Neue Generation auf Musik-Umwegen

Die Ferienfreizeit hat das Jugendblasorchester Oederan genutzt, um anderen eine Freude zu machen. Es war nicht die erste Idee, die Anklang fand.

Oederan.

Die Mitglieder des Jugendblasorchesters Oederan New Generation sind mittlerweile dafür bekannt, dass es ihnen an Ideen nicht mangelt. Die brauchen sie auch in Coronazeiten, in denen Proben nur unter strengen Hygieneauflagen stattfinden können und Konzerte ausfallen müssen. Präsent sind die jungen Musikerinnen und Musiker aber trotzdem.

Am Mittwoch drehten die Jugendlichen, die zu den Oederaner Blasmusikanten gehören, zusammen mit ihrem musikalischen Leiter Jonas Ernecke eine Runde durch Oederan und begeisterten ihre Zuhörer mit Musik verschiedener Genre. "Am Vormittag waren wir an der Stadtverwaltung unterwegs", sagt der 24-Jährige. Die Freude bei den Mitarbeitern und dem Bürgermeister sei groß gewesen. "Es war schön, dass unser kleines Konzert so gut ankam. Das tut in dieser Zeit sehr gut", sagt Jonas Ernecke.

Der Stopp bei der Stadtverwaltung war auch ein Dankeschön für die langjährige Unterstützung, die das Orchester bisher bekam, beispielsweise bei der Bereitstellung des Probenraums. Am Nachmittag stand ein weiteres kleines Konzert an: Vor dem Oederaner Hospiz und am Pflegeheim spielten die Musiker für das Personal und die Bewohner der Häuser. "Auch hier war die Resonanz auf unsere Musik sehr positiv", sagt der musikalische Leiter.

Die kleinen Konzerte finden innerhalb der Ferienfreizeit statt, die das Blasorchester in der ersten Woche der Herbstferien für seine Jugendlichen im Kinderbauerngut Langenstriegis organisiert. In diesem Jahr musste das aber ein wenig anders als gewohnt stattfinden. "Wir proben nun in kleinen Gruppen und nicht mit dem gesamten Orchester", berichtet Ernecke. Das hat aber nicht nur mit der Coronapandemie zu tun.

"Wir wollen, dass unsere jugendlichen Musiker sich nicht in der Gruppe des Orchesters verstecken können", erklärt er. So soll jeder auch einmal zeigen, was er allein oder in einer kleinen Gruppe kann. "Wir wollen, dass die Jugendlichen das Üben lernen. In kleinen Gruppen geht das besser." Ganz allein sind die jungen Künstler dennoch nicht, Unterstützung bekommen sie von anderen Musikern, mit denen sie üben.

Die Stücke, die in der Notenbibliothek des Orchesters zu finden sind, sind vielseitig. Neben klassischen Werken von Mozart werden auch Titel wie "Smoke on the water" von Deep Purple gespielt. "Wir nehmen auch Pop- und Rockstücke in unser Programm auf. Oft schrieben wir die Musik dann für uns um", erklärt Jonas Ernecke.

Ihr umfangreiches Können zeigten die Musiker der New Generation auch in diesem Sommer trotz abgesagter Konzerte. Die Jugendlichen überlegten sich eine musikalische Wanderung durch Oederan und den Ortsteil Börnichen. Die Idee war es, Besucher auf eine Route zu schicken, auf der sich in regelmäßigen Abständen einige der jungen Musiker aufgestellt hatten, um die Wanderer mit ihrer Musik auf verschiedenen Instrumenten zu begrüßen. Das kam gut an.

Auch an anderer Stelle konnte man sich für die musikalische Wanderung begeistern, so zum Beispiel im September beim Wettbewerb "Denkzeit Event". Dieser richtet sich an Kunst- und Kulturschaffende, die während der Coronapandemie keine Konzerte oder andere Veranstaltungen durchführen konnten. "Wir wollten auch etwas machen, deshalb habe ich die Idee der Jugendlichen im Orchester aufgegriffen, und wir haben die Wanderung auf die Beine gestellt", so Peter Merker, Chef der Oederaner Blasmusikanten.

Für die Umsetzung erhielt das Orchester ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro. "Wir sind sehr glücklich, dass wir wieder ein paar Euro in der Vereinskasse haben", sagt er. Denn derzeit entstehen Kosten, ohne das Einnahmen kommen. Wegen der Corona-Bestimmungen können bislang keine Konzerte stattfinden. Der Probenbetrieb in Oederan wird allerdings aufrechterhalten. "Wir müssen unseren musikalischen Leiter bezahlen, der uns als Dirigent begleitet. Er verdient mit diesem Job seinen Lebensunterhalt."

Wegen der Coronapandemie konnte das Orchester in diesem Jahr das Instrumentenkarussell nicht durchführen. "Wir haben noch freie Instrumente. Wer Lust und Zeit hat, bei uns mitzumachen und ein Instrument zu übernehmen oder zu lernen, ist eingeladen", so Ernecke.

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