Kreisbehörde: Verdienst bei Quarantäne wird erstattet

Bei Coronaverdacht müssen Betroffene Antrag bei Landesdirektion stellen

Freiberg.

Wer wegen eines Corona-Verdachtes in behördlich angeordnete häusliche Quarantäne gehen muss und deshalb nicht auf Arbeit gehen kann, hat Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Betroffene können eine Entschädigung bei der Landesdirektion Sachsen beantragen. Darauf weist das Landratsamt auf Anfrage von "Freie Presse" hin. Bei freiwilliger Quarantäne hingegen müssten Betroffene Urlaub nehmen oder mit ihrem Arbeitgeber Heimarbeit vereinbaren.

Bislang gibt es aber laut Kreissprecher André Kaiser keinen Fall der behördlich angeordneten Absonderung in Mittelsachsen. Und auch der Landesdirektion Sachsen liegen noch keine Anträge von Menschen mit Corona-Verdacht auf Entschädigung wegen Verdienstausfalls vor - auch nicht aus dem Landkreis Mittelsachsen. Das sagt Mandy Peschang, stellvertretende Pressesprecherin der Landesdirektion, auf Anfrage von "Freie Presse". Die Höhe der Entschädigungszahlung werde pro Fall individuell berechnet.

Laut Kreissprecher Kaiser gibt es noch keinen nachgewiesenen Coronafall in Mittelsachsen. Er empfiehlt: Menschen, die aus einem Corona-Risikogebiet kommen oder Kontakt mit Erkrankten hatten, sollten sich im Gesundheitsamt, Telefon 03731 7996249, melden. Das gelte auch bei Unsicherheit.

Der Frankenberger Frank Hommel, der Linken-Kreisrat und Betriebsrat bei einem Chemnitzer Unternehmen ist, hatte darauf hingewiesen, dass Erwerbstätige, die wegen einer angeordneten Quarantäne einen Verdienstausfall erleiden, in der Regel Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung haben.

Amtsärztin Dr. Annelie Jordan hatte vorige Woche gesagt, dass bislang sechs Mittelsachsen wegen des Corona-Virus in häusliche Quarantäne gegangen und gezielt überwacht worden seien, die Befürchtungen hätten sich aber nicht bestätigt. Wer über 15-minütigen engen Kontakt zu einem Kranken hatte, sollte freiwillig für zwei Wochen in häusliche Isolation gehen, zweimal täglich Fieber messen, sich täglich beim Gesundheitsamt melden.

An der TU Bergakademie Freiberg wird ebenfalls Vorsorge getroffen. "In den Gebäuden werden verstärkt Desinfektionsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt und geeignete Präventionsmaßnahmen für Bereiche mit besonders viel Besucherverkehr eingerichtet", heißt es auf Anfrage. Rektor Klaus-Dieter Barbknecht habe außerdem angeordnet, dass derzeit keine Dienstreisen nach China stattfinden. (mit wjo)


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