Parkinson-Gruppe sucht neue Mitstreiter

Vor 30 Jahren wurde die Selbsthilfegruppe Parkinson in Flöha gegründet. Viel hat sich verändert seither, aber ein Problem ist geblieben.

Flöha.

Helfried Barth hat ein Problem. Die Mitgliederzahl der Selbsthilfegruppe Parkinson treibt ihm die Sorgenfalten auf die Stirn. 15 Mitglieder hat die vor 30 Jahren gegründete Gruppe. Die Mitgliederzahl schrumpft schon seit geraumer Weile. In der Selbsthilfegruppe sind vor allem ältere Erkrankte aktiv, für die die Gruppe ein Ausweg aus der sozialen Isolation ist, ein Forum für Rat und Austausch. "Es wäre schön, wenn wir jüngere Mitglieder gewinnen können, die vielleicht noch nicht so schwer erkrankt sind", sagt Barth.

Seine Frau Heidrun leidet selbst seit fast 40 Jahren an der Parkinsonschen Krankheit, inzwischen wird sie im Pflegeheim betreut. Heidrun Barth war nach der Gründung erste Vorsitzende der Selbsthilfegruppe, die damals sieben Mitglieder zählte und sich zunächst in der Begegnungsstätte des DRK in Flöha getroffen hat. 1993 ist die Gruppe mit 16 Mitgliedern zur Volkssolidarität in die Hochhäuser umgezogen ist. Dort treffen sich die Mitglieder heute noch einmal im Monat, wenn nicht gerade eine Coronapandemie die Kontaktmöglichkeiten beschränkt. Es gibt Informationsveranstaltungen mit Medizinern, Ausflüge oder gemeinsame Gymnastik. Unverzichtbar ist für viele der Erfahrungsaustausch über Medikamente sowie Rehabilitations- oder Therapiemöglichkeiten.

Helfried Barth hat schon viel versucht, um neue Mitglieder für die Gruppe zu gewinnen. Info-Blätter oder Kontakte zu Ärzten zum Beispiel. Aber es sei schwierig, sagt der gelernte Elektroinstallateur, der bis 2007 eine eigene Firma geführt hat.

Der 76-Jährige setzt vor allem auf persönliche Kontakte, auf Überzeugungsarbeit. Die Mitglieder seien gefordert, sich aktiv in diesen Prozess einzubringen, sagt Helfried Barth in seinem Grußwort anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Gruppe in Flöha. Er weiß aber selbst, dass gerade jüngere Erkrankte mit zunächst milden Symptomen häufig erst einmal versuchen, allein mit der Krankheit zurecht zu kommen und ihren Alltag zu organisieren.

Die Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Coronapandemie macht viele Parkinson-Kranke zur zweifachen Risikogruppe, sagt Helfried Barth: "Neben der fortschreitenden Krankheit ist die Vereinsamung eine große Gefahr." Umso wichtiger sei es, untereinander Kontakt zu halten. Er versuche das zum Beispiel per Telefon oder E-Mail, sagt Barth.

Kontakt Selbsthilfegruppe Parkinson in Flöha, Telefon 03726 7164921 oder im Internet: www.parkinson-floeha.de

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