Neue Spürgeräte "erschnüffeln" alle Gasarten

Die Lichtenberger Feuerwehren wurden mit neuen Messgeräten ausgestattet. Sie werden selten gebraucht, doch im Ernstfall können sie Leben retten.

Lichtenberg.

Es hat die Größe eines Smartphones, ist aber etwas dicker. Zudem besitzt es einen orangefarbenen Rahmen. Unterhaltsame Dinge wie mit einem Westentaschencomputer kann man damit nicht machen. Im Fall, dass es benötigt wird, ist es jedoch lebensrettend. Auch wenn die einzige Äußerung des kleinen Kastens ein lang gezogener Piepton ist.

Die Rede ist von einem Gaskonzentrationsmessgerät, von den Kameraden der Feuerwehren, die damit im Notfall arbeiten müssen, etwas kürzer Gasspürgerät genannt. So klein wie sie sind, so kostspielig können diese Automaten sein. Ein neuer kostet rund 1300 Euro. Das kann nicht jede Gemeinde aus dem Ärmel schütteln, schon gar nicht, wenn sie mehrere Ortswehren hat. Wohl dem, der solche Geräte gesponsert bekommt.

Das Unternehmen Eins Energie hat schon in den 1990er-Jahren die freiwillige Feuerwehr in Lichtenberg mit den Gasspürgeräten ausgestattet. Alle paar Jahre müssen diese erneuert werden, selbst wenn sie so gut wie nie zum Einsatz kommen. Und so erhielten die Kameraden in dieser Woche ein Gerät für den Ortsteil Lichtenberg, ein weiteres für die Wehr in Weigmannsdorf-Müdisdorf. "Die Geräte stellen fest, ob Erd-, Butan-, Propan- oder Methangas entweicht", erläuterte Karsten Leonhard, beim Energieversorger für Gaskonzessionen zuständig, zur Übergabe an Lichtenbergs Bürgermeisterin Steffi Schädlich.

Daniel Schmieder, der die letzten fünf Jahre Gemeindewehrleiter war und erst vor kurzem sein Amt abgab, weiß von keinem Fall zu berichten, bei dem die Geräte in der Vergangenheit einmal eingesetzt werden mussten. Was nichts an ihrer Notwendigkeit ändert. "Aber im Einsatzfall ist es grundsätzlich so, dass von uns sofort der Haupthahn einer Gasleitung geschlossen wird", so Schmieder. Gas an sich brenne nicht, erläutert er. Lediglich das Gas-Luft-Gemisch sei explosiv. "Und diesen Explosivbereich zeigt so ein Gerät an", meint Schmieder. "Es liegt im Einsatzfahrzeug im Handschuhfach, immer griffbereit."

Es gebe viele Ausrüstungsgegenstände bei den Feuerwehren, die man im besten Fall niemals benötigt. Dazu gehöre auch ein Gasspürgerät. Ein Beispiel für den Nutzen des Messgerätes nennt Tommy Kühn, Sachbearbeiter beim Kreisbrandmeister des Landkreises Mittelsachsen. "Diese Geräte dienen zuerst dem Eigenschutz der Kameraden.". So kämen sie zum Einsatz, wenn etwa ein Suizid vorliegt, bei dem Gas benutzt wurde.

Das Besondere an den beiden nun neuen Geräten in Lichtenberg ist eine deutliche Verbesserung zu ihren Vorgängern. Denn das eine, welches bislang vorhanden war, konnte lediglich im Ortsteil Lichtenberg benutzt werden. "Es zeigte nur Erdgas an", so Schmieder. Und Lichtenberg wird zu 95 Prozent mit Erdgas versorgt, wie Steffi Schädlich bestätigt. Weigmannsdorf und Müdisdorf jedoch hätten überhaupt kein Erdgas anliegen, sondern vor allem Propan. Nun sei man bei beiden Ortswehren in der Lage, allen Gasarten auf die Spur kommen zu können. Eigentlich hatte man nur ein Gerät durch den Sponsor bekommen sollen, doch habe man angefragt, ob nicht ein zweites möglich sei. So kam zu dem funkelnagelneuen Spürkasten ein vollkommen intakter, generalüberholter hinzu.

Grundsätzlich ist man bei den Lichtenberger Wehren momentan recht gut ausgestattet, sagt die Bürgermeisterin. In diesem Jahr wollte man die Bestellung für einen modernen Einsatzleitwagen aufgeben, der in Weigmannsdorf-Müdisdorf stationiert werden solle. "Doch bislang sind dafür die Fördermittel noch nicht bewilligt", so Steffi Schädlich. Ob das noch was werde, sieht sie derzeit skeptisch. Was aber Kleingeräte und Schutzausrüstung angehe, sei man in der jüngeren Vergangenheit auf einen sehr guten Stand gekommen. Im letzten Jahr etwa hätte es neue Defibrillatoren gegeben.


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