Oldtimer lassen Mittweidaer Altstadtfest nicht alt aussehen

An drei Tagen kamen insgesamt rund 12.000 Besucher in die Innenstadt. Das Programm auf sieben Bühnen kam bei Vielen gut an, aber nicht bei Allen.

Mittweida.

Auch bei der 25. Auflage des Altstadtfestes in Mittweida haben die Veranstalter der Stadtverwaltung auf "Bewährtes" gesetzt und lagen damit offenkundig nicht ganz falsch: So lockte die Oldtimerparade mit mehr etwa 120 Teilnehmern am sonnigen Sonntagnachmittag noch einmal viele Gäste in die Innenstadt, die auch zum großen Teil geblieben sind, um Musik- und Tanzshows zu verfolgen.

Auch der Auftritt des bekannten Pop-Trio Marquess am Samstagabend brachte die Platzkapazität im Festzelt auf dem Mark an die Grenzen. Doch an der Rochlitzer Straße brach der Besucherstrom nicht selten ab. Das hat auch Frank Schleußing vom Kulturbetrieb der Stadt so beobachtet: "Hier sollten wir für das kommende Jahr überlegen, ob wir mit der Festmeile erst an der Theaterstraße beginnen." Die neu eingeführte Möglichkeit zur Präsentation hiesiger Vereine an der Stelle sei aber gut angekommen und soll fortgeführt werden. Auch ein Klassiker, die Auftritte der Darsteller des Mittelsächsischen Kultursommers (Miskus) an der Weberstraße, hätten sich bewährt. Miskus-Geschäftsführer Jörn Hänsel zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz. "Es kommen viele Leute zu unserem Theaterstück und mit dem Wetter hatten wir auch Glück", so Hänsel.


Doch bei allem Lob, es gab auch kritische Stimmen, die bei einer Umfrage der "Freien Presse" unter Besuchern laut wurden: So fand die 19-jährige Anika Finsterbusch, die derzeit außerhalb von Sachsen studiert, die vielen Bühnen zwar gut, bemängelte aber, dass mit dem Programm eher ein älteres Publikum angesprochen werde. Ähnlich wie sie nutzte auch Dennis Karatas aus Ringethal das Fest als Gelegenheit, der Heimat einen Besuch abzustatten. Er freute sich, "einfach mal alle von früher wiederzusehen, weil ich aktuell in Marburg studiere".

Patrick von Ginsheim, der seit 24 Jahren mit einem Grillstand auf dem Altstadtfest vertreten ist, hatte den Eindruck, dass es über die Jahre hinweg immer weniger Besucher seien, die zum Fest kommen. Ein Eindruck, den der Mittweidaer OB Ralf Schreiber so nicht teilte. Nur am Freitagabend sei ein Trend zu geringerer Resonanz zu erkennen. "Der Samstag und Sonntag war indes gut besucht", so Schreiber. Er hatte sich diesmal gemeinsam mit Mittelsachsens Landrat Matthias Damm nicht nur Zeit für Gäste aus den Partnerstädten Viersen, Bornheim und Ceská Lípa genommen, sondern auch einen prominenten Besucher über das Festgelände geführt: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kam so am Samstag mit Standbetreibern und Festgästen ins Gespräch zu Themen wie Mängeln in der Kinderbetreuung oder Leerstand in der Innenstadt.

Von Problemen der Einheimischen erfuhren Kathya und Honza Musil aus der tschechischen Partnerstadt Ceská Lípa hingegen nichts. Beide lobten die gute Stimmung in der Stadt: "Wir fahren viel durch Deutschland, aber hier haben mehr Leute ein Lächeln im Gesicht als in anderen Städten".

So heiter es auch klingt, das langjährige Festmotto "Beswingtes Mittweida" sollte nach Ansicht einer 46-jährige Mittweidaerin, die mit ihrer Tochter auf der Kindermeile unterwegs war, geändert werden. "Wie wäre es zum Beispiel mit den 80-ern als Motto? Das würde sicher mehr Leute ansprechen", meint sie. Mit dem Eintritt von sechs Euro für das Wochenende könne sie dagegen leben: "Wenn man jeden Tag kommt, sind das ja nur zwei Euro pro Tag". Annett Dörrenbächer, die ebenfalls mit ihren Kindern gekommen war, lobte die Vielzahl an Bühnen. (mit jl)

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