Mal Hochwasser, mal Dürre

Rein statistisch ist der August der Monat mit den zweitreichsten Niederschlägen, warmen Temperaturen und viel Sonne. Die Schwankungen aber sind teilweise groß.

Frankenstein.

Der August - manchmal extrem trocken, manchmal überreich an Niederschlägen. Am 11. August 2015 musste die Elbeschifffahrt wie in diesem Sommer auch vorübergehend eingestellt werden; der Wasserstand betrug damals nur noch 51 Zentimeter. Am 17.August 2002 führte die Elbe in Dresden 9,40 Meter Hochwasser.

Mit einer mittleren Menge von 93 Litern ist der Monat August der zweitniederschlagreichste des Jahres - nach dem Juli, für den 97Liter zu Buche stehen. Doch das kann stark variieren. So kam im besagten August 2002 mit 317 Litern Regen pro Quadratmeter eine bisher noch niemals in einem Monat gemessene Regenmenge zusammen. Die nächst größere gab es mit 224 Litern 1981 und mit 220 Litern 1983 im August. Und der August kann - wie dieses Jahr - auch recht trocken ausfallen. 2001 wurden nur 19Liter gemessen. 1965 waren es 21Liter, die bei weitem nicht ausreichten, um den Pflanzen genug Wasser zuzuführen.

Die mittlere Temperatur beträgt im Monat August 16,9 Grad Celsius. Die Spannbreite erstreckt sich jedoch zwischen 14,4Grad im Jahr 1974 und 21,4 im Jahr 2015. Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass seit der Jahrtausendwende allein 14Mal der August bis zu 4,2 Grad zu warm und nur viermal bis zu 1,2Grad zu kühl ausfiel. Damit ist der August neben dem April der Monat im Jahresverlauf, der bisher am meisten von der allgemeinen Klimaerwärmung profitierte. Die absolut höchste Augusttemperatur von 38Grad wurde am 20. August 2013 gemessen, die tiefste von drei Grad am 7. August 1987.

Der August ist einer der fünf sonnenreichsten Monate des Jahres. Im Mittel sind es 203 Sonnenstunden. Aber auch in dieser Hinsicht ist die Spanne recht groß. So wurden 2003 beträchtliche 295 Stunden regis-triert, 2006 hingegen waren es nur bescheidene 111 Stunden. Gewitter sind in Mittelsachsen im Sommer häufiger als in allen anderen drei Jahreszeiten zusammengerechnet, doch mit einer Anzahl von neun im August nur verhältnismäßig gering gegenüber den fast täglich auftretenden Gewittern in den tropischen Regionen. Die meisten Gewitter gab es im August 1974: 16. 1992 und 1984 waren es jeweils 15. Nur einmal seit 1971 blieben Gewitter in einem August völlig aus: 2016.

An besonderen Wettereignissen sind in der Frankensteiner Wetterchronik unter anderen festgehalten: Der August 1971 war im Zeitraum 1959 bis 2017 der einzige Sommermonat, in dem es nicht ein einziges Mal zu einem Gewitter kam - ganz anders 1992, als an zehn Tagen des Monats 15 Gewitter notiert wurden. Am 9. August 1979 verursachte ein nur 20-minütiger Wolkenbruch kurz vor Mitternacht beträchtliche Erosionsschäden an den Straßen um Memmendorf, Frankenstein und Oberschöna durch abgetragene und angeschwemmte Erdmassen von den umliegenden Feldern.

Vom 3. bis 6. August 1983 kam es zu lang anhaltenden Regenfällen. An diesen vier Tagen fielen während 85Stunden 192 Liter Regen. Überall uferten Bäche und Flüsse teils beträchtlich aus. Zuvor wurde mit einem Tagesmittel von 28,1Grad noch ein Tropentag verzeichnet; zwei Tage später betrug die Höchsttemperatur gerade mal zehn Grad.

Ein ebenso seltenes meteorologisches Vorkommnis waren die 25Grad Celsius, die noch um Mitternacht am 4. August1986 gemessen wurden. Eine Tropennacht mit solch einem hohen Wert ist bisher noch nicht in Mittelsachsen verzeichnet worden. Während vom 3. bis 14. August 1999 im südkoreanischen Seoul unvorstellbare 1112 Liter Regen fielen, wurden in Frankenstein an den 26Tagen zwischen dem 16. Juli und dem 10. August desselben Jahres nur höchst mickrige 4,8 Liter gemessen.

Unser Autor Manfred Tietz, seit vielen Jahren Wetterexperte der "Freien Presse" Flöha , beobachtete von 1971 bis 2017 das Wetter am Kalten Feld in Frankenstein. Außerdem kann er sich auf Notizen aus den Jahren 1959 bis 1970 stützen, die in Chemnitz-Hilbersdorf entstanden.

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