Immer mehr Fahrgäste nutzen die City-Bahn

Damit mehr Passagiere die Linie C 13 des Chemnitzer Modells nutzen, plädiert der Fraktionschef der Grünen im Landtag für eine Erweiterung nach Norden.

Hainichen/Mittweida.

Das sächsische Verkehrsministerium hat auf Anfrage des Fraktionschefs der Grünen im sächsischen Landtag, Wolfram Günther, Fahrgastzahlen zu den Bahnstrecken des Chemnitzer Modells veröffentlicht. Nach Burgstädt fährt die Linie C 13, nach Mittweida die C 14 und nach Hainichen die C 15.

Die Statistik zeigt, dass sich die Anzahl der Fahrgäste auf der Linie nach Burgstädt seit Start des Chemnitzer Modells im Herbst 2016 nicht stark verändert hat. 2014 nutzten an Wochentagen durchschnittlich 686 Passagiere die Bahn. 2015 waren es 629. Im Start-Jahr 2016 verzeichnete man 704 Fahrgäste, 2017 nur noch 642. Wolfram Günther glaubt, dass die Strecke durch die Anbindung weiterer Orte attraktiver werden kann. Daher wollen die Grünen sich für weitere Haltepunkte einsetzen.

Mit der Bahn von Lunzenau oder gar Narsdorf ins Chemnitzer Stadtzentrum - das kann sich der sächsische Grünen-Fraktionschef gut vorstellen. Er fordert, dass Politik und Verkehrsverbände überlegen, wie die Linie C 13 des Chemnitzer Modells erweitert werden kann, um die Region nördlich von Burgstädt anzubinden. "Ich könnte mir vorstellen, dass man den Bahnhof Cossen wieder anfährt. Auch sollte man prüfen, ob nicht für Taura und Herrenhaide ein neuer Haltepunkt geschaffen werden könnte", so der Schwarzbacher.

"Uns ist bewusst, dass das wegen langer Entscheidungsprozesse bei der Deutschen Bahn nicht immer einfach ist. Die Kreispolitik muss aber an diesem Thema dranbleiben, sonst bewegt sich nichts", fordert Günther.

Anders sieht die Entwicklung der Fahrgastzahlen auf den Linien nach Mittweida und Hainichen aus. Auf der Strecke zwischen Chemnitz und Mittweida fahren die Linie C 14 und die Regionalbahn 45. 2014 nutzten der Statistik zufolge wochentags im Durchschnitt 1351 Personen die Verbindung, 2015 waren es 1133 und 2016 insgesamt 1261. Im Jahr 2017 stieg die Anzahl auf 1662. "Diese Steigerung zeigt, dass es richtig war, die Bahnstrecke nach Mittweida ins Chemnitzer Modell zu integrieren", sagt Günther. Warum nun aber die Regionalbahn 45, anders als die Linie C 14, nicht mehr in Oberlichtenau, Ottendorf und Altmittweida hält, sei für viele schleierhaft. "Ich halte einen 30-Minuten-Takt auch für Oberlichtenau, Ottendorf und Altmittweida für erstrebenswert."

Auch die Bahnen zwischen Chemnitz und Hainichen sind seit 2017 voller. 2014 und 2015 nutzten durchschnittlich rund 500 Fahrgäste wochentags das Angebot, 2016 waren es 493 und ein Jahr später 584. "Das zeigt, dass es sich langfristig lohnt, in die Bahnstrecken in der Region zu investieren.

Beim Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) ist man mit der Statistik zufrieden. "Im Jahr 2018 haben sich auf allen drei Linien die Fahrgastzahlen nahezu verdoppelt", so VMS-Sprecherin Jeanette Kiesinger. "Dass es bis 2017 auf den Linien C 14 und C 15 zu einem enormen Fahrgastanstieg kam, ist darauf zurückzuführen, dass sich auf beiden Linien das Angebot verbessert hat", sagt sie. Denn es würden öfter Bahnen fahren als vorher Züge.

Mittelfristig sind laut Kiesinger auf der Strecke nach Mittweida Veränderungen vorgesehen. Das betreffe den barrierefreien Ausbau der Haltepunkte in Verantwortung der Deutschen Bahn. Längerfristig sei geplant, auch Döbeln anzubinden.

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