Multifunktionär feiert seinen 75.

Fußballer, Ortsvorsteher, Gemeinderat - Helmut Heinze trägt nicht ohne Grund den Titel "Verdienstvoller Bürger der Gemeinde". Auch wenn er sich aus der ersten Reihe zurück- gezogen hat, sein Wort zählt in Hohenfichte.

Hohenfichte.

Helmut Heinze ist eine Institution in Hohenfichte. Ob Fußball, Brückenfest, Kommunalpolitik oder Gartengestaltung - überall kann der Senior belastbare Aussagen treffen. Aber nicht nur deshalb konnte der diplomierte Physiker bei seinem gestrigen 75. Geburtstag sehr viele Gäste begrüßen.

Heinze gehört zu Hohenfichte, obwohl er gar nicht aus der Region stammt. Am 16. November 1941 in Hakeborn (Magdeburger Börde) geboren, verschlug es ihn mit seiner Familie in den Wirren der Nachkreiszeit ans Flöhaufer. In Hohenfichte besuchte er die Schule, fand auch schnell den Weg auf den örtlichen Fußballplatz. "Helmut war nicht nur ein guter Sportler, sondern auch ein strebsamer Schüler, der Beste von uns allen", sagt Ortsvorsteher Jörg Porstmann. Die beiden Männer hatten vier Jahre lang gemeinsam die Schulbank gedrückt, sind bis heute gute Freunde. Gemeinsam bemühen sie sich beide zum Beispiel aktuell um den Erhalt der kommunalen Partnerschaft mit der Microregion Peruc (Tschechien). "Helmut ist ein Kumpel durch und durch", bringt es Porstmann auf den Punkt. Dass der gebürtige Sachsen-Anhalter in Hohenfichte auch das Einmaleins des Fußballs erlernte, das weiß Siegfried Kempe. "Helmut war sehr ehrgeizig und im Gegensatz zu mir auch sehr trainingsfleißig", so der Erdmannsdorfer über den Fußballkameraden. Zunächst jagte Heinze in Hohenfichte dem Ball hinterher, zog sich später das Augustusburger Trikot über und erlebte dort die glorreichen Bezirksligazeiten mit. "Dort hat er auch das harte Training von Wolfgang Hötzel genießen dürfen", merkt Kempe süffisant an. Er beschreibt Heinze als einen zielstrebigen, ehrgeizigen und sehr konditionsstarken Kicker, der nach Siegen auch ein gutes Lied anstimmen konnte.


Doch Heinzes aktive Laufbahn sollte ein jähes Ende finden. Beim 5:2-Sieg von Hohenfichte gegen Oberschöna bereitete er mit wunderbaren Pässen drei Tore vor. Als er einem Ball nachlief, um ihn auf feuchtem Rasen zu stoppen, rutschte der Kicker aus und brach sich ein Bein. Damit war es mit dem aktiven Fußball vorbei. Bei diesem tragischen Spiel war Heinze jedoch schon über 70 Jahre alt, hatte mangels personeller Alternativen bei den Altherren wieder mal ausgeholfen. "Als Held des Spiels wurde Vater mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren", sagt Heinzes Sohn Andreas, der damals als Mannschaftsleiter an der Linie stand.

Doch nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz war der agile Senior am Ball: So leitete er mehr als 30 Jahre die Geschicke der Hohenfichtener Fußballer als Abteilungschef. "Er hat in schwierigen Zeiten die Grundlagen dafür gelegt, dass der Fußball noch heute in Hohenfichte rollt", ist Siegfried Kempe, der viele Jahre seiner Jugend in Hohenfichte verbrachte, überzeugt.

Nach 1990 startete der Jubilar neben seiner Laufbahn als Sportler und Kleingärtner - in seiner Scholle verschneidet er zum Beispiel seine Bäume selbst fachgerecht- noch eine kommunalpolitische Karriere. Über Jahre setzte er sich als Ortsvorsteher von Hohenfichte für die Belange der Mitbürger ein, sitzt er seit 1994 im Gemeinderat Leubsdorf.

"Helmut ging es in seiner Arbeit niemals um private Interessen, stets wurde er für die Allgemeinheit ehrenamtlich aktiv", stellt Ralf Börner, bis 2015 Leubsdorfer Bürgermeister, klar. Heinze habe bei Bedarf auch nicht mit konstruktiver Kritik gespart, sich dann aber auch den Mehrheiten problemlos untergeordnet. Mit der Organisation und Durchführung des Schützen- und Brückenfestes ist sein Namen ebenfalls fest verbunden. Für seinen Einsatz wurde Heinze mit dem Titel "Verdienstvoller Bürger der Gemeinde" ausgezeichnet.

Auch wenn er sich inzwischen aus der ersten Reihe zurückgezogen hat, ist Heinzes Rat gefragt. Und Ruhe gibt es in seinem Leben ohnehin nicht: Zwei Enkel und zwei Urenkel wissen die Vitalität ihres Opas sehr zu schätzen. Und Ehefrau Regina, die dem Multifunktionär über die Jahrzehnte stets den Rücken freihielt, kann nun endlich mit ihrem Helmut viel mehr Zeit als früher verbringen. "Mein Vater verkörpert noch die alten, klassischen Werte. Er hat viel Zeit und Energie für das Gemeinwohl investiert. Wir sind sehr stolz auf ihn", sagt Sohn Andreas.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...