Mit Köpfchen knobeln: Chemie ist mehr als nur der Knalleffekt

Die besten Nachwuchs-Chemiker Mittelsachsens lernen am Regenbogen-Gymnasium Augustusburg und haben bei einer Olympiade gewonnen, obwohl sie nicht die Sieger gewesen sind.

Augustusburg.

Die Welt verstehen: Das ist der Ansporn für die großen Naturwissenschaftler wie Einstein oder Newton. Vielleicht tritt Jonas Buschbeck einmal in die Fußstapfen der großen Forscher. Der Schüler der achten Klasse des Regenbogengymnasiums in Augustusburg gehört jedenfalls zu den naturwissenschaftlichen Talenten. Gemeinsam mit Franziska Wirth und Ida Träupmann hat Jonas Buschbeck an der zweiten Runde des Wettbewerbes "Chemie - die stimmt!" in Dresden teilgenommen. Das Trio schaffte beim Landesausscheid zwar nicht den Sprung unter die besten sechs Teilnehmer, die sich in den Klassenstufen 9 und 10 für die bundesweite Finalrunde qualifizieren, aber Franziska Wirth, Ida Träupmann und Jonas Buschbeck gehören zu Sachsens besten Chemie-Schülern. Die beiden Chemie-Lehrer Ka-trin Korndörfer und Jan Bandemer bescheinigen ihren Schülern eine hervorragende Leistung. Jan Bandemer sagt auch, dass die Teilnahme an der bundesweiten Chemieolympiade eine wichtige Erfahrung für die guten Schüler ist. "Wenn im Unterricht die volle Punktzahl Normalität ist, dann ist es wichtig zu spüren, dass es auch noch Luft nach oben gibt", sagt der Chemielehrer, der genau wie seine Kollegin Katrin Korndörfer ein Seiteneinsteiger ist.

Bandemer ist Mitglied des Fördervereins, der die bundesweite Chemieolympiade seit 2000 organisiert. In der ersten Ausscheidungsrunde, an der sich allein in Sachsen etwa 1000 Schüler beteiligt haben, gibt es Aufgaben, die die Schüler als Hausaufgabe lösen müssen. Hilfestellung ist erlaubt, aber die Aufgaben gehen über das Unterrichtsniveau der jeweiligen Klassenstufe hinaus, sagt Katrin Korndörfer. An der zweiten Ausscheidungsrunde auf Landesebene nehmen die 30 besten jeder Jahrgangsstufe teil, bundesweit waren das etwa 800 Schüler - ein Großteil davon lernt an Schulen mit einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Profil mit Schwerpunktunterricht. "Deshalb ist es toll, dass sich unsere Schüler in diesem Feld so gut behaupten konnten", sagt Chemielehrer Jan Bandemer.


Die zweite Runde bestand aus einer zweieinhalbstündigen Klausur, bei der außer einem Periodensystem der Elemente im Scheckkartenformat und einem einfachen Taschenrechner keine weiteren Hilfsmittel zugelassen waren. Die Aufgaben seien schon sehr anspruchsvoll gewesen, sagt Ida Träupmann, die nach der Schule gern einen naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen will. Franziska Wirth möchte Medizin studieren, Jonas Buschbeck, wie gesagt, die Welt verstehen. Alle drei haben in Chemie natürlich die Note 1 und gehören auch sonst zu den leistungsstarken Schülern des Gymnasiums, an dem aktuell etwa 180Schüler lernen und das als freie Schule von der DPFA-Akademiegruppe betrieben wird.

Der Lehrplan am Gymnasium sieht in der Klasse 7 eine Unterrichtsstunde Chemie pro Woche vor und von der 8. bis zur 12. Klasse zwei Unterrichtsstunden pro Woche. Mit zwei Chemielehrern ist das Regenbogengymnasium in einer vergleichsweise komfortablen Situation. Das Gymnasium in Marienberg hatte zu Schuljahresbeginn im vergangenen August plötzlich gar keinen Chemielehrer mehr. Der Unterricht fiel in der ersten Schulwoche komplett aus, danach halfen Gastlehrer aus, die zwischen mehreren Schulen pendeln.

Abenteuerliche Experimente wagen Schüler des Regenbogengymnasiums und die Chemielehrern beim Hexenzauber am 28. April von 13 bis 17 Uhr auf Burg Scharfenstein.

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