Mit Leidenschaft fürs Instrument

Holzblasinstrumentenmacherin Svenja Fiedler aus Niederwiesa gehört zu den besten Auszubildenden Deutschlands. Glückwünsche überbrachte Südwestsachsens IHK-Chef persönlich.

Markneukirchen/Niederwiesa.

Svenja Fiedler wischte ihre nur geringe Enttäuschung mit verschmitztem Lächeln weg, dass sie nicht von Barbara Schöneberger die Hand geschüttelt bekommen konnte. Die nämlich hätte die Festveranstaltung zur Ehrung der Bundesbesten in ihren Ausbildungsberufen moderieren sollen. Wegen Corona also keine Fahrt nach Berlin, sondern "nur" eine Würdigung in kleinem, dennoch angemessen achtungsvollem Rahmen daheim in ihrem Betrieb Buffet Crampon.

Die 22-Jährige stammt aus Niederwiesa im Landkreis Freiberg. Für sie hätte außer dem Musikwinkel auch die Möglichkeit bestanden, in Mittenwald/Bayern eine Ausbildung zu absolvieren. "Das ist mir aber zu weit weg von zu Hause. Dass ich mich für Markneukirchen und Klingenthal entschieden habe, bereue ich nicht. Hier hat alles gestimmt. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, wie es gelaufen ist." Praxis bei Buffet Crampon in Markneukirchen plus Theorie in Klingenthal am Beruflichen Schulzentrum Vogtländischer Musikinstrumentenbau plus ihr Ehrgeiz und Können - unterm Strich schloss Svenja Fiedler die Ausbildung mit 95 von 100 möglichen Punkten ab und wurde damit Bundesbeste in ihrem Beruf Holzblasinstrumentenmacherin, trotz nicht schwacher Konkurrenz aus Mittenwald und Ludwigsburg. Das Ergebnis ist nicht zuletzt auch ein Verdienst der Ausbilder Heiko Wurlitzer und Stephan Wild, die Svenja Fiedler stets mit Rat und Tat zur Seite standen. Das würdigte auch Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz Hans-Joachim Wunderlich bei der persönlichen Überreichung der Urkunde und Plakette als Bundesbeste, denn: "Sie wegen der derzeitigen Umstände zu verschicken, das ist für uns nicht in Frage gekommen."

Für die handwerklich veranlagte Svenja Fiedler ist Holzblasinstrumentenmacherin sozusagen ein Traumberuf. "Ich habe früher Querflöte gelernt und wollte unbedingt wissen, wie solche Instrumente gebaut werden. Noch heute spiele ich in verschiedenen Orchestern." Nach der Ausbildung von 2017 bis zum Sommer dieses Jahres weiß Svenja Fiedler nicht nur, wie Holzblasinstrumente gebaut werden, sie kann es - und das wie bewiesen brillant. Bei der Praxisabschlussarbeit beschäftigte sie sich mit der Montage von Oboenendstücken und ist in dieser Abteilung bei Buffet Crampon derzeitig auch tätig. Geschäftsführer Volker Voigt ist stolz darauf, dass der Arbeitsvertrag mit Svenja Fiedler im Sommer in trockene Tücher kam und nun eine neue Fachkraft im Mitarbeiterstamm zu haben: "Das sagt doch etwas über Qualität und Knowhow in unserer Firma aus und ist wichtig für die Zukunft."

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