Ohne Fahrerlaubnis aber unter Drogen

Zweite Chance: Ein 31-Jähriger erhält nun doch Bewährung

Brand-Erbisdorf/Chemnitz.

Ein 31-jähriger Mann aus Mittelsachsen ist knapp dem Gefängnis entgangen. Das Freiberger Amtsgericht hatte den einschlägig Vorbestraften im August 2018 wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und Fahren ohne Fahrerlaubnis zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten verurteilt.

Doch das Landgericht Chemnitz, vor dem sich der junge Mann jetzt verantworten musste, weil sein Verteidiger in Berufung gegangen war, entschied anders. Dass der heute 31-Jährige schuldig ist, war unstrittig. Er hatte bereits in Freiberg gestanden, ohne Fahrerlaubnis gefahren zu sein und Crystal und Marihuana dabei gehabt zu haben, als die Polizei ihn im Juni 2017 in Brand-Erbisdorf kontrollierte. Neun Vorstrafen, darunter vier wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, hat er auf dem Kerbholz.

"Ich hatte den falschen Umgang", schilderte der Angeklagte, warum er vor fünf Jahren begonnen hatte, Crystal zu konsumieren und "in der Stadt abzuhängen", während seine Freundin sich ums Kind kümmerte.

Die Wende kam 2018 mit seiner ersten, fünfmonatigen Haftstrafe. "Nicht schön" war es dort, vor allem wegen der Trennung von der Familie. "Seitdem bin ich clean", beteuerte er. Von einer Baufirma, bei der er als Bauhelfer gejobbt hat, habe er eine Vollzeitstelle im Tiefbau angeboten bekommen, die nach dem Winter beginnen soll.

"Der Strafvollzug ist kein Selbstzweck, sondern soll weitere Taten verhindern", erklärte sein Verteidiger, warum er für Bewährung plädierte. Sein Mandant habe seither keine weiteren Straftaten begangen. Dem Argument schloss sich der Staatsanwalt an: "Der erste Vollzug hat ihn beeindruckt. Er hat seine Lebensumstände verändert."

Das Chemnitzer Landgericht verhängte eine viermonatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt ist, und eine sechsmonatige Sperrfrist vor dem Erwerb einer Fahrerlaubnis. Während seiner dreijährigen Bewährungszeit muss der 31-Jährige nun jeden Wohnsitzwechsel melden, bis zum Vollzeitjob monatlich 30 Stunden gemeinnützig arbeiten und sechs Termine bei einer Drogenberatung wahrnehmen. Dass der Angeklagte seine Sucht nie behandelt habe, berge die Gefahr zu weiteren Straftaten, begründete der Vorsitzende Richter Zimmermann diese Auflage. "Wir sehen eine Chance, dass sie es mit Hilfe schaffen können, drogen- und straffrei zu bleiben", sagte er. Der Verurteilte war mit dem Urteil zufrieden. Es ist noch nicht rechtskräftig. (kala)

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