Neueröffnung nur von kurzer Dauer

Im Falkenauer Jugendklub zieht wieder Leben ein - sobald Corona das zulässt. Die Räume sind von der Stadt neu saniert worden, aber die Jugendlichen kämpfen mit einer Altlast.

Falkenau.

Der Jugendklub im Keller des Falkenauer Volkshauses war Anfang Oktober gerade erst eröffnet, da musste er wegen der Corona-Beschränkungen schon wieder schließen. Jetzt hoffen die Jugendlichen auf ein rasches Ende des Lockdowns, damit sie die frisch renovierten Räume nutzen können.

Und was geht ab im Jugendklub-Keller? "Wir treffen uns hier, sitzen und quatschen, spielen Karten", sagt Paul Schatz (18). Etwa zehn Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahren treffen sich regelmäßig im Klub, wenn der nicht wegen der Corona-Beschränkungen geschlossen bleiben muss. Es gibt auch eine zweite, jüngere Gruppe. Einen Internetzugang gibt es nicht, weshalb das sonst allgegenwärtige Smartphone im Falkenauer Jugendklub ein Schattendasein führt. Verantwortlich für die Nutzung der Räume ist der Falkenauer Heimatverein, der deshalb mit Thilo Walther auch einen Jugendbeauftragten hat.

Der Keller im Volkshaus Falkenau, der neben dem Jugendklub die Zweigstelle der Stadtbibliothek beherbergt, wurde im ersten Halbjahr saniert. Vorrangig ging es dabei um die Trockenlegung und die Beseitigung von Wasserschäden. Knapp 47.000 Euro hat die Stadt Flöha dafür investiert, gefördert wurde das Vorhaben von der Leader-Region mit 60 Prozent. Der Jugendklub mit Aufenthaltsraum und Toiletten ist kaum wiederzuerkennen. Ein Wermutstropfen aber bleibt: Die Jugendklub-Räume dürfen nur bis 22 Uhr genutzt werden. Die Vorgänger der jetzigen Nutzer haben immer wieder lautstark gefeiert und hatten deshalb Probleme mit Anwohnern. Dieser Dauer-Konflikt war neben den baulichen Mängeln ein Grund für die Schließung des Klubs. Die neue Generation der 17- bis 19-Jährigen will sich nun bewähren und hofft auf eine Verlängerung der Öffnungszeiten wenigstens bis Mitternacht. "Viele von uns kommen nach dem Abendbrot daheim erst gegen 20 Uhr in den Klub und dann ist 22 Uhr schon wieder Schluss", sagt Paul Schatz. Auch Ortsvorsteher und Jugendbeauftragter Thilo Walther hofft auf längere Öffnungszeiten und will sich weiter dafür einsetzen.

Doch Oberbürgermeister Volker Holuscha verweist auf die Polizeiverordnung der Stadt Flöha, wonach nach 22 Uhr kein Lärm mehr geduldet wird. Das gelte überall in Flöha und Falkenau. Im Jugendklub gelte es zudem, den Jugendschutz zu beachten. Der Oberbürgermeister sagt aber auch, dass es die Möglichkeit gebe, für Sonderveranstaltungen längere Öffnungszeiten des Klubs zu beantragen. Dann müsse es aber beim Heimatverein auch jemanden geben, der die Verantwortung übernimmt. "Das hat in der Vergangenheit ja auch meist nicht funktioniert", so der OB. Den Jugendlichen bescheinigt er freilich, dass sie sich bemühen.

Die Jugendlichen hoffen indes auf eine Bewährungschance. Die Spende von Volker Holuscha zur Wiedereröffnung für eine Musikanlage wird schon mal umgeleitet. "Eine Musikanlage brauchen wir nicht, die macht Lärm", sagt Jonas Leisner. Er gehört zu den Jugendlichen, die regelmäßig aus Flöha nach Falkenau radeln, um sich im Klub zu treffen. Doch nicht nur der Klub ist Anlaufstelle der jungen Leute. Die Truppe kümmert sich auch seit drei Jahren um die Soldatengräber auf dem Falkenauer Friedhof. Es wird Unkraut gezupft und es werden die Einfassungen der vier Gräber gesäubert. Außerdem helfen die Jugendlichen beim Aufbau der Weihnachtspyramide vorm Volkshaus.

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