Nicht mehr nur eine Brautkleid-Frage

Nach der 20. Hochzeitsmesse in Lichtenwalde sind Vintage-Stil und A-Linie auch für Männer keine Fremdwörter mehr.

Lichtenwalde.

Strahlendes Weiß hat am regengrauen Sonntagnachmittag die herrschaftliche Kulisse im Schloss Lichtenwalde bestimmt. Zum 20. Mal diente der einstige Herrschaftssitz gestern als Schauplatz einer Hochzeitsmesse. 30 Aussteller waren der Einladung von Organisatorin Evelyn Dittrich gefolgt und stellten ihre Dienstleistungen für und rund um dieses Fest vor.

Neben Modemachern und Goldschmieden, Bäckern und Gaststättenbesitzern offerierten Fotografen, Diskotheker und Partyveranstalter ihre Angebote. Mit Josephine Pater war in Lichtenwalde erstmals sogar auch eine Vermögensberaterin vertreten. "Junge Ehen haben Beratungsbedarf. So gilt es etwa, die individuellen Verträge auf die Familie abzustimmen. Ich berate zu Hausbau oder Wohnkindergeld", sagte die Dresdnerin.

Im Wintergarten ebenfalls Premiere für Anje Heinz. Die Colditzerin bietet eine noch junge, aber stetig wachsende Dienstleistung: freie Trauungen. "Der Alltag zeigt, eine Vielzahl der Standesämter übernimmt die Trauungen nach einem vorgefertigten Plan. Individuelle, auf die Paare zugeschnittene Informationen und Gestaltungselemente gibt es nicht. Ich gestalte Zeremonien nach den Vorstellungen der Hochzeitsleute. Allein den offiziellen Akt vollziehen diese im Standesamt, alles Weitere wird an der von den Heiratswilligen gewünschten Lokation durchgeführt. Selbst eine stilvolle Beurkundung des Festaktes wird vollzogen. Aufträge haben mich bis an die Ostsee, auch nach Mallorca geführt."

2019 bestimmen Hochzeitskleider im Fit- and Flare-Style und im fließenden Vintage-Stil den Trend. Das erfuhren die Zuschauer bei der Brautmodenschau. Diese wurde von Ines Nebe, Inhaberin Lichtenwalder Brautmoden, gestaltet. Und mancher Bräutigam weiß jetzt, dass eine A-Linie nicht nur im Kraftfahrzeugbau eine Rolle spielt. "Dieser klassische Schnitt ist angesagt, dazu viel Spitze, auf Tüll genäht", so die Expertin. Neben hellen Blush-Tönen seien auch Pastell- und Bordeauxfarben in. "Seit sechs Jahren biete ich meinen Service. Eines meiner Kleider wurde bei einer Hochzeit in Las Vegas getragen." Die Lichtenwalderin empfiehlt, dass sich Heiratswillige mindestens ein halbes, ja dreiviertel Jahr voraus mit den Vorstellungen zu ihrer Garderobe bei den Schneidern und Dienstleistern einfinden sollten. So könne jeder Wunsch ohne Zeitdruck erfüllt werden. "Zwei, drei Begleiter, also Mutter oder Schwester oder beste Freundin sollten bei der Auswahl des Kleides behilflich sein. Alles darüber hinaus stiftet wahrlich Verwirrung", sagte Ines Nebe.

Angesichts der Wetterunbilden war Evelyn Dittrich, Inhaberin des Hochzeitsservice an den Schlössern, mit dem Jubiläums-Messeverlauf zufrieden. Sie erinnerte daran, dass, als das Standesamt in die Räume eingezogen war, sie von Werner Sieber, dem damaligen Schlossgeschäftsführer, ermutigt wurde, eine solche Veranstaltung zu organisieren.


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