Neue Ideen für Alten Bahnhof

In das Eppendorfer Kultur- und Dorfgemeinschaftshaus könnten Vereine einziehen. Für die Heimatausstellung scheint der Platz aber nicht zu reichen.

Eppendorf.

Der Verein "Altes Bahnhofsviertel" Eppendorf hat ein Bewirtschaftungskonzept für den Alten Bahnhof erarbeitet. Dies wurde zur jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt. Das Papier könnte die Grundlage für eine künftige Vermietung der einzelnen Räume in dem historischen Bauwerk darstellen, das in eineinhalb Jahren für rund 800.000 Euro zu einem Kultur- und Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wurde. Auf 32 Seiten haben die Vereinsmitglieder nicht nur einen kurzen geschichtlichen Abriss des Bauwerks, sondern auch eine Beschreibung der aktuellen räumlichen Gegebenheiten aufgezeichnet. "Außerdem unterbreiten wir Vorschläge zur Nutzung und mögliche Varianten zur Finanzierung. Inwieweit diese Ideen umgesetzt werden können, müssen wir abwarten", sagte die Vereinsvorsitzende Ulrike Seyfert. "Jetzt befinden wir uns gerade in der weiteren Diskussion mit der Gemeinde und hoffen, dass wir schnell weiterkommen. Das sollte bei ernsthaftem Willen aller Beteiligten und im Sinne der raschen Nutzung des Hauses möglich sein", ergänzte die Vereinschefin, die auch für die CDU im Gemeinderat sitzt.

Der Verein wolle sich dafür einsetzen, dass sich das Haus zu einem lebendigen Treffpunkt für Einwohner und Gäste entwickelt. Unterdessen liegen mittlerweile auch Willensbekundungen von weiteren Vereinen und Interessengruppen vor, die das Domizil nutzen möchten. So könnten sich die Theatergruppe, der Volkschor oder die Musikschule Fröhlich vorstellen, im Multifunktionsraum im Erdgeschoss zu proben. Die im Verein Altes Bahnhofsviertel organisierten Modellbahner wollen die Weichen ihrer Anlage künftig im Dachgeschoss stellen. Der Landschaftspflegeverband denkt über eine Kooperation mit der AG Naturschutz im Obergeschoss nach.

Hingegen scheint ein Umzug der Heimatausstellung, die aktuell in der Alten Schule untergebracht ist, in weite Ferne gerückt. "Ich habe es mit Bedauern zur Kenntnis genommen, dass sich das Ausstellungsteam nicht mit dieser Idee anfreunden kann", sagte Eppendorfs Bürgermeister Axel Röthling (SPD). Im Bewirtschaftungskonzept wird erklärt, warum das Haus für die Exposition nicht geeignet scheint. Mit 80 Quadratmetern im Obergeschoss des Alten Bahnhofes ständen nur noch 50 Prozent der bisherigen Ausstellungsfläche zur Verfügung. Außerdem sei das Geschoss nicht barrierefrei erreichbar. Als alternative Varianten nennt das Konzept unter anderem den Einzug der Ausstellung in die ehemalige, noch nicht sanierte Güterabfertigung in der Nähe des Alten Bahnhofs oder die Unterbringung in der Turnhalle an der Karl-Liebknecht-Straße. Dazu müsste aber zunächst die neue Eppendorfer Sporthalle errichtet sein, deren Planung noch in den Anfängen steckt.

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