Mit DDR-Technik zum Erfolg

Mehr als 5 Millionen Euro sollen in den Mittweidaer Standort der Tenowo investiert werden. Malimo heißt ihr Erfolgsgarant.

Mittweida.

Malimo - mit diesem Begriff verbinden viele ältere Leute noch das Frottee der DDR. Das von Heinrich Mauersberger aus Limbach-Oberfrohna erfundene Nähwirkverfahren wird heute laut Elmar Wind, Werksleiter der Tenowo Mittweida GmbH, kaum noch angewandt. Anders in dem 125 Mitarbeiter zählenden Mittweidaer Betrieb, der mit der sächsischen Malimo-Technologie auch heute noch eine Erfolgsgeschichte schreibt. "Wir werden ab nächstem Jahr etwa fünfeinhalb Millionen Euro in den Neubau eines Verwaltungsgebäudes, eines Technikums und einer Produktionshalle investieren", erklärt Wind, der seit Juli dieses Jahres den Mittweidaer Standort der Tenowo leitet. Geplant sei zudem eine neue Produktionsmaschine für drei Millionen Euro, die im Mai nächsten Jahres in Betrieb gehen soll.

Mit der Malimo-Technologie spart sich Tenowo bei der Herstellung von Vliesstoffen einen Arbeitsschritt. "Bei der klassischen Weberei werden aus den Fasern zunächst Fäden gesponnen. Wir stellen unsere Produkte direkt aus den Fasern her", berichtet der Werksleiter. Die technischen Vliese kommen vor allem im Automobilbau zum Einsatz, zum Beispiel als sogenannte Sitzkaschierung, also die Sitzpolsterung. Normalerweise sei diese aus Schaumstoff, berichtet Wind. Mittlerweile würden aber immer mehr Premiumautomobilhersteller auf Malimo zurückgreifen. "Es hält nicht nur länger, sondern ist auch formbeständig", begründet der Werksleiter.

Ein zweites großes Standbein des Unternehmens sei die Herstellung von technischen Bändern zur Umwicklung von Kabelbindern in Autos. "Wir liefern die Rohware als Rolle, die später zu Klebebändern verarbeitet wird", so Wind. Derzeit sei das Unternehmen dabei, sich ein neues großes Geschäftsfeld zu erschließen: Dekovliese für Dachhimmel in Fahrzeugen. "Wir haben 2013 mit der Produktion begonnen und sind nach und nach dabei, die Produktionsmenge zu erhöhen und mehr Kunden zu gewinnen", berichtet Wind. Der Vorteil der Malimo-Dachhimmel: Sie sind laut Werkleiter preiswerter als die herkömmlichen Gewirke.

90 Prozent der Vliesstoffe liefert Tenowo an die Automobilzulieferindustrie, den Rest als technische Textilien vor allem für Teppichrücken. Die Kunden sitzen zum Großteil in Deutschland, aber auch in Europa und den USA. "Wir haben mit unserer jetzigen Produktionsfläche die Kapazitätsgrenze erreicht, wollen aber weiter expandieren", sagt Wind. Deshalb hat das Unternehmen zwei neue Grundstücke gekauft, unter anderem im Gewerbegebiet Leipziger Straße, wo neue Parkplätze entstanden sind. "Zudem haben wir hinter unserem Betriebsgelände an der Viersener Straße ein 14.000 Quadratmeter großes Grundstück auf Erlauer Flur erworben", berichtet der gebürtige Österreicher. Damit könne der Standort langfristig seine Produktionsfläche verdoppeln.

Doch vorher soll Mitte nächsten Jahres das neue Verwaltungsgebäude und Technikum errichtet werden. "Die Verwaltung platzt aus allen Nähten", begründet der Werksleiter. Das geplante Technikum dient künftig der Forschung und Entwicklung der Malimo-Technologie. Dort soll laut Wind eine Versuchsanlage entstehen, auf der auch Kleinserien produziert werden können. "Das Gelernte können wir dann auf die großen Produktionsanlagen übertragen", sagt der 35-jährige.

Die Fertigstellung der Produktionshalle ist laut Wind dann Ende 2018 vorgesehen.

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