Neue Fallen verraten das Ausmaß der Borkenkäfer-Invasion

Der Sachsenforst setzt im Kampf gegen den Waldschädling inzwischen auf Insektengift

Flöha.

Eine Borkenkäferfalle ist kein Mittel, um den Bestand des Forstschädlings zu dezimieren. Die Fallen liefern aber Informationen darüber, ob mehr oder weniger Käfer im Wald ausschwärmen. Bekannt sind die schwarzen Kastenfallen, die mit dem Sexual-Lockstoff der weiblichen Käfer bestückt werden. Die männlichen Käfer fliegen hinein, kommen nicht mehr heraus.

Jetzt hat der Staatsbetrieb Sachsenforst neue Fallen aufgestellt. Es sind Dreibein-Konstruktionen, die mit einem Netz bespannt sind, das mit einem chemischen Giftstoff, einem Kontaktinsektizid, getränkt ist. Hinter dem Gift-Vorhang baumelt eine kleine Kapsel, die den bekannten Lockstoff enthält. Die männlichen Käfer werden angelockt, schwirren liebestrunken gegen das Gift-Netz und fallen zu Boden.

Die Käferfallen werden dort aufgestellt, wo die Insekten im Vorjahr Bäume heimgesucht haben, die gefällt werden mussten. Die Borkenkäfer überwintern im Boden dieser sogenannten Käferlöcher, schwärmen im Frühjahr aus ... und gehen in die Falle. Die Anzahl der gefallenen Käfer ist ein Indiz dafür, wie stark der kommende Befall sein wird.

Das verwendete Insektengift ist für Menschen unschädlich, trotzdem sind an den Fallen Warnhinweise angebracht. Im Erzgebirge hat der Staatsbetrieb Sachsenforst damit begonnen, die Holzstapel im Wald mit Giftnetzen zu bespannen. Das gelagerte Holz ist eine Einladung an die ausschwärmenden Käfer. Die Giftnetze sollen einen Befall und damit eine neue Käfergeneration verhindern. Der Einsatz von Insektengift ist das letzte Mittel der Forstleute im Kampf gegen den Borkenkäfer. Der Leiter des Forstbezirkes Chemnitz, Bernd Ranft, sagt, dass auch in den Wäldern rund um Flöha der Einsatz von Insektengift erwogen werde. "Wir können das Holz nicht mehr aus dem Wald schaffen", sagt Ranft. Mindestens 500 Meter Abstand zum Wald sind nötig, um das Holz vor dem Borkenkäfer zu schützen. Die Lagerkapazitäten sind längt ausgereizt und Abnehmer für das Holz gibt es angesichts der Tiefstpreise derzeit nicht. (mbe)


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