Opfer holen Habseligkeiten aus Häusern

Der Schock sitzt bei den Mietern noch tief. Am Mittwoch betraten Feuerwehrmänner die ausgebrannten Wohnungen in Brand-Erbisdorf - und retteten zwei Katzen.

Brand-Erbisdorf.

Als seine Wohnung ausbrannte, war Heiko Leising gerade nicht zu Hause. Seine beiden Katzen schon. Nach dem verheerendem Brand in der Nacht zum Dienstag bangte er um seine Haustiere. Am Mittwochmittag - er stand noch immer unter Schock - erhielt er die Nachricht: Die Feuerwehrleute haben eine der beiden Katzen lebend aus den Resten der Dachwohnung gerettet. Tierärztin Cindy Enders hat die Katze vorerst in Obhut genommen, bis Heiko Leising eine neue Wohnung hat. Später holten die Kameraden eine zweite Katze aus dem Brandhaus - sehr zur Freude dreier Kinder, die auch in einer Dachwohnung lebten.

Etwa ein Dutzend Mieter, die ihre Wohnungen in der ersten Etage hatten, durften persönliche Dinge sichern, nachdem am Vormittag ein Statiker die Häuser begutachtet hatte. Feuerwehrleute und Bauhofmitarbeiter halfen, Sachen in Umzugskartons zu packen und nach draußen zu bringen. Unter den geborgenen Sachen befanden sich etwa Dokumente und Geldkarten, aber auch Töpfe, Pfannen, Kleidung, Fahrräder und ein Flachbildfernseher. Auch Feuerwehrmann Patrick Meyer packte mit an. In der Brandnacht war er als Rettungsassistent vor Ort, am Mittwoch für die Feuerwehr. Ob ihm der Einsatz sehr nah geht? "Man darf nicht zu emotional rangehen", sagt er. "Das gilt für alle Einsätze."

Wohnsituation: Insgesamt sind 14Erwachsene und 7 Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren vom Brand betroffen, konkretisiert Oberbürgermeister Martin Antonow (parteilos) am Mittwoch. Zwei Familien sind bereits in Wohnungen untergekommen. Deren Sachen wurden dorthin gebracht. Die Habseligkeiten der anderen wurden eingelagert, bis Wohnraum gefunden ist. "Wir suchen noch Wohnungen für drei Parteien", sagt Antonow. Eine sechsköpfige Familie habe in ihrer polnischen Heimat Unterschlupf gefunden und werde nicht zurückkehren.

Soforthilfe: Die Stadt Brand-Erbisdorf stellt jedem Betroffenen symbolisch 100 Euro Soforthilfe zur Verfügung. Zudem sollen die 21 Personen am Donnerstag vom Landkreis Bezugsscheine für Mobiliar, Schuhe und Kleidung bekommen.

Spendenbereitschaft: Der Aufruf der Stadt hat bis Mittwochnachmittag bereits mehr als 4000 Euro eingebracht. Im sozialen Netzwerk Facebook haben Menschen binnen kurzer Zeit Sachspenden angeboten. Am heutigen Donnerstag können von 12 bis 16 Uhr Sachspenden im Kinder-, Jugend- und Freizeitzentrum (Jufz) am Haasenweg in Brand-Erbisdorf abgegeben werden.

Abbruch und Verkehr: Weil der Abbruch der Häuser, die Abfallverwertung und auch Versicherungsfragen noch geklärt werden müssen, wird die B 101 bis zu vier Wochen vollgesperrt bleiben, sagt Antonow. Derweil soll die Umleitung nordwärts über die Kohlenstraße, südwärts über die Turnerstraße führen.

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