Niederwiesa setzt sich an die Spitze

Schulsozialarbeiterin Susanne Kluge bringt frischen Wind in die Oberschule Niederwiesa. Und die setzt gleich ein Ausrufezeichen.

Niederwiesa.

Eine gestiegene Quantität hat nicht zwangsläufig auch eine höhere Qualität zur Folge. Doch in der Oberschule Niederwiesa hat sich ein personeller Zuwachs binnen weniger Wochen bereits ausgezahlt. Denn seit dem 1. August verfügt die Bildungseinrichtung über eine Schulsozialarbeiterin. "Für mich ist es die erste Stelle als Schulsozialarbeiterin. Aber eine Anlaufzeit habe ich deshalb allerdings gar nicht gebraucht, vielmehr haben wir schon die ersten Projekte angepackt", sagt Susann Kluge, die vorher in einer Jugendwerkstatt gearbeitet hatte.

So setzte die Oberschule Niederwiesa unlängst ein Ausrufezeichen, indem sie eigenen Aussagen zufolge als erste mittelsächsische Schule an der 48-Stunden-Aktion in Mittelsachsen teilnahm. Bei diesem Projekt sind Jugendgruppen aus dem Landkreis Mittelsachsen aufgerufen, gemeinnützige Projekte zu planen und diese innerhalb von zwei Tagen umzusetzen. Bisher machten insbesondere Jugendclubs, Jugendfeuerwehren oder junge Sportler aus Vereinen mit.

Nun hat die Niederwiesaer Bildungseinrichtung dafür gesorgt, dass auch Schulen bei der 48-Stunden-Aktion mitmischen. "Eigentlich haben wir gleich drei Projekte angeschoben", sagt Susann Kluge. So riefen die Oberschüler und die Sozialarbeiterin die Müllsammelaktion für ein sauberes Niederwiesa ins Leben. Dabei waren die Schüler damit beschäftigt, den Weg vom Bahnhof zur Schule, von der Schule zum Waldspielplatz sowie einen Teil der Dorfstraße von Unrat zu befreien. "Es ging uns insbesondere darum, das Umfeld der Schule zu säubern", sagt Susann Kluge. Zudem wurde auf dem Friedhof in Niederwiesa ein jüdisches Grab gepflegt, in dem Opfer eines KZ- Todesmarsches beigesetzt sind. Eine sehr schöne Aufgabe hatten drei Schüler aus der 9. Klasse übernommen, die Mädchen und Jungen aus der Kindertagesstätte Niederwiesa zur Mittagszeit eine Geschichte vor dem Schlafengehen vorlasen. Die Kinder waren sehr aufmerksam und klebten förmlich an den Lippen der Vorleser. "Schüler aus unserem Hause haben schon einmal vor Jahren in der Weihnachtszeit in der Kita vorgelesen. Wir wollen das nun wieder intensivieren", sagt Schulleiterin Katrin Fischer.

Damit verfolge die Pädagogin einen weiten Zweck. "Bei den Jugendlichen steht derzeit der Beruf Erzieher auf der Liste ganz weit oben. Wenn unsere Schüler den Kleinen vorlesen, können sie ihren Blick auf dieses Berufsbild erweitern", so die Schulleiterin. Sicher ist sie sich schon jetzt, dass Susann Kluge, die in ihrer Arbeit auch mit Schulclubleiterin Vivien Marten kooperiert, eine Bereicherung für das Schulleben ist. "Die Lehrer arbeiten eng mit Frau Kluge zusammen. Die Sozialarbeit stellt für uns Lehrer eine große Erleichterung dar", bringt es Katrin Fischer auf den Punkt.

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