeiten etwas, und auch für Fahrrad oder Nordic Walking geeignet. Sie ist am liebsten morgens auf den Beinen. Allein sei sie dabei nie, Spaziergänger treffe man viele.

Erlebnisse entlang der Route: Neben dem Aussichtspunkt am Steinbruch bietet natürlich auch das Viadukt Ausblicke in viele Richtungen. Die Strecke wird nicht langweilig, sagen beide. Kopfhörer kommen ihnen nicht auf die Ohren, damit sie bewusst die Geräusche des Waldes hört, so Daniela Schau. Auch eine Rotte Wildschweine hat sie so rechtzeitig bemerkt, ist gestoppt und hat die Tiere vorbeirennen lassen. Hasen und Eichhörnchen gehören zu den häufigen Tierbegegnungen. Das Reh, das ein Stück Weg parallel mitlief, zu den seltenen. "Es ist jedes Mal anders", sagt sie.

Ihre Lauftipps: Daniela Schau empfiehlt Anfängern, Geduld zu haben und Gehpausen einzulegen. "Es gibt Tage, da ist einem jeder Berg zuviel", erzählt sie. Auch Jens Schau rät, sich anfangs nicht zu viel zuzumuten. Für einen Trainingseffekt aber sei Regelmäßigkeit ausschlaggebend, seiner Erfahrung nach sind drei Läufe pro Woche Minimum. Mithilfe einer Standardrunde lasse sich dann der Fortschritt feststellen. Gute Laufschuhe sind für ihn ein Muss: "Gerade Anfänger sollten sich beraten lassen. Sonst kann man sich schnell verletzen", erklärt er. Später kommt die Haltung dazu, Yoga und Athletik-Training können dabei helfen. "Je aufrechter man läuft, desto besser kommt man vorwärts", berichtet er, "Und dann fühlt man sich beim Laufen wohl."

Ihre Ziele: Für beide steht der Spaß im Vordergrund. Dass es dreimal der Rennsteig-Marathon geworden ist, war für Daniela Schau nicht geplant. Aber die nette Atmosphäre und das gegenseitige Anfeuern haben sie überzeugt, nach dem ersten Mal 2017 nachzulegen. Jetzt reicht es ihr erst mal: "Mit jedem Marathon wird es schwerer. Beim ersten Mal weiß man noch nicht, was einen erwartet." Jens Schau hat viele Läufe, die ihn reizen - bekannte in der Umgebung und auch internationale. Sein nächstes großes Ziel liegt auch am Rennsteig: Der Supermarathon im Mai. Diese Strecke führt von Eisenach nach Schmiedefeld - über 73,9 Kilometer.


Die Berg- und Taltour

Länge: 13 Kilometer

Höhenunterschied: rund 260 Meter

Parken: Zum Beispiel am Freibad (Badweg Falkenau) oder am Friedhof (Gustav-Haubold-Siedlung Falkenau)

Abkürzen: Drei Kilometer kürzer wird die Tour, wenn man nach der ersten Querung der B 173 nicht dem Jakobsweg Richtung Breitenau folgt, sondern über die Kirschallee nach Hetzdorf läuft. Reichlich 2 km lassen sich am Ende sparen, wenn man in Falkenau nicht über die Ernst-Thälmann-Straße zum Freibad läuft, sondern nach der Schulbrücke dem Jakobsweg folgend direkt über die B 173 in die Gustav-Haubold-Siedlung und zum Friedhof joggt. Das spart auch rund 40 Meter Aufstieg.

Verlängern: Erweitern lässt sich die Runde beliebig im Oederaner Wald am Anfang oder Ende der Tour, den zahlreiche Wege durchkreuzen. (kala)

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